Wie umgehen mit dem Weltuntergang? Landing on an Unknown Planet

Wie geht man mit der Angst vor den Klimakatastrophen um, wenn man das ganze Leben noch vor sich hat? Mit dieser Frage setzt sich das Stück „Landing on an unknown Planet – Working through feelings, Starting dialogues“ der jungen Szene des LTTs auseinander. Am 25. Juni war die Premiere und wir waren dabei.

Eine Gruppe Jugendlicher steigt in eine Rakete, um dem Weltuntergang zu entgehen. Sie landen auf einem unbesiedelten Stern, auf dem es nichts gibt außer Moor. Die Natur hat sich den Planeten zurückerobert. Nur einige Fundstücke wie beispielswiese Tupperdosen zeugen von einer vergangenen Zivilisation. Auch einen glänzenden Gegenstand, der Macht verleiht, finden die Jugendlichen. Die Gruppe wird zu Forschenden, die das Verhältnis zwischen Menschen und Natur neu befragen. Dabei setzten sie sich mit Gefühlen wie Wut oder Zerstörungswahn auseinander und fragen sich selbst, was sie beim Weltuntergang retten würden. Die Antworten: Kartoffeln und ein Rezept für Apfelstrudel mit Vanillesoße.

Die sechs jungen Schauspieler*innen sind mit vollem Körpereinsatz dabei. Circa eine Stunde lang wird gesungen, getanzt und sogar auf Tennisbällen balanciert. Dabei bedarf es nicht vieler Worte. Die Jugendlichen arbeiten viel mit Mimik und Gestik, wodurch sie dem Publikum ihr schauspielerisches Können präsentieren. Lautmalereien, Reime und Wiederholungen dienen als Stilmittel. Beispielsweise tauchen oft die gleichen Sätze auf, um den Teufelskreis der Zeit darzustellen. Das Kinderlied „Auf einem Baum ein Kuckuck“ steht für das Eingreifen des Menschen in die Natur. Ein Jägersmann erschießt einen Kuckuck im Wald. Allerdings schlüpft das Kind des Kuckucks dennoch, da ein Kuckuck seine Babys von fremden Vögeln ausbrüten lässt. Dies symbolisiert das Überleben der Natur trotz menschlicher Vergehen. Durch diese Zweideutigkeit ist die Stimmung des Stücks sowohl deprimierend wie hoffnungsvoll.

Die jungen Schauspieler*innen spielten mit vollem Körpereinsatz.

Dass die Thematik genau die Fragen und Probleme widerspiegelt, mit denen junge Menschen der heutigen Generation konfrontiert sind, ist kein Zufall. Beteiligt an der Stückentwicklung waren junge Erwachsene der „Jungen Szene“ – eine Gruppe Theater begeisterter Jugendlicher, die schon mehrmals mit dem Ltt zusammengearbeitet haben. Durch Improvisation, szenisches Schreiben und Textinformation haben sie sich mit dem Verhältnis des Menschen zur Natur auseinandergesetzt. Aus dieser Grundlage Arbeit hat die Autorin Sina Ahlers das Stück entwickelt. Die Proben leiteten die Regisseurin Luisa Mell und der Co-Regisseur Anton Winker. Während des Applauses bei der Premiere konnte das Publikum das enge Verhältnis zwischen Schauspieler*innen und Regie beobachten.

Empfohlen ist das Stück ab 14 Jahren. Die vier weitere Aufführungen finden am 16. und 17. Juli sowie am 22. und 23. Juli statt.

 

Beitragsbild: LTT/ Oda Zuschneid / zu sehen: Luisa Munding, Elisabeth Babanin, Mehmet Bati, Laurin Ilg, Luan Tiesler, Hannah Wachter

Zweites Foto: LTT/ Twyla Zuschneid / zu sehen: Luisa Munding, Mehmet Bati, Luan Tiesler, Laurin Ilg4

 

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