Tübingen und das blaue Eis

Wonach schmeckt denn eigentlich dieses blaue Eis, das die Kinder heute noch immer lieben? Das, das wir früher als Kinder vielleicht selbst oft gegessen haben. Damals hieß es noch Schlumpfeis und erinnerte vage an Kaugummi. Doch wie schmeckt es jetzt als Erwachsene/r und welche Unterschiede gibt es zwischen den verschiedenen Eisdielen Tübingens? Unsere Redakteurin hat den Selbsttest gewagt.

1) Figo: Paw Patrol

Um das Eis an die Lebenswelt der heutigen Kleinkinder anzupassen, findet man nun öfter die Bezeichnung „Paw Patrol“ für das blaue Eis statt – wie früher – Schlumpfeis. Im Figo, das früher der Osiander am Holzmarkt war, schmeckt diese Eissorte beerig, vanillig und natürlich auch zuckersüß, dabei aber auch leicht künstlich. Ein solch künstlicher Beigeschmack lässt sich bei dieser Art von Eis vermutlich kaum vermeiden. Ein großes Plus stellen die beigefügten und oben aufgestreuten Smarties dar, auch für große Kinder wie mich. Fun Fact: Wer mit 27 Jahren blaues Eis bestellt, das sich Paw Patrol nennt, wird vom Eisverkäufer gefragt, ob es wirklich für einen selbst gedacht ist. Dass ich bejahe, bringt uns wenigstens beide zum Lachen.

Das blaue Eis im Test.

2) Porto Pino: Premium Schokodrops Blue

„Premium Schokodrops Blue“ ist sicherlich die individuellste – um nicht zu sagen: eigenwilligste – Bezeichnung für das blaufarbige Eis. Geschmacklich fällt es jedoch stark von den anderen ab: Es scheint zu 100% aus künstlichen Aromen zu bestehen und es fällt schwer, die ganze Kugel aufzuessen, vor allem, ohne das Gesicht zu verziehen. Die leicht vorhandene Vanillenote der anderen getesteten Sorten fehlt leider gänzlich, denn es schmeckt fast nur nach sehr künstlichem Kaugummiaroma und auch einen beerigen Geschmack finde ich nicht wirklich. Als einziges Plus seien die untergemischten Smarties erwähnt, besser gesagt die Premium Schokodrops.

3) San Marco: Paw Patrol

Hier wird buchstäblich das gleiche blaue Eis angeboten wie im Figo; da hier jedoch in großen roten Lettern Eis aus eigener Herstellung an der Vitrine steht, schließe ich daraus, dass es entweder eine Fertigmischung für Paw-Patrol-Eis gibt, derer sich mehrere Eisdielen bedienen, oder San Marco das blaue Eis für andere Eisdielen herstellt. Letzteres scheint mir jedoch unwahrscheinlicher zu sein. Ein großes Plus sind die Smarties in und auf dem Eis, ähnlich wie im Figo. Das i-Tüpfelchen, die Kirsche auf der Sahne, das PlusPlus sozusagen, ist ein gratis Paw-Patrol-Sticker in Pink mit einem der Hunde (Skye) darauf.

Blaues Eis, Smarties und ein pinker Sticker.

4) La Dolce Vita: Himmelblau

Das himmelblaue Eis im Eiscafé La Dolce Vita besticht durch seine leuchtende Farbe, die ihm auch den Namen gibt, und durch einen zwar leicht künstlichen Kaugummigeschmack, der allerdings eine fruchtig-beerige Note besitzt. Dazu kommt das Vanillearoma, das das Künstliche leicht abschwächt und das Ganze geschmacklich abrundet. Natürlich ist das Eis sehr süß, aber es ist ja auch insbesondere für Kinder gedacht, die man regelmäßig damit auf der Straße sieht. Die leicht künstliche Note finde ich hier von allen probierten Eissorten am subtilsten. Daher würde ich sagen, dass dieses blaue Eis geschmacklich der Sieger wäre, wenn ich einen küren müsste. Als einziges Minus sind mir die fehlenden Smarties aufgefallen, die es vielleicht noch ansprechender machen würden.

5) Cortina II: Paw Patrol

Da im Cortina in der Altstadt kein blaues Eis angeboten wird, finde ich mich bei Cortina II am Rande der Altstadt wieder. Überraschung: Es heißt Paw Patrol und sieht genauso aus wie im Figo und im San Marco. Ich spare mir also die 2€ für die Kugel, da ich schon zwei Mal Paw Patrol gegessen habe und genug über Geschmack und Aussehen sagen kann. Stattdessen gönne ich mir zum Abschluss des Experiments noch eine Kugel gutes Eis. Pulia, d.h. Basilikum mit Orangenöl, vom Figo. Grün statt blau und für mich an diesem Tag eine willkommene Abwechslung.

Fotos: Laura Kotte

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