Die Kupferblau Schmöker-Ecke: Krimi

Manchmal kann eine Pandemie alles verändern. Bars und Kneipen sind plötzlich geschlossen, Konzerte und Partys wurden abgesagt – da bleibt nicht mehr viel an kultureller Inspiration übrig. Oder doch? In unserer neuen Artikelreihe „die Kupferblau-Schmöker-Ecke“ stellen wir euch thematisch abgestimmte Empfehlungen für Bücher, Podcasts und Serien zusammen. Von aktuellen Sachthemen, über True-Crime, bis hin zum interstellaren SciFi-Abenteuer – hier ist für alle etwas dabei.  Zum Schmökern bieten wir euch heute spannende Krimis an.

Buch der Woche: „Girl on the Train”

Ein leichter Thriller mit ausreichend Spannung und unvorhersehbarem Ende. Die perfekte Lektüre für all diejenigen, die etwas Spannendes für zwischendurch suchen. Optimal für all die Pendler unter euch, die sich ein bisschen Spannung auf der Zugfahrt wünschen oder das Zugfahren momentan vermissen.

Um was geht es?
Rachel pendelt jeden Morgen mit dem Zug in die Stadt. Der Zug hält jeden Morgen an derselben Stelle auf der Strecke an. Dadurch bekommt sie die Gelegenheit in Gärten der Häuser an der Bahnstrecke zu blicken und beobachtet dabei ein junges Paar. Rachel kennt dieses Paar nicht; nennt die beiden Jason und Jess und stellt sich deren perfektes Leben vor. Ein Leben, das sie sich wünscht. Eines Tages beobachtet Rachel im Garten dieses Paares etwas Schockierendes. Nur wenige Tage später sieht sie in den Nachrichten ein Bild von Jess mit der Nachricht, dass Jess – die eigentlich Megan heißt – vermisst wird. Rachel verstrickt sich in ein Netz voller Lügen und Betrug, als sie ihre Beobachtungen der Polizei meldet…

Paula Hawkins schildert in ihrem Roman, der 2015 im blanvalet Verlag erschien, die tragische Geschichte dreier Frauen. Der Thriller überzeugt durch klare Sprache und einen etwas ungewöhnlichen Erzählstil. Den Lesern wird durch die tagebuchähnliche Erzählung Einblick in das Leben der unzuverlässigen Erzählerin Rachel,  der verschwundenen Megan und Anna, gewährt. Durch Zeitsprünge werden der Geschichte Tiefe und Dynamik verliehen und die Spannung wird so zusätzlich gesteigert. Auch die Charaktere überzeugen durch ihre sorgfältige Entwicklung und Komplexität.

Für diejenigen, die sich Bücher lieber vorlesen lassen, ist auch eine Hörbuchfassung mit einer Spieldauer von 12 Stunden und 3 Minuten erschienen. Außerdem wurde das Buch 2016 mit Emily Blunt in der Hauptrolle verfilmt.

Film der Woche: “Se7en”

Wer mal wieder einen spannenden Detektivfilm schauen möchte, für den ist Sieben (Originaltitel Se7en) genau richtig. Der düstere Thriller erzählt die Geschichte eines Detektiv-Duos, welche auf der Spur nach einem Serienmörder, der von den sieben Todsünden der Bibel inspiriert, seine Morde orchestriert. Der Detektiv William Somerset hat vor seine Pension anzutreten und wird in seinen letzten Wochen dem arroganten Detektiv David Mills als Partner zugewiesen, der vor kurzem mit seiner Frau in die Stadt gezogen ist, in dem der Film spielt. Nachdem mehrere Morde passieren, die nach demselben Schema ablaufen, rauft sich das Duo trotz seiner Verschiedenheiten zusammen und begibt sich auf eine Jagd, bei der sie sich unbewusst immer mehr in das Netz des Mörders verstricken.

Grenzenlose Spannung
Der Psychothriller des Regisseurs David Fincher, der unter anderem für Filme wie „Fight Club“ oder „Gone Girl“ bekannt ist, erschafft mit diesem Film ein nervenaufreibendes, sehr effektvoll inszeniertes Werk. Nicht nur die dichte und unvorhersehbare Handlung machen den Film zu einem Erlebnis, sondern auch die sehr gut ausgewählte Besetzung, welche aus Schauspielern wie Morgan Freeman, Brad Pitt und Kevin Spacey besteht, verstärken diesen Eindruck. Die Musik und die von Kriminalität überrannte Stadt erschaffen eine sehr dunkle Atmosphäre.

Der Film, welcher 1995 erschienen ist, ist eine zeitlose, spannende Geschichte, die absolut empfehlenswert ist. So rätselt man in jedem Moment mit den Detektiven mit und hat trotzdem das Gefühl, dass der strategische Mörder immer einen Schritt voraus ist.

Podcast der Woche: „Zeit Verbrechen

Dieser Podcast ist sicherlich kein Geheimtipp (in den Spotify-Charts rangiert er seit langem ganz weit oben) und nein, True Crime ist auch nichts Neues. Trotzdem ist meine Antwort auf die – gerade in Corona-Zeiten allseits beliebte Frage – „Was ist dein Lieblingspodcast?“  immer noch „Zeit Verbrechen“! Und nicht, weil ich für mein Leben gerne Krimis lese, sondern weil Sabine Rückert (Kriminalreporterin, stellvertretende Chefredakteurin der Zeit) und Andreas Sentker (Leiter des Wissensressorts der Zeit) einfach ein perfektes Podcast-Paar abgeben. Sorgfältig recherchiert und definitiv nicht im Stile eines „Laberpodcasts“ erzählt Rückert als langjährige Gerichtsreporterin von echten Kriminalfällen – mal schaurig-scheußlich, immer mit Tiefgang, aber nie reißerisch. Sentker stellt  im richtigen Moment eine schlaue Frage, um die kleinen Details der Tat zu Tage zu fördern. Dabei geht es nicht nur um das Verbrechen, sondern auch um die Motive der Tat – nicht selten gibt es Einblicke in tiefe menschliche Abgründe. Warum begehen Menschen Verbrechen? Und wie kann es zu verheerenden Justizirrtümern kommen? Fragen, denen die beiden Journalisten auf spannende und mitreißende Weise nachgehen.

Als Einsteigerfolgen empfehlen sich „Der Missionar“, „Die Tote im Eistal“ und „Warum Frau K. einen Bundeskanzler ohrfeigte“. Diese sind spannend und mysteriös mit viel Hintergrundrecherche, aber nicht blutrünstig-brutal. Eingeschworene True-Crime-Fans kommen mit „Das Kind im dunklen Zimmer“ oder „Gottes Mühlen“ definitiv auf ihre Kosten.
Tipp: nicht gerade vor dem Einschlafen oder nachts auf dem Weg nach Hause hören – je nach Folge kann einem ganz schön mulmig werden!

Text:
Buchempfehlung von Heike Beirle,
Podcastempfehlung von Judith Hüwelmeier
Filmempfehlung von Anna-Karina Ulbert.

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