Mein Ersti-Gefühl: Reflexion 1

Das Semester ist fast vorbei und für bestimmte Studierende war dieses auch das Erste: Natürlich, es geht um die Erstis. Wir zeigen euch zwei Einblicke in das Leben unserer Erstis, in welchen diese ihr erstes Semester reflektieren. Doch: Ein Artikel ist von einem waschechten Ersti geschrieben worden und einer von einem ‘Fake-Ersti’. Und jetzt kommt ihr ins Spiel: Findet ihr heraus, welcher Artikel echt und welcher fake ist?

Prokrastination auf hohem Niveau

Hier ist es nun: Das Ende meines ersten Semesters. So ganz gecheckt habe ich das Ganze jedoch noch nicht. Vielleicht liegt es aber auch daran, dass ich seit Tagen im Halbschlaf durch die Gegend laufe. Denn anstatt wirklich auf meine Prüfungen zu lernen, habe ich die meiste Zeit Panik geschoben oder prokrastiniert. Wusstet ihr, dass man Käse auch selbst herstellen kann? Nicht dass ich dies getan hätte, genügend Videos dazu habe ich mir dafür aber durchaus angesehen. Alles nur, um mich meinem Lernstoff nicht stellen zu müssen. Bin ich jetzt ein waschechter Student?

Berg und Tal als Wanderziele

Mir ist in meinem ersten Semester aufgefallen, dass die Uni meist gar nicht so ist, wie sie in Serien oder Filmen dargestellt wird. Dass es nicht nur einen Campus gibt – außer natürlich als Onlineportal (RIP) – hat mich anfangs schon sehr verwirrt. Dieser ist in der Stadt verteilt. Bei den Begriffen „Berg“ und „Tal“ dachte ich mir zuerst, dass Tübinger Studierende sehr wanderbegeistert sind und konnte mir dies, in dieser schönen Umgebung, durchaus vorstellen. Um beim Thema Fortbewegung zu bleiben, ich habe nach diesem Semester (oder auch schon nach der ersten Woche) mehr Angst, von einem Fahrrad überfahren zu werden, als von einem Bus. Zwei Mal schon wäre ich schon fast draufgegangen, weil ich auf der Wilhelmstraße nicht ein sechstes Mal nach links und rechts geschaut habe, als ich den Fahrradweg überquerte. (Guter Tipp, der Leben retten könnte: Egal auf welcher Straßenseite man sich befindet, man sollte immer nach links UND rechts schauen, bevor man über die Straße läuft.)

Nur weil der Lernstoff aufgeschlagen wurde, heißt es noch lange nicht, dass gelernt wird.

Crashkurs Fachwechsel

Doch auch inhaltlich kam ich an meine Grenzen. Zu viel Stoff, unübersichtliche Handouts oder Dozierende, die diese viel zu spät hochluden. Eine fette Erkältung, wegen dieser ich eine Woche lang versäumten Seminarstoff nachholen musste – eher weniger erfolgreich. Und gerade dann ging eine Mail ein, die den Titel „Crashkurs Fachwechsel“ trug und plötzlich begann ich, mein ganzes Leben infrage zu stellen. Denn dem Thema Fachwechsel hatte ich bestimmt schon mindestens einen Gedanken geschenkt. Natürlich blieb es nur bei einem Gedanken und ich ermutigte mich selbst dazu, mein erstes Semester erfolgreich (so erfolgreich, wie ich es nun einmal kann) abzuschließen.

Man wird ja immer ein wenig nostalgisch, wenn man zurückschaut. Mein erstes Semester hatte nicht nur negative oder verwirrende Seiten. Ich habe Freunde gefunden und auch das selbstständige Leben, das ich davor so nicht kannte, hat definitiv etwas. Natürlich heißt dies auch, dass man seine Zeit und Aufgaben selbst organisieren muss und in diesem Punkt muss ich noch viel lernen – sage ich, während ich gerade Fertignudeln im Ofen habe und mit dem Schreiben dieses Artikels eindeutig prokrastiniere.

Fotos: Clara Solarek

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