Perspektivwechsel Im D.A.I.: Native American Photography

Seit dem 4. Dezember ist im Deutsch-Amerikanischen Institut (d.a.i.) die Fotoausstellung „Native American Photography“ von Cara Romero zu sehen. In einer Reihe von Bildern stellt die Fotografin die Vielseitigkeit der indigenen Kultur dar und beseitigt stereotypische Vorstellungen.

Cara Romero wuchs in der Chemehuevi Valley Indian Reservation in Kalifornien auf und studierte Fotografie, unter anderem am Institute of American Indian Art in Santa Fe und an der Oklahoma State University. Ihre Werke, die die indigene Kultur aus einer modernen Sichtweise darstellen, haben mittlerweile internationale Prominenz, erhielten bereits mehrere Auszeichnungen und werden in Amerika, England und Deutschland ausgestellt.

Visuelle Geschichtenerzählerin

Betrachtet man die Bilder Romeros, scheinen diese Geschichten zu erzählen. In einer Mischung aus Kunst und Dokumentation wird das Klischee des Indianers, welches in der Filmkultur oftmals dargestellt wird, aufgebrochen. Aus indigener Sicht wird eine neue Seite gezeigt, die nicht nur die selbstbewusste Identifikation der indianischen Lebensweise feiert, sondern auch gekonnt Kritik an einer verzerrten Repräsentation in der amerikanischen Mainstream-Kultur übt. Es werden traditionelle Motive verwendet, jedoch wird dem auch die Sicht der Moderne entgegengestellt. Neben schwarz-weiß Bildern kann man Nachahmungen berühmter Bilder sehen oder Popkulturreferenzen erkennen. Ein leitendes Motiv ist ebenfalls, wie sich das Bild der Native Americans in ihrer eigenen Kultur verändert hat.

Darstellung starker Frauen

Doch nicht nur hier macht Romero Halt. In einem männlich dominierten Berufsfeld der Fotographie bricht sie mit der Norm und stellt vor allem auch die innere Stärke und Schönheit von indigenen Frauen dar. Sie zeigt Frauen unterschiedlichster Stämme und fotografiert auch sich selbst mit ihrer Tochter. Auf provokante Weise hinterfragt sie das amerikanische Schönheitsideal stellt ihm ihr Verständnis von Schönheit entgegen.

Die Sichtweise, die in den Werken repräsentiert wird, ist wichtig, um die Vielseitigkeit der indigenen Kultur zu begreifen. Allein in den USA gibt es 560 anerkannte indigene Stämme und Völker, die sich deutlich voneinander unterscheiden, jedoch oft in ihrer Gesamtheit nicht betrachtet werden. Die Bilder strotzen vom Selbstbewusstsein einer Kultur, die oftmals außen vorgelassen wird. Noch dazu ist eine Vertrautheit in den Bildern zu erkennen, die beweist, dass es sich hier um keine fremdbestimmte Perspektive handelt. Die Erfahrung diese Perspektive zu erleben ist durchaus sehr bewegend und regt zum Nachdenken an. Es ist definitiv zu empfehlen, an diesem Erlebnis teilzuhaben. Die Bilder von Cara Romero werden im d.a.i noch bis zum 28. März ausgestellt.

Foto: Cara Romero

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