StuRa-Wahl – Was sagen die Hochschulgruppen zu aktuellen Themen?

Um euch einen Überblick über die Positionen der kandidierenden Hochschulgruppen zu aktuellen, wichtigen Themen zu geben, haben wir einen Fragenkatalog erstellt und mit der Bitte um Stellungnahme an die Gruppen geschickt. Ihre Antworten findet ihr hier:

Fachschaftenvollversammlung (FSVV)

  • Was sind eure konkreten Forderungen hinsichtlich eines Uni-Alltags nach Corona?

Wir freuen uns, dass dieses Semester endlich wieder fast alles in Präsenz stattfinden kann. Gleichzeitig sollten aber positiven Neuerungen wie asynchrone und hybride Lehre aus den letzten Semestern beibehalten werden!

Während der Pandemie wurden viele Fristen ausgesetzt und trotzdem steht die Uni noch. Wir fordern: Maximalfristen für Studierende abschaffen und stattdessen Studienberatung ausbauen!

Gleichzeitig müssen negative Folgen der Pandemie aufgefangen werden. Wir fordern: Mehr psychologische und soziale Beratung! Mehr finanzielle Unterstützung für Studierende! Mehr Wohnraum!

  • Wie steht ihr zur Umbenennung der Eberhard-Karls-Universität Tübingen?

Herzog Eberhard I. im Bart, der Gründer der Uni, trug durch seine Politik maßgeblich zum Antijudaismus und Antisemitismus ab dem 15. Jahrhundert bei. Herzog Karl Eugen betrieb Soldatenhandel für kolonialistische Kriege, um seinen absolutistischen Lebensstil zu finanzieren.

Wir fordern schon lange eine kritische Auseinandersetzung mit unserer Universitätsgeschichte. Die meisten an der Uni Tübingen wissen überhaupt nicht, dass Eberhard und Karl zwei Personen sind, geschweige denn, wer sie waren. Dabei waren beide höchst problematisch und sollten nicht weiter im Universitätsnamen geehrt werden. Für neue Namen sind wir offen, wobei „Universität Tübingen“ vermutlich die beste Lösung ist.

  • Nach welchen Kriterien sollte der StuRa eurer Meinung nach Gelder vergeben?

Wir setzen uns in erster Linie für eine Beteiligung der Fachschaften bei den Abstimmungen im Studierendenrat ein. Dafür geben wir die StuRa-Anträge an die Fachschaften weiter. Diese diskutieren, stimmen in ihren Sitzungen ab und geben ihre Meinungen anschließend zurück in die Fachschaftenvollversammlung. So, wie dort die Mehrheit der anwesenden Fachschaften abstimmt, stimmen wir im Studierendenrat. Durch die Beteiligung der Fachschaften greifen wir auf einen großen Pool an Erfahrungen und Meinungen zurück und haben gleichzeitig die Möglichkeit Veranstaltungen über die Fachschaften zu bewerben.

Doch Finanzen alleine machen nicht den StuRa aus: Unsere Aufgabe ist die politische Vertretung der Studierenden!

  • Was wollt ihr tun, um die Hochschulpolitik wieder populärer zu machen?

Ein großes Problem ist die fehlende Mitbestimmung an der Uni. In fast allen Gremien der Uni haben die Professor*innen eine Mehrheit und wir Studis nur wenige Plätze. Gleichzeitig funktioniert das Studium ja auch mehr oder weniger ohne Mitbestimmung und viele haben schlicht nicht die Zeit, um sich mehr in der Hochschulpolitik einzubringen. Wir versuchen über die Fachschaften möglichst viele Leute für Hochschulpolitik zu begeistern, auf Probleme an der Uni aufmerksam zu machen und sie zu verbessern. In den letzten Jahren haben wir die Öffentlichkeitsarbeit des Studierendenrats maßgeblich mit ausgebaut und wollen das auch in Zukunft weiter tun. Außerdem versuchen wir Strukturen und Prozesse an der Uni zu erklären und so den Einstieg in die Hochschulpolitik zu vereinfachen.

  • Welche weiteren Anliegen und Projekte sind euch wichtig?

Die kommenden beiden Semester ist einiges los: im Oktober hört Rektor Bernd Engler nach 16 Jahren Amtszeit auf und wir bekommen mit Karla Pollmann eine neue Rektorin. Außerdem bietet sich mit dem neuen Prorektorat erstmalig die Chance ein studentisches Prorektorat einzuführen. Beim Studierendenwerk braucht es günstigeres Mensaessen, einen Ausbau der psychotherapeutischen Beratung und mehr bezahlbaren Wohnraum. Wir machen uns stark für hybride Lehrangebote, die ein sicheres und selbstbestimmtes Lernen ermöglichen. Trotz all dieser Herausforderungen darf der Klimaschutz nicht in den Hintergrund gerückt werden: Die Uni muss nachhaltiger werden, Gebäude klimafreundlich saniert, Beschaffungen regional und klimaneutral gestaltet und Flüge vermieden werden.

Liberale Hochschulgruppe (LHG)

  • Was sind eure konkreten Forderungen hinsichtlich eines Uni-Alltags nach Corona?

Die Rückkehr zur Präsenzlehre war ein wichtiger und längst überfälliger Schritt – wir setzen uns dafür ein, dass diese für jeden Studenten erhalten bleibt. Insbesondere stellen wir uns dagegen, dass manche Veranstaltungen jetzt schon wieder aufgrund steigender Inzidenzen in digitale Formate umgewandelt werden. Trotzdem ist es uns nicht genug, wenn wir nur in die Prä-Covid-Ära zurückgehen. Wir wollen Veränderung!

Genauso selbstverständlich soll in Zukunft die Flexibilität des Studienalltags, die Bereitstellung von Aufzeichnungen oder ein hybrider Zugang zu deinen Vorlesungen sein. Dafür fordern wir auch die Verlängerung der Öffnungszeiten der Universitätsbibliothek. Insbesondere kritisieren wir, dass die Cafeteria-Öffnungszeiten während der Corona-Pandemie verkürzt wurden und man darum schon ab 17:30 Uhr in der Uni-Bib nichts mehr zum Essen bekommt. Darum fordern wir, dass die Öffnungszeiten wieder auf mindestens 20 Uhr verlängert werden.

  • Wie steht ihr zur Umbenennung der Eberhard-Karls-Universität Tübingen?

Wir sprechen uns zunächst ausdrücklich für eine kritische Auseinandersetzung mit den beiden historischen Persönlichkeiten Graf Eberhard im Bart und Herzog Karl Eugen aus. In unseren Augen handelt es sich bei der erstrebten Umbenennung allerdings um eine Symbolpolitik. Sie ändert nichts an dem historischen Umstand, dass der seit 1477 in Tübingen geschaffene wissenschaftliche Fortschritt eben auch wesentlich durch solche Persönlichkeiten bedingt wurde, die nach heutigen Wertmaßstäben ohne Zweifel untragbar wären.

Mit einer Umbenennung würde das Bewusstsein für unsere Geschichte, auch für ihre dunklen Seiten, verloren gehen, ohne dass es moralisch notwendig wäre. Ein Urteil nach heutigen Wertmaßstäben ist zwar moralisch möglich und auch notwendig, doch muss man die Frage nach einer Umbenennung vor allem aus einem historisch-ethischen Blickwinkel betrachten.

Außerdem sollte man die hohen Kosten, die eine Umbenennung mit sich bringen würde, nicht außer Acht lassen. Wir finden, dass man dein Geld besser einsetzen kann als für symbolpolitische Umbenennungen.

  • Nach welchen Kriterien sollte der StuRa eurer Meinung nach Gelder vergeben?

Bei dem Einsatz von deinen studentischen Geldern als Fördermittel richten sich unsere Entscheidungen nach verschiedenen Faktoren:

Zunächst einmal halten wir es für absolut notwendig, dass sich Gruppen, die gefördert werden wollen, zur freiheitlich demokratischen Grundordnung bekennen. Leider wurde dieser Faktor in der Vergangenheit nicht hinreichend berücksichtigt – der StuRa hat leider mehr als einmal der Antifa Geld zugespielt. Wir sagen dazu ganz klar: Keine studentischen Gelder für Extremisten!

Wir finden es wichtig, dass der StuRa politische Bildung finanziert – diese sollte jedoch im Großen und Ganzen ausgewogen sein. Die Finanzierung von Veranstaltungen wie FLINTAQ-DJ-Workshops sehen wir nicht im Aufgabenbereich des StuRas – insbesondere dann nicht, wenn sie nur für ausgewählte Studenten zugänglich sind. Für uns ist es wichtig, dass vom StuRa-geförderte Veranstaltungen jedem Studenten offenstehen.

  • Was wollt ihr tun, um die Hochschulpolitik wieder populärer zu machen?

Die bekümmernd niedrigere Wahlbeteiligung bei den Hochschulwahlen und die Tatsache, dass man schnell die wenigen Gesichter der immer selben Akteuren innerhalb des hochschulpolitischen Engagements kennt, zeigt, dass die Hochschulpolitik viel zu wenig Leute erreicht. Dies ist das Ergebnis einer Politik, die offensichtlich keine bzw. zu wenig positive Auswirkungen auf den Alltag der 28.000 Studenten hat, denen sie eigentlich dienen sollte.

Bei den momentanen linken Mehrheitsverhältnissen wird viel zu viel Energie dafür aufgewandt, sich auf moralische Überlegenheitsdemonstrationen zu konzentrieren, statt sich um echte studentische Belange zu kümmern. Um den StuRa wieder populärer zu machen, wollen wir erreichen, dass er sich endlich den wirklichen Nöten der Studenten widmet. Statt Vetternwirtschaft zu betreiben und immer die gleichen Gruppierungen zu finanzieren, wollen wir, dass der StuRa eine breite Palette an politischen Bildungsangeboten schafft.

  • Welche weiteren Anliegen und Projekte sind euch wichtig?

Mit unserem Selbstverständnis als Stimme des Liberalismus im universitären Raum, ist es Kern unserer Identität auf ein möglichst selbstbestimmtes Studium für euch hinzuwirken. Traditionell bekämpfen wir dafür unmittelbar von der Universität ausgehende Zwänge, so etwa die zunehmende Verschulung durch Anwesenheitspflichten.

Heute stellen sich die Bedrohungen unserer akademischen Freiheit allerdings zunehmend auch subtiler und mittelbarer dar. Sei es eine Verengung des Diskurses in den Geisteswissenschaften oder auch der durch Konformismus oder sogar Notendruck erzwungene Einzug von umstrittenen und ideologisch aufgeladenen Konzepten wie dem Gendern in das akademische Arbeiten. Ein besonderes Anliegen ist es uns damit, auch weiterhin eine starke Stimme gegen alle Zwänge zu sein, die euch als Individuen den Raum nehmen, sich im Studium bestmöglich zu entfalten.

Grüne Hochschulgruppe (GHG)

  • Was sind eure konkreten Forderungen hinsichtlich eines Uni-Alltags nach Corona?

Gegenüber den Lehrenden, die es sich immer noch zu einfach mit reiner Online-Lehre oder reiner Präsenzpflicht machen, fordern wir eine stärkere Rückbindung an die Interessen der Studierenden. Wir sehen, was plötzlich möglich war – Vorlesungsaufzeichnungen, keine Anwesenheitspflichten, Abkehr von Regelstudienzeit, digitaler Zugang zu Lerninhalten, kurz solidarische Lehre – und wie Professor*innen nun versuchen, das rückgängig zu machen.

Ansonsten braucht es selbstorganisierte Kulturangebote wie Clubhausfeste, Vorträge, Studium Generale und z.B. das Ract!festival, denn die Uni ist viel mehr als Module und Prüfungen.

  • Wie steht ihr zur Umbenennung der Eberhard-Karls-Universität Tübingen?

Die Grüne Hochschulgruppe unterstützt die Umbenennung der Universität, da die Würdigung antisemitischer Grafen sowie despotischer Herzoge keinen Platz an einer freien und kritischen Universität haben sollte. Eine differenzierte Auseinandersetzung der Universität mit ihren Namensträgern findet (anders als behauptet) bisweilen nicht statt. Die Senatskommission zur Namensänderung begrüßen wir daher und hoffen, dass die schon seit langem formulierte Studierendenforderung diesen Juli umgesetzt wird.

  • Nach welchen Kriterien sollte der StuRa eurer Meinung nach Gelder vergeben?

Das Landeshochschulgesetz und die Landeshaushaltsordnung machen ausreichend enge Korridore für Geldervergabe auf, außerdem haben wir eine Finanz- und Haushaltordnung, die von uns überarbeitet und vereinfacht wurde. Wir wollen, dass Entscheidungen über Geldvergabe möglichst auf breite Füße gestellt werden – z.B. über Studentische Vollversammlungen, Beschlüsse durch offene Arbeitskreise oder die Stimmen aus den Fachschaften. Die herbeifantasierten Ausschlüsse von “Extremismus”, bei dem schon Klimaaktivist*innen unter Generalverdacht stehen, lehnen wir ab. Jeder Antrag verdient eine faire Diskussion in der Breite der Studierendenschaft.

  • Was wollt ihr tun, um die Hochschulpolitik wieder populärer zu machen?

Unmündigkeit ist geblieben, trotz alledem, und was wir machen können, ist aufzuklären und zu versuchen, das Bewusstsein wachzurütteln. Die Wahlbeteiligung ist ja leider gering, aber auch ein Spiegelbild der begrenzten Möglichkeiten der Verfassten Studierendenschaft.

Wichtiger finden wir die sich zeigende Teilhabe in Arbeitskreisen, Vollversammlungen, Fachschaften, Gruppen und auch Protesten – auch weil unsere Exekutive, Mitarbeiter*innen und die Referent*innen beim Einstieg helfen. Allerdings machen wir uns auch keine Illusionen: Mit Bachelor-Master und Angst um den Lebenslauf im Rücken werden wenige den Ort, an dem sie sind, mitgestalten.

  • Welche weiteren Anliegen und Projekte sind euch wichtig?

Wie wäre es, wenn deine Universität ein Ort gelebter Ökologie, sozialer Gerechtigkeit, von Mitbestimmung, Queerfeminismus, Antifaschismus und Vielfältigkeit wäre? Diese Utopie wird von uns als zentrales Anliegen und Leitbild verstanden.

Projekte wie eine DIY-Fahrradwerkstatt auf dem Campus, der Erhalt der Cafete im Clubhaus, eine kostenlose Abgabe von Menstruationsprodukten, die Unterstützung des Kompetenzzentrum für Nachhaltige Entwicklung und des Studium Oecologicums sind für uns Schritte auf dem Weg dorthin.

Darüber hinaus hören wir nicht auf damit, uns für weitreichendere Forderungen stark zu machen: Die Reformation des BAföG-Systems, faire Löhne für studentische Beschäftigte, eine Ausfinanzierung der Uni ohne Drittmittel und den Umbau zu einer klimaneutralen Universität. Und das alles zusammen mit dir!

Sozialistisch-demokratischer Studierendenverband (solid.SDS)

  • Was sind eure konkreten Forderungen hinsichtlich eines Uni-Alltags nach Corona?

Der Alltag vor und nach der Pandemie wird geprägt sein von den gleichen Problemen an der Uni: Viele Menschen aus Haushalten ohne Elternteil mit akademischem Abschluss können nicht studieren und der Studienablauf ist geprägt von Leistungsdruck und Verwertbarkeit. Nebenbei ist inzwischen das 1.5°C Ziel quasi verfehlt und auch an den Mietpreisen hat sich nichts in die richtige Richtung getan. Eine Sache, die wir jedoch aus der Pandemie gelernt haben, ist dass das mit der Digitalisierung gar keine soo schlechte Idee ist.

Statt zum Alten zurückzukehren, fordern wir die Beibehaltung von hybriden Veranstaltungsmodellen, um nicht auf eine teure Wohnung in Tübingen oder pünktliche Öffis angewiesen zu sein. In Kombination mit einer Abschaffung der Regelstudienzeiten könnten auch Erwerbstätige ein Studium besser abschließen. Angesichts der aktuellen Infektionslage sollten wir uns außerdem noch etwas Zeit lassen, bis wir die Pandemie für beendet erklären.

  • Wie steht ihr zur Umbenennung der Eberhard-Karls-Universität Tübingen?

Wir fordern seit Jahren die Umbenennung der EKUT in Karola-und-Ernst-Bloch-Universität Tübingen, begrüßen aber diesen längst überfälligen Prozess in jedem Fall.

Was es jedoch zu kritisieren gilt, ist der Prozess, welcher eine breite Auseinandersetzung, aber vor allem auch eine demokratische Entscheidung aller Beteiligter ersetzt, durch einen Senatsbeschluss. Das finden wir schade und undemokratisch, denn Studis sind in der Zukunft genauso mit dem Namen verbunden, wie dies die im Senat als Mehrheit präsente Professor*innenschaft ist.

  • Nach welchen Kriterien sollte der StuRa eurer Meinung nach Gelder vergeben?

Der StuRa sollte Projekte fördern, die das Leben der Studierenden z.B. kulturell oder informativ bereichern. Dabei ist es wichtig, vor allem Anliegen zu fördern, die ohne die finanzielle Unterstützung nicht umsetzbar wären und die Zielsetzungen einer sozialen, geschlechter- und klimagerechten, friedlichen, gebildeten, sowie demokratischeren Welt fördern, oder zumindest nicht entgegenstehen.

Veranstaltungen, die sexistische, rassistische oder weitere Diskriminierungsmuster reproduzieren, sollten nicht gefördert werden.

  • Was wollt ihr tun, um die Hochschulpolitik wieder populärer zu machen?

In unserer Wahrnehmung ist die Hochschulpolitik leider nur in den Kreisen von Professor*innen populär, da diese in allen wichtigen Entscheidungsorganen die Mehrheit stellen. Studierende, Arbeitende, Doktorand*innen und wissenschaftliche Angestellte, stellen zusammen nur 0% des Rektorats, 18 % des Unirats und 31 % des Senates.

Der StuRa ist zwar schön und gut, aber in seinem Einfluss auf die Universität doch sehr abhängig vom Wohlwollen des Rektorats im jeweiligen Anliegen, so dass ihm oft in entscheidenden Fällen die Hände gebunden sind. Andere Institutionen, wie zum Beispiel das Studierendenwerk, sind ebenfalls nicht durch die Hochschulwahlen beeinflussbar.

Um Hochschulpolitik populärer zu machen, muss diese zuerst handlungsfähiger werden, daher fordern wir eine verbindliche Einbindung des StuRas und der Fachschaften als Vertretung der Studierendenschaft, bei Entscheidungen, die diese betreffen.

  • Welche weiteren Anliegen und Projekte sind euch wichtig?
  • Durchsetzung eines landesweiten Tarifvertrages für HiWis (TVStud).
  • Mehr und günstigeres veganes Essen in den Mensen (StuVegan).
  • Erweiterung und Bekanntmachung des Notlagenstipendiums des StuRa, um Studis in finanziellen Notlagen eine Perspektive für die Fortführung des Studiums zu bieten.
  • Fortführung des 9-Euro Tickets.

Jungsozialistische Hochschulgruppe (Juso-HSG)

  • Was sind eure konkreten Forderungen hinsichtlich eines Uni-Alltags nach Corona?

Hybride Veranstaltungen als Ergänzung zur Präsenz-Lehre haben durchaus Vorteile gehabt und sollten jetzt der Normalfall werden. Corona hat gezeigt, dass das möglich ist. Wir wollen diesen Fortschritt nicht wieder verlieren und ein flexibles Studium sollte für jede*n möglich sein!

Pandemie und Lockdown waren für viele Studis sehr belastend und der hohe Workload bringt viele Studis eh an ihre Grenzen – wir wollen daher mehr niederschwellige Beratungsangebote für Studis schaffen. Die Finanzierung bestehender Angebote muss verbessert werden. Außerdem ist es ein Skandal, wenn Studierende über Monate hinweg in existentieller Not leben müssen. Für zukünftige Krisen braucht es nicht nur gut geplante Hilfsprogramme, die Studis schnell und unbürokratisch finanziell auffangen. Allgemein zeigt sich mal wieder: Studieren ist ein Vollzeitjob, der endlich ausfinanziert sein muss!

  • Wie steht ihr zur Umbenennung der Eberhard-Karls-Universität Tübingen?

Wir befürworten die Umbenennung der Universität. Die Würde Namensgeber*in unserer Universität zu sein, sollte nicht irgendwelchen feudalen Antisemit*innen zufallen, sondern wenn überhaupt Persönlichkeiten zukommen, die sich um die Wissenschaft bzw. Gesellschaft verdient gemacht haben und von einer breiten Mehrheit der Universitätsangehörigen unterstützt werden. Wir setzen uns dafür ein die Geschichte der Herren Graf Eberhard im Bart und Karl Eugen kritisch aufzuarbeiten und zu diskutieren. Das haben wir auch in unserem, vom StuRa angenommenen Antrag gefordert. Die Menschen, die an der Uni studieren, lehren und arbeiten, sollen dann selbst über den Namen abstimmen.

  • Nach welchen Kriterien sollte der StuRa eurer Meinung nach Gelder vergeben?

Der StuRa soll weiterhin Projekte und Veranstaltungen fördern, die allen Studis zugutekommen: Die Förderung demokratischer Teilhabe, politischen Engagements und wissenschaftlicher Arbeit ist dabei zentral. Vielfalt und Toleranz müssen geteilte Grundwerte sein. Das heißt, wir sind offen für verschiedene Meinungen, solange sie nicht intolerant, sexistisch, verschwörungstheoretisch sind oder rechte Ideologien fördern. Bildung, Kultur und Spaß sollten im Vordergrund stehen.

  • Was wollt ihr tun, um die Hochschulpolitik wieder populärer zu machen?

Hochschulpolitik ist populär, denn Studierende werden jeden Tag von politischen Themen umgetrieben und unsere Generation ist politisch, wie schon lange keine mehr. Der Umgang mit Corona, Probleme bei der Wohnungssuche und die BAföG-Reform sind nur einige Beispiele. Bei der Popularität des StuRas sieht das hingegen ganz anders aus: Der StuRa hat ein Bekanntheits- und Einflussproblem, das angepackt werden muss. Nur wenn wir sichtbar sind, können wir uns Rechte erstreiten. Dafür setzen wir auf gute Öffentlichkeitsarbeit und eine Kampagne, für die auch Geld ausgegeben werden muss.

  • Welche weiteren Anliegen und Projekte sind euch wichtig?

Unsere Uni soll endlich im 21. Jahrhundert ankommen: Damit Studis zuverlässig arbeiten können braucht es Steckdosen an allen Arbeitsplätzen – auch unten in der Bibliothek und in allen Hörsälen. Lizenzen für alle notwendigen Programme müssen kostenfrei gemacht werden. Wir sind froh, dass kostenlose Menstruationsartikel an unserer Uni endlich auf dem Weg sind und wollen dieses Projekt zügig umgesetzt sehen.

Unabhängige Liste Fachschaft Jura (ULF)

Die Unabhängige Liste Fachschaft Jura hat noch keine Stellungnahme vorgelegt.

Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS)

Auf Anfrage wurde uns keine Stellungnahme zu den Fragen vorgelegt.

Beitragsbild: Johanna Grün

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