Wie-ganuary? Einen Monat vegan

Wir schreiben den 18. Januar und damit ist schon mehr als die Hälfte des Veganuary um. Da ich 2022 mit einer Herausforderung starten wollte, kam mir der Veganuary gerade recht: Einen Monat rein pflanzliche Ernährung. Heute schaue ich, woher dieser Trend eigentlich kommt und wie sich meine Erfahrungen bisher gestalten. Außerdem hat mir eine Tübinger „Vollzeit-Veganerin“ ihre Tipps und Tricks zum Vegan-Sein verraten.

Vegan im Januar – wie kam es eigentlich dazu?

Egal wo man auch hinschaut – gerade wird  noch mehr mit veganen Produkten geworben. Der Veganuary-Trend erscheint dieses Jahr noch präsenter als in den letzten. Doch woher kommt die Idee, sich im Januar der pflanzlichen Ernährung zu verschreiben? Veganuary ist eine internationale Organisation, die Menschen weltweit dazu ermutigt, im Januar (sowie den Rest des Jahres) eine vegane Ernährung auszuprobieren. Gegründet wurde die Organisation bereits 2014 von Matthew Glover und Jane Land. Seither hat sie viele Unterstützer*innen um sich herum versammelt, darunter auch Persönlichkeiten wie Alec Baldwin und Joaquin Phoenix, und starten jährlich die Veganuary-Kampagne. Und das erfolgreich!

Letztes Jahr haben sich 582.000 Menschen offiziell über die Organisation für den Veganuary registriert. Dass die Teilnahme auch ohne offizielle Registrierung möglich ist, ist selbstverständlich (ich habe mich beispielsweise nicht registriert, weil ich überhaupt nicht wusste, dass das geht). Von euch, unseren treuen Leser*innen, geben 84% an zu wissen, worum es beim Veganuary geht; 25% von euch machen sogar mit. Die Gründe für die Teilnahme sind dabei ganz unterschiedlich. Tierwohl ist mit 46% der am häufigsten genannte (laut den Statistiken von Veganuary), Gesundheit und Umwelt sind weitere Gründe.
Für mich war es vor allem die mit dem Veganuary einhergehende Herausforderung. Außerdem bin ich gespannt, ob sich die pflanzliche Ernährung am Ende des Monats körperlich bemerkbar macht. Werde ich mich fitter fühlen? Reinere Haut bekommen? Ich bin gespannt.

Werbeplakat des Veganuarys

Vegan und ich – meine Erfahrungen

Für mich, als bekennende Käse-Liebhaberin, stellt der Veganuary eine wahre Challenge dar! Zwar bin ich seit Jahren Vegetarierin, doch komplett auf tierische Produkte zu verzichten ist schon nochmal was anderes. Um nicht ganz allein zu sein, habe ich zunächst versucht meine werten Mitbewohner davon zu überzeugen mitzumachen. Ohne großen Erfolg: Nach einem Tag haben diese aufgegeben und sich einen Burger – mit Fleisch – geholt. Und auch meine beste Freundin hat aufgrund des Klausurenstress festgestellt, dass eine Ernährungsumstellung zum jetzigen Zeitpunkt eher ungünstig ist und das Ganze auf später verschoben. So versuche ich mich nun alleine gegen Kommentare wie „Na, möchtest du nicht auch ein bisschen Parmesan?“ und „Pass bloß auf, dass dir kein grüner Heiligenschein wächst!“ durchzusetzen. Zumindest das klappt ganz gut. Und zugegebenermaßen gestaltet sich auch das vegane Ernähren weniger kompliziert als ich ursprünglich annahm. Mittlerweile bin ich zum Beispiel richtig gut im Curry kochen.

Was mir allerdings schwerfällt, ist das Planen von Mahlzeiten und das Einkaufen. Ich hänge so sehr in meiner Einkaufsroutine fest, dass die plötzliche Umstellung meinen sonst so strukturierten Spaziergang durch den Rewe um die Ecke ganz schön durcheinanderbringt. Jedes zweite Produkt drehe ich um, um die Zutatenliste zu checken. Der größte Feind: Milchpulver und Eiweiß! Mal ganz davon abgesehen, habe ich noch nicht den Trick raus, wie sich vegan und günstig miteinander kombinieren lassen.

So lange ich bei mir bin, ist das Vegan-Sein wie gesagt wenig kompliziert. Doch letzten Freitag zum Beispiel hatte mein Cousin Geburtstag. Natürlich gab es Kuchen, da konnte ich einfach nicht widerstehen! Der erste Minuspunkt auf meiner Veganuary-Liste. Klar, ich hätte auch einfach nur beim Sekt (ist der eigentlich vegan?!) und Kaffee (schwarz, weil es sonst nur Kuhmilch gab) bleiben können. Aber wer verzichtet schon gerne auf Kuchen? Ich jedenfalls nicht.

Mir stellt sich die Frage: Wie gehen „Vollzeit-Veganer*innen“ mit diesen alltäglichen Herausforderungen um? Und gibt es Tricks, wie ich in Tübingen das Beste aus meinem veganen Selbstexperiment ziehen kann? Ich habe nachgefragt bei Marie, die sich seit knapp drei Jahren konsequent vegan ernährt.

offizielles Logo von Veganuary

Vegan in Tübingen -Tipps und Tricks

1. Planen und Kochen

Das Vegan-Sein fällt Marie mittlerweile nicht mehr allzu schwer, mit ein wenig Spontanität und Experimentierfreude kommt sie in der Küche schon recht weit. „Worauf ich aber achte ist, dass ich immer so einkaufe, dass ich Basics wie die verschiedensten Gemüsesorten, Tofu etc. da habe. Aufwendig finde ich das vegane Kochen wirklich nicht, nur wenn ich mal bei meinen Eltern bin und wir zusammen backen wollen, wird es gerne mal etwas stressig, aber auch da hat ein gutes veganes Backbuch schnell geholfen“.

2. Vegan einkaufen in Tübingen

„Ich persönlich esse nicht wirklich sehr viele der typischen Ersatzprodukte und da der Rewe bei mir direkt um die Ecke ist, gehe ich gerne dort einkaufen. Ich finde auch, dass man Dinge wie Tofu, Hafermilch, veganen Aufstrich etc. inzwischen in fast jedem Supermarkt leicht findet. Aber zum Beispiel vor Weihnachten war ich etwas unterwegs, da es hier in Tübingen im “Talea goes Vegan” beispielsweise sehr coole Käsealternativen gibt und Schoki, zum Edeka bin ich gegangen um vegane Fleischwurst zu kaufen, oh und beim Aldi gibt’s super leckeres veganes Eis!“

3. Essen in Tübingen

„In Tübingen gehe ich – wie viele – am liebsten in die “Kichererbse” und wenn ich etwas mehr Zeit habe, macht das “San Bao” bei der Neckerbrücke auch super leckeres asiatisches Essen! Was Kaffee betrifft trinke ich den gerne zusammen mit einer Zimtschnecke im “Willis” und für Kuchen geht’s ab ins “Vegi“.
Als kleiner Tipp: Wenn einmal ein Restaurant nichts spezifisch Veganes auf der Karte hat, kann man eigentlich immer nett fragen und meistens findet man dann zusammen etwas wie Kartoffeln mit Gemüse oder so.“

4. Einladungen annehmen

„Wenn man zum Essen eingeladen wird, fand ich es anfangs hilfreich, einfach ehrlich mit dem Thema umzugehen und zu sagen ‚Hey, ich ernähre mich jetzt ohne tierische Produkte, vielleicht finden wir etwas, wo ich auch etwas leckeres essen kann‘. Grundsätzlich ist es aber grade hier in Tübingen recht einfach auch eine vegane Alternative zu finden (die nicht nur Pommes sind…).

5. Vegane Inspirationen

„Was Rezepte angeht, mag ich vor allem Zucker&Jagdwurst. Gerade bei den Backrezepten oder Ideen für Weihnachten ist der Blog super hilfreich. Meine Mitbewohnerin liebt für asiatische Gerichte auch den Instagram Kanal von mangiare.collective. Und vielleicht ein etwas komischer Tipp: Man kann bei den meisten Supermarktketten auf der Webseite auch einige gute vegane Rezepte finden. Ich schau zum Beispiel gerne bei Rewe rein.

Extra Tipp: Es gibt einen „Vegan Guide Tübingen“ den Marie anfangs super fand! „Darüber habe ich zum Beispiel das Café “Hirsch” gefunden in dem man auch richtig vegan brunchen kann. Ich kann nur empfehlen dort mal reinzuschauen“. 

Fotos: Veganuary 

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