Hol das Fahrrad aus dem Keller: Los zum verwunschenen Märchensee in Wurmlingen

Wandern in und um Tübingen herum? Ist leichter als gedacht. Rauschende Wasserfälle, steile Albtraufpfade, rohe Natur im Jahreszeitenwechsel, frische Luft in den Lungen und Sonne im Gesicht sind perfekte Stresslöser. Mit bunten Wandertouren holt unsere Redakteurin euch aus euren dunklen Zoomhöhlen heraus. Schnappt euch eure Wanderschuhe und los geht’s!

Der Herbst verliert so langsam, aber sicher sein farbiges Gewand. Dennoch gibt es den ein oder anderen Tag mit gutem Wetter. Was gibt es Spannenderes, als einen Märchensee zu besuchen?

Über Stock und Stein

Zur Abwechslung starteten wir mit dem Fahrrad vom Hauptbahnhof Tübingen aus. Durch den Park am See vorbei, Richtung Paul Horn-Arena und Freibad. Wir hielten uns immer entlang des Neckars auf den ebenen Fahrradwegen. Schließlich am Freibad vorbei ging es hinaus aus Tübingen. Wir fuhren immer weiter geradeaus über die Felder, bis wir an eine Straße kamen und dort dem Weg parallel zur Straße nach Hirschau folgten.

Wasser immer nebenan: Anlagensee und Neckar.

Abstecher zum Hirschauer See gefällig?

Am Eingang von Hirschau kamen wir an einer hübschen kleinen Kirche mit Friedhof vorbei. In Hirschau folgten wir durchs Wohngebiet weiterhin geradeaus der Straße.

Als Alternative kann man auch hier schon einen Abstecher – die Hauptstraße überquerend und geradeaus durchfahrend zum Hirschauer See – machen. Aber Vorsicht: Nichts für schwache Gemüter – Die Fkkler sind auch im Winter noch fleißig am Baden.

Hirschauer See.

Kurz zur Wurmlinger Kapelle hoch?

Im Wohngebiet folgten wir den Fahrradwegschildern nach Wurmlingen. Zwischen Hirschau und Wurmlingen erstreckten sich strahlend gelbe Felder, welche nur so für Fotos einluden. Auch die Wurmlinger Kapelle konnten wir von hier aus gut sehen.

Fields of Gold.

Alternativ kann man natürlich auch noch einen Abstecher zur Wurmlinger Kapelle machen, wobei das letzte Stück mit dem Fahrrad nochmal ordentlich zur Oberschenkelmuskulatur beiträgt.

Ansonsten fuhren wir von Wurmlingen, der vorherigen Richtung folgend nach Wendelsheim hindurch. In Wendelsheim war am Ende der Steinbruchstraße ein Wanderparkplatz, an dem wir unsere Fahrräder abschlossen.

Die Wanderkarte.

Pause mit Aussicht

Am Wanderparkplatz konnten wir unsere Strecke mit der dortigen Karte vom Waldstück gut planen. Wir folgten dem rechten anfangs asphaltierten, mit einer Schranke versehenen Weg hinein in den Wald. Im Wald folgten wir dem Weg an den ersten eindrucksvollen Steinwänden vorbei hoch zum Aufsichtspunkt. Dort machten wir eine kurze Pause und genossen den Ausblick über Wendelsheim und weit darüber hinaus.

Der Märchensee

Von dort waren es nur noch, dem linken Pfad folgend, wenige Meter zum See. Ab spätestens hier ist das Fahrradfahren verboten, da die Wege am See entlang teils sehr schmal sind. Gerade in Corona-Zeiten würde ich daher spätestens beim Aussichtspunkt mein Fahrrad zurücklassen.

Wir folgten dem Pfad und vor uns öffnete sich der Wald zur Seelichtung hin. Moosbewachsene Felswände, hohe Tannen und ein ganz besonderer See. Je nach Jahreszeit ist die gesamte Wasseroberfläche des Sees durch kleine Wasserlinsen in ein intensives Grün getaucht. Zu diesen Zeiten könnte der See schon dem Märchenbuch entsprungen sein. Aber auch jetzt im Herbst und Winter, wenn der See nicht knallgrün ist, lohnt sich ein Besuch. Mit den hohen Bäumen und den schroffen Felswänden ist der Ort sicher einen Besuch wert.

Andere Faszination je nach Jahreszeit.

Quakkonzert

Als nächstes folgten wir dem Weg rechts am See vorbei, hinter welchem ein Weg neben hohen Felswänden zum Vorschein kam. Sehr helle Felswände begleiteten uns zu unserer Linken auf dem weiteren Weg, bis wir an Froschteichen rauskamen. Hier leben seltene Krötenarten: Wenn ihr Glück habt, könnt ihr eine hören oder auch sehen. Manchmal soll es richtige Quakkonzerte geben.

Der Weg führt von hier an zurück im Kreis zum Aussichtspunkt. Von dort begaben wir uns aufgrund der sich einschleichenden Dunkelheit zügig zurück zum Parkplatz. Dort schwangen wir uns in die Sattel und auf ging es zurück nach Tübingen.

Randinfos

Die Fahrradfahrt zum Wanderparkplatz (1 Strecke) betrug 10.8 km. Wir brauchten 40 Minuten dafür und es ging 130 Höhenmeter hinauf und 40 herunter. Zurück war es noch einmal dasselbe, nur diesmal mehr bergab.

Startpunkt: Hauptbahnhof Tübingen
Ziel: Wanderparkplatz Wendelsheim

Die Wanderung findet ihr dort auf dem Schild.

Am Wochenende sind dort schon die ein oder anderen Menschen, aber es ist selten überfüllt. Wer lieber alleine sein möchte, sollte es früh oder spät unter der Woche versuchen.

Für die gesamte Tour würde ich mindestens 80 Minuten für das Fahrradfahren und 30 Minuten für das Wandern einrechnen. Aber man kann natürlich auch einen ganz gemütlichen Ausflug machen, sich Zeit lassen und die Highlights genießen.

Hier könnt ihr meine Route finden. Viel Spaß damit!

Fotos: Tara Ulrich

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