Pack die Wanderschuhe ein: Drei Tage in den Vogesen

Die aktuellen Semesterferien sind ohne Zweifel anders als sonst – genau so wie es auch das digitale Sommersemester war. Ihr habt aber keine Lust auf Urlaub mit Maske und Balkonien ist euch zu langweilig? Kein Grund, Trübsal zu blasen! Unsere Redakteurin hat tolle Wanderrouten für euch zusammengestellt, die ihr bei strahlendem Sonnenschein genießen könnt, ohne weite Strecken auf euch zu nehmen. Schnappt euch eure Liebsten und die Wanderschuhe und los geht’s!

Kurzfristig entschlossen zwei Freundinnen und ich uns zu einem kurzen Trip in die Berge. Aufgrund der Wetterfront wählten wir die Vogesen. Die Vogesen sind ein ostfranzösisches Mittelgebirge im Elsass. Von Tübingen aus sind es 3,5 Stunden Fahrt, ungefähr 300 Kilometer Strecke. Unser erster Stopp war der Campingplatz Les Jonquilles am Lac de Longemer in der Nähe des kleines Dorfes Xonrupt-Longemer. Die Rezeption musste man mit Maske betreten. So auch die Toiletten, aber ansonsten konnte man sich frei auf dem Campingplatz bewegen. Auf dem Campingplatz hat man die freie Wahl zwischen Wohnmobil, Auto mit Matratze oder einem Zelt. Die Campingplätze liegen alle direkt am See, sodass jederzeit ein fantastischer Ausblick geboten ist und man auch angenehm die Beine ins kühle Nass baumeln lassen kann.

Leider regnete es ziemlich stark am ersten Tag, sodass wir nur eine kleine Warmmachrunde gegen Abend um den See liefen. Wir waren gemütlich ungefähr eine Stunde für fünf Kilometer unterwegs.

Die Col de la Schlucht

Am nächsten Tag starteten wir dann erst so richtig durch. Unser Hauptziel war die Col de la Schlucht. Ein Wanderweg – ihr werdet es nicht glauben – der durch eine Schlucht führt. Ich hatte mich davor im Internet informiert und eine Bandbreite von „einem der gefährlichsten Wege Frankreichs“ bis zu „war nicht sehr schwierig“ erhalten. Daher war ich schon sehr gespannt, was mich erwarten würde. Wir liefen vom Campingplatz aus hoch in die Berge los. Teilweise mit steilen Stücken und schwerer Atmung ging es bergauf.

Schöne Wegpunkte waren ein rauschender Wasserfall und ein weiterer kleiner See.

Oben angekommen durchquerten wir die Schlucht und liefen weiter auf dem gleichen Weg bis zu den Krappenfelsen und schließlich zuletzt noch ein Stück hoch auf den drittgrößten Berg der Vogesen: Die Hohneck (1363m).

In der Schlucht war festes Schuhwerk definitiv die richtige Wahl. Es war noch etwas feucht vom Vortag und daher etwas matschig und rutschig an einigen Stellen. Zudem durchquerten wir zweimal Geröllfelder voller Felsen. Im Allgemeinen ist der Weg jedoch gut ausgebaut und gut zu bewältigen. Wer aber Höhenangst hat, sollte sich zuvor nochmal Bilder anschauen und sich dementsprechend entscheiden.

Von der Hohneck ging es schließlich die ganzen Höhenmeter bergab, bis wir wieder am See ankamen. Auf dem Weg sahen wir von oben den See immer näher und größer werden. Wir kamen an mehreren Eseln vorbei und auch hier führte ein schöner Weg bergab. Zu allerletzt freuten wir uns richtig auf die Spaghetti zum Abendessen und legten einen kurzen Schlusssprint ein.

Dieser Wanderweg lohnt sich auf jeden Fall! Es bieten sich wunderschöne Aussichten und nicht langweilig werdende Wege. Unser Weg betrug 26,3 Kilometer und hatte eine Laufzeit von 6:12 Stunden ohne Pausen. An Höhenmetern hat es nicht gefehlt, sodass es jeweils 1020 m hoch und wieder herunter ging.

Wer eine kurze Wanderung bevorzugt, kann direkt vor der Col de la Schlucht parken und von dort aus den nur drei Kilometer langen Weg erkunden oder beliebig die Tour verlängern.

Die Drei-Seen-Wanderung

Am nächsten Tag fuhren wir ein Stück zum Parkplatz am Lac Blanc. An diesem Tag stand „Die Drei-Seen-Wanderung“ an. Vom Lac Blanc startet man mit einigen Höhenmetern hoch auf einzigartige Aussichtspunkte über den See. Der Weg ist sehr steinig, daher ist festes Schuhwerk zu empfehlen. Oben angekommen haben wir erst einmal atemberaubende Bilder über dem See gemacht.

Atemberaubende Aussicht auf den Lac Blanc.


Vom Lac Blanc aus folgten wir den Schildern zum Observatoire Belmont. Oben auf dem Felsen haben wir herrlich unser Mittagessen mit Aussicht genossen. Weiter ging es auf deutlich leichterem Weg zum Lac Noir. Der Lac Blanc und Lac Noir bilden zusammen ein Pumpspeicherkraftwerk. Von dort an ging es weiter zum Lac de Truites, wo man in einer kleinen Hütte selbstgemachten Käse kaufen und einkehren kann.

Nach einer kleinen Pause mit Käsekaufen sind wir dann von dem Lac de Truites hoch auf den Vogesen Hauptkamm, von dem man wieder eine spektakuläre Rundumsicht hatte. War man einmal oben angekommen, wurde der Weg eben und war gut zu bewältigen. Hier lief man den Großteil der Strecke zurück, bis es wieder hinunter zum Lac Blanc ging.

Dieser Weg ist eher leicht zu laufen. Er hat 12,1 km und eine Laufzeit von circa 2:57 Stunden. An Höhenmetern waren es jeweils hoch und runter 590m.

Die Drei-Seen-Wanderung.


Diese Route war vor allem deswegen besonders, weil man die Natur in der Stille genießen konnte.

Leider ging es hiernach schon wieder auf den Weg nach Hause. Wer gerne etwas abseits der großen Touri-Gruppen wandert, ist in den Vogesen gut aufgehoben. Das Gebirge bietet sich für Wochenendausflüge, aber auch längere Aufenthalte an. Bei warmen Temperaturen kann man nach der Wanderung zur Abkühlung in einen der vielen Seen springen!

Hier noch einen Link zum Nachwandern:
https://www.bergwelten.com/t/w/36795

Fotos: Tara Ulrich

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