Online schwitzen: Uni-Sport mal anders

Jedes Semester laufen, stretchen, boxen, tanzen und schwitzen die Tübinger Studis bei den Angeboten des Hochschulsports. Wieso sollte es in diesem Semester anders sein? Hochschulsport live und zuhause. Vor allem in den letzten Wochen war jeder froh, sich doch etwas bewegen zu können und ein bisschen Abwechslung in seinen neuen Corona-Alltag zu bringen. Da kam die Idee, den Hochschulsport einfach online anzubieten, gerade richtig. Unsere Redakteurin hat motiviert teilgenommen und zieht aus ihren Erfahrungen folgendes Urteil.

Das Sportprogramm kann starten

An fünf Tagen in der Woche, von Montag bis Freitag, bieten Trainer*innen ab 17 Uhr verschiedene Live-Kurse an. Von Pilates zu Aerobic, von Ballett zu Gettoworkout, über Zumba hin zum klassischen Bauch-Beine-Po-Workout: Für jeden ist etwas Passendes dabei. Das Angebot ist für Studierende außerdem kostenlos – sehr studierendenfreundlich.

„Online-Sport online? Finde ich super! Jetzt starte ich richtig durch!“, dachte ich zumindest. Schon am Montag musste Yoga für mich allerdings ausfallen, denn mein Online-Seminar hatte zu der Zeit leider noch nicht geendet. Mit neuer Motivation nahm ich Dienstag also am Bauch-Beine-Po-Kurs teil – der Muskelkater am nächsten Tag war vorprogrammiert. An den restlichen Tagen der Woche probierte ich einmal dies, einmal das, einmal nichts… man braucht ja auch Pausen.

Alle Sportanlagen sind gesperrt – wie gut, dass es den Online-HSP gibt!

Top oder Flop?

Nach einigen Wochen, in welchen ich das Online-Angebot ausprobiert habe, sind mir schon einige Vorteile aufgefallen: Sehr vorteilhaft ist es, dass man sich nicht wirklich aufraffen muss, um das Haus zu verlassen. Schnell fünf Minuten vorher umziehen und schon kann es losgehen. Das spart auf jeden Fall Zeit. Zum Glück muss die Alltagsmaske nicht getragen werden und jeder kann die Übungen in seinem Tempo machen, ohne sich schlecht zu fühlen. Die Dusche danach ist gleich nebenan, was wirklich sehr angenehm bei schweißtreibenden Kursen wie HIIT (High Intensity Intervall Training) oder Gettoworkouts ist.

Schnell merke ich aber, dass Sport zuhause auch seine Nachteile hat: Besonders bei den Tanzkursen reicht der Platz im Zimmer hin und wieder nicht ganz aus. Ebenso muss auf eine stabile Internetverbindung verlass sein, sonst seid ihr gefährdet, eine Übung endlos zu wiederholen – oder ihr macht, wie ich, einfach öfter ungeplante Pausen.
Vorzüge, die beim Offline-Sport gegeben sind, wie das Trainieren und das gegenseitige Motivieren in der Gruppe, fällt hier natürlich auch weg. Hauptsächlich ist dies ja aber den Vorsichtsmaßnahmen der Regierung zuzuschreiben und nicht dem Konzept des Online-Sports selbst.

Die Termine sind fest eingetragen!

Alles kann, nichts muss

Das reale Angebot soll wiederkommen, sobald es die Lockerungen zulassen. Zusätzlich dazu überlegen die Verantwortlichen, die Online-Kurse fortzuführen. Das liegt wohl an der guten Resonanz, die zeigt, dass die Idee vom Hochschulsport in der Onlineversion generell gefragt ist. Mit Hilfe eines Fragebogens, welchen die angemeldeten Teilnehmer*innen des Online-Angebots ausfüllen können, werden Konzepte und Ideen für das nächste Online-Angebot erarbeitet.

Meiner Meinung nach sollte jeder das Angebot mal ausprobieren. Durch die kostenfreie Anmeldung und Nutzungsmöglichkeit gibt es ein vielseitigeres Angebot. Man muss sich nicht für einen Kurs entscheiden. Vor allem für diejenigen, die erst einmal ausprobieren möchten, ob Kurse wie zum Beispiel Yoga einem überhaupt Spaß machen, ist das Angebot perfekt. Außerdem ist es super flexibel. Als Student*in kennt man ja diese Abgaben, die ganz plötzlich auf morgen datiert sind. Das schlechte Gewissen, die Sportstunde aufgrund dessen ausfallen zu lassen, ist dann nicht so groß. Denn ohne die ‚reale Gruppe‘, die auf einen wartet oder die weiß, dass man fehlt, ist es ziemlich ungebunden.

Auf der Website gibt es außerdem die Möglichkeit, sich freiwillig finanziell zu beteiligen. Es wird darauf aufmerksam gemacht, dass Spenden gerne gesehen sind, um die finanziellen Ausfälle in irgendeiner Weise aufzufangen.

Mein persönliches Fazit: Ich würde mich jederzeit immer wieder anmelden und das Angebot in Anspruch nehmen – auch eine kleine, studierendenfreundliche Spende wäre es mir wert. Generell gilt beim Online-Hochschulsport: Alles kann, nichts muss.

Hier geht es direkt zum Onlineangebot – Viel Spaß beim Schwitzen!

Fotos: Lea Tautz

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