Die Kupferblau Schmöker-Ecke: Comedy

Manchmal kann eine Pandemie alles verändern. Bars und Kneipen sind plötzlich geschlossen, Konzerte und Partys wurden abgesagt – da bleibt nicht mehr viel an kultureller Inspiration übrig. Oder doch? In unserer neuen Artikelreihe „die Kupferblau-Schmöker-Ecke“ stellen wir euch thematisch abgestimmte Empfehlungen für Bücher, Podcasts und Serien zusammen. Von aktuellen Sachthemen, über True-Crime, bis hin zum interstellaren SciFi-Abenteuer – hier ist für alle etwas dabei.  Zum Schmökern bieten wir euch heute Lustiges zum Thema Comedy an.

Buch der Woche: “Mieses Karma” 

In Kim Lange’s Leben läuft alles nach Plan. Als berühmte Moderatorin gewinnt sie den deutschen Fernsehpreis. Blöd nur, dass sie noch am selben Tag von einem Waschbecken einer russischen Raumstation erschlagen wird.

Kurz darauf erwacht sie wieder, im Garten ihrer Familie. Das einzige Problem, sie ist eine Ameise! Ihr wird eröffnet, dass sie zu viel schlechtes Karma in ihrem Menschenleben gesammelt hat. Doch nicht mit Kim! Statt sich mit ihrem Schicksal abzufinden versucht sie, so schnell wie möglich durch das Sammeln von gutem Karma, die Reinkarnationsleiter aufzusteigen. Nicht für sich selbst, sondern um die Neue aus dem Leben ihres Mannes zu vertreiben. In verschiedenen Gestalten stürzt sie sich in den Kampf.

Mit viel Witz, Humor und verrückten Ideen kann man das Buch nur schwer wieder aus der Hand legen. David Safier weiß wie man die Leser auf seine Seite zieht, sodass man von Anfang an, mit der Kämpfernatur und der Schlagfertigkeit der Protagonistin sympathisiert.

Serie der Woche: “Brooklyn 99”

Wer sich nach einem langen Uni-Tag entspannen möchte, sein Hirn aber nicht komplett ausschalten will, für den ist die Serie Brooklyn 99 genau das richtige.

Brooklyn 99 ist eine US-amerikanische Sitcom, die ähnlich wie „How I met your mother“ oder „Friends“ einfach gute Laune macht. Im Mittelpunkt des Geschehens steht eine Gruppe von „Detectives“, welche in einem fiktiven Polizeirevier in New York arbeiten. Die, mittlerweile in der siebten Staffel erscheinende Serie, ist jedoch nicht nur für einen guten Lacher gut, sondern behandelt sehr moderne Themen von Diskriminierung am Arbeitsplatz bis zur Polizeibrutalität gegen People of Colour.

Zudem ist das Figurenensemble charakterlich und kulturell äußerst vielseitig, das zusammen ein eindrucksvolles Team bildet und sich im Laufe der Geschichte weiterentwickelt. Von dem etwas albernen Detektiv Jake Peralta, der enorme Vaterkomplexe hat, bis hin zu der ordnungsliebenden Amy Santiago oder dem emotionslosen Captain Holt, wird jede mögliche Persönlichkeit dargestellt. Die dadurch entstehende einzigartige Figurendynamik braucht dabei keine gezwungenen Stereotypen um witzig zu sein.

Die Serie selbst wurde von Michael Schur und Dan Goor produziert, die auch schon für die äußerst humorvolle Serie „Parks and Recreation“ zuständig waren. Ähnlich wie bei „Parks and Recreation“ bietet auch „Brookyln 99“ ein großes Angebot an Witzen, „punch lines“ und „running gags“ und dem ein oder anderen spannenden Fall. Dazu sind die einzelnen Episoden nicht lose Stränge in einer Handlung, sondern bauen aufeinander auf, ohne dabei vorhersehbar oder langweilig zu werden. Das und vieles mehr machen die Serie ungemein vielschichtig, was über die Eindimensionalität manch anderer Sitcoms hinaus geht und aufgrund dessen empfehlenswert ist!

Link Trailer Season 1.

Podcast der Woche: „2 Dope Queens“

„2 Dope Queens“ das sind Phoebe Robinson und Jessica Williams mit ihrer live Stand-up Show, die gleichzeitig ein Podcast ist. Oder besser gesagt war, denn 2019 nahmen sie zum letzten Mal auf. Ein Interview mit Michelle Obama. Normalerweise laden die beiden Comedy-Queens mehrere Stand-Up Komiker*innen ein und erzählen zwischendurch aus ihrem Leben.

Ob Beziehungstipps mit Tig Notaro, die Lebenslehren aus Harry Potter oder skurrile Alltagssituationen. Die Themen sind bunt gemischt. Ob amerikanischer Provinzialismus, die sexuelle Offenbarung, die New York für einen naiven homosexuellen jungen Mann vom Land bereithält oder Kindererziehung. Die Geschichten sind so vielfältig wie die Gäste und so ist für jeden etwas dabei. Kurzweilig, unterhaltsam und politisch hellwach.

Ein Topthema ist die immer wiederkehrende Frage: „May I touch your hair?“ Fuck. No.“  Von zwei schwarzen New Yorkerinnen moderiert, ist der Podcast eine afro-amerikanische Stimme, die mitunter überhört wird. Ein schwarzer Schutzraum, nicht exklusiv, alle sind eingeladen – aber ein Ort, wo nichts erklärt wird. Angesprochen werden alle, die in Sachen Rassismus keine Nachhilfe mehr brauchen, weil sie entweder selbst davon betroffen sind oder sich selbst aufgeklärt haben.

Warum sollte man „2 Dope Queens“ hören? Weil es „empowert“. Weil die beiden Komikerinnen zwei selbstbewusste, lustige und unterhaltsame Frauen sind, denen man Stunden lang zuhören kann.

Hier geht’s zum Podcast.

Text: Buchempfehlung von Tara Ulrich, Serienempfehlung von Anna-Karina Ulbert, Podcastempfehlung von Ineke Schlüter

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