Kein Quäntchen Glück

Im dritten Heimspiel der Saison empfingen die Walter Tigers den Tabellenführer EWE Baskets aus Oldenburg. Nachdem die Tigers auswärts gegen München nur knapp verloren hatten, waren Hoffnung und Ehrgeiz an diesem Samstag groß. Um sich wieder in die Tabellenmitte zu katapultieren, war ein Heimsieg unerlässlich. Doch wie sich im Spielverlauf rasch abzeichnete, erfuhren die Raubkatzen an diesem Tag leider die Schattenseiten des Basketball-Dschungels.

 Die Tübinger Starting Five mit McGhee, Green, Stewart, Jordan und Washburn lieferte einen gelungenen Start in das Spiel. Den vielversprechenden Vorsprung nach den ersten Minuten holten die Oldenburger allerdings schnell auf. Danach folgte ein Punkte Kopf-an-Kopf-Rennen – es rieselten 2- und 3-Punkte-Würfe auf beiden Spielfeldhälften. Vor allem Team-Kapitän Jared Jordan trug mit gekonnten Rebounds und Assists dazu bei, dass die Punkte-Waage nicht kippte.

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© Christopher Kübler

Doch die anfängliche Euphorie war schnell verflogen, als die Oldenburger Donnervögel gegen Ende des ersten Viertels in der Defensive mehr Präsenz zeigten. Kombiniert mit taktischen Pässen konnten sie den Ballbesitz zunehmend für sich beanspruchen und mit knapp 15 Punkten  Vorsprung  in die erste Viertelpause gehen.

Die zunehmend angeheizte Stimmung in beiden Teams spiegelte sich auch in der steigenden Anzahl an Fouls wieder. So schafft es McCoys Mannschaft mittels treffsicherer Freiwürfe eine größere Punktedifferenz zu verhindern. Trotz einiger brillanter Korbleger und Sprungwürfe von Guard Stewart und Forward Washburn ließ der konstant starke Kontrahent keinen Ausgleich zu. Vor allem erzielten diese auffällig viele Second-Chance-Punkte und bewiesen damit deutlich mehr Stärke in der Offensive.

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© Christopher Kübler

„Einem Rückstand hinterher zu laufen kostet viel Energie. Das wollen wir auf jeden Fall vermeiden”, lautete Trainer McCoys Weisheit vor dem Spiel, die sich bewahrheiten sollten.

Auch in der zweiten Halbzeit ließ sich der Punktestand von 35:44 trotz großem Engagement seitens der Raubkatzen schwer einholen. Es schien, als ob die Tübinger zunehmend der Mut sowie das letzte Quäntchen Glück verließ. Obwohl einige erfolgreiche Steals und Rebounds dem Team den Weg zum gegnerischen Korb ebneten, schwächelten die Tigers in Punkto Treffsicherheit.

Die motivierten Norddeutschen schafften es zudem, einen weiteren Vorsprung auszubauen, indem hauptsächlich in der Offensive dynamisch und teils aggressiv gespielt wurde. Besonders der gefürchtete Center Qvale brillierte mit souveränen Rebounds und 2-Punkte-Körben. Die Tübinger erzielten mit viel Kampfgeist, unter anderem durch Isiah Philmore, weitere Treffer, die jedoch von nun an eher wie Tropfen auf dem heißen Stein erschienen.

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© Christopher Kübler

Der Rückstand von knapp 20 Punkten war in den enttäuschten Gesichtern der Fans zu erkennen. Doch die gesamte Arena (fast ausschließlich bestehend aus Tiger-Fans) feuerte ihr Team nichtsdestotrotz in den letzten 10 Minuten kräftig an. Trotz geknickter Stimmung steckte das Team weiterhin Herzblut in das Spiel, wodurch unter anderem Dunkings von McGhee gelangen.

Allerdings wurde die Ratlosigkeit der Tigers in unzähligen verfehlten Würfen von der 3-Punkte Linie aus deutlich. Die Oldenburger hingegen blieben weiterhin treffsicher. Nach letzten Bemühungen seitens der frisch  eingewechselten Spieler Hiller und Kolo wurde das Spiel mit einem Punktestand von 58:89 beendet.

Mit diesem Spiel gelang den Oldenburgern der erste Auswärtssieg in der noch jungen Saison, mit welchem sie sich in der oberen Tabellenhälfte behaupten konnten. Die Tigers mussten an diesem Spieltag hingegen eine bittere Niederlage einstecken. Laut Trainer McCoy muss sich sein Team weiterhin offensiv und defensiv verbessern, um gegen Teams mit einer solchen Qualität bestehen zu können.

Am 12.11. können die Raubkatzen in Hagen ihr Können erneut unter Beweis stellen. Das nächste Heimspiel in der Paul-Horn-Arena findet am 20.11. gegen Bayreuth statt.

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