Tigers verlieren Turnover-Festival

Trotz einer starken ersten Halbzeit verlieren die Walter Tigers aus Tübingen ihr Heimspiel mit 69: 92 gegen Phoenix Hagen, die damit zumindest noch die theoretische Chance auf die Playoff haben, vor allem aber damit endgültig aus dem Abstiegskampf entkommen sind. Für die Tübinger beginnt hingegen das Rechnen.

Es hatte so gut angefangen: Die Walter Tiger erwischten vor ihren frenetischen Fans den eindeutig besseren Start und kamen gleich gut ins Spiel und bestraften fast jeden Ballverlust der Gäste. Das folgerichtige Resultat: 19:11 nach zehn gespielten Minuten. Auch im zweiten Viertel zeigten die Hausherren durchaus ihre Ambitionen auf den Sieg, doch die Hagener wurden wacher, konnten plötzlich dagegen halten und auch die Tübinger immer wieder zu unnötigen Turnovers provozieren. Trotzdem spielten die Tigers einen deutlichen 40:33 Halbzeitstand heraus.

© Christopher Kübler
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Die Tiger mit den zwei Gesichtern
Doch wie schon viel zu oft in der aktuellen Saison, zeigten auch dieses Mal die Tübinger wieder, dass sie nicht über die gesamte Spielzeit in der Lage sind, einen Gegner zu dominieren. Und so kam, was kommen musste: Hagen störte mit einer erstklassigen, aggressiven Defence die Raubkatzen zu immer mehr unnötigen Ballverlusten und Fehlpässen. Immer und immer wieder waren es dabei die sehr gut aufgelegten Larry Gordon und David Bell, die diese Ballgewinne sicher in Punkte verwandelten. Am Ende sollten es alleine im dritten Viertel satte 35 davon sein.
Die Tigers, die nun mit dem Rücken zur Wand in die Schlussphase stürmen wollten, liefen dabei nur noch hinterher. Das letzte Viertel wurde so zur endgültigen Blamage, da die starken Hagener mit der Uhr im Rücken das Spiel bestimmen konnten und so nicht nur die Aufholjagd vereitelten, sondern sogar mit 10:24 deutlich ausbauen konnten.
Zum besten Spieler wurde anschließend ein erschöpfter David Bell gewählt, der nicht nur mit seinen 28 Punkten, sondern auch mit acht Steals überzeugen konnte. Aber auch der bereits erwähnte Larry Gordon hatte mit 26 Punkten und sieben Rebounds maßgeblichen Anteil am Sieg.

© Christopher Kübler
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Tübingen holt den Abakus raus
Für Tübingen beginnt damit nicht nur angesichts der kommenden, schier unlösbaren Aufgabe beim Auswärtsspiel kommende Woche gegen den Spitzenreiter Brose Baskets das Rechnen. Zwar steht man momentan noch mit Platz 15 zwei Plätze vor den Abstiegsrängen, doch die Lage trügt angesichts des Punktabzugs von acht (!) Siegen gegen den Traditionsverein aus Trier aufgrund der angemeldeten Insolvenz. Klar scheint, dass Trier, die zuvor noch munter um die PlayOffs gespielt haben, in diesem Abstiegskampf zwischen Crailsheim, Bremerhaven und Tübingen leistungsmäßig nichts zu tun haben sollten, doch die Situation ist kompliziert. Zum einen, da Trier bereits Einspruch gegen das harte Urteil eingelegt hat, aber auch, weil die Statuten besagen, dass bei Punktgleichheit die Anzahl der verlorenen Spiele gewertet wird – und da Trier zwar acht Siege abgezogen, diese aber nicht als Niederlagen angerechnet bekommen hat, sie in dieser Hinsicht deutlich besser als die punktgleichen Tübinger und Bremerhavener gewertet sind.

© Christopher Kübler
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Es scheint also noch vieles möglich zu sein an den letzten Spieltagen. Es bleibt zu hoffen, dass der Abstiegskampf nicht letztlich am grünen Tisch, sondern auf dem Parkett entschieden wird.

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