Schlagwort-Archive: Studenten

Sprachrohr in der Sprachlosigkeit

Sie selbst war zwei Jahre für Médecins sans frontières (MSF) in Malawi, obwohl sie eigentlich Biologie und Mathematik in Tübingen studierte. Im Rahmen der Menschenrechtswoche erzählt Dr. Ulrike von Pilar vergangenen Donnerstag in einer Querfeldein-Veranstaltung von ihrem Leben, humanitärer Hilfe allgemein und der Arbeit von Ärzte ohne Grenzen. Sprachrohr in der Sprachlosigkeit weiterlesen

Zauberhafte Orte: Schwärzlocher Hof

Einmal auf den Spuren der großen Tübinger Dichter wie Uhland, Hauff und Mörike wandeln  und an einen Ort gelangen, der Teil einer Sage über Lindwürmer ist. Dort angekommen in geschichtsträchtiger Umgebung einen Most trinken. Interessiert? Dann nichts wie hin zum Schwärzloch.

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Die EDP- Europäische Demokratische Partei

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Europäische Demokratische Partei- European Democratic Party (EDP)

Die EDP ist eine europäische politische Partei, die eine klar pro-europäische Ausrichtung hat und politisch weder links noch rechts, sondern mittig einzuordnen ist. Nach eigener Aussage ist der Partei eine weitere Vertiefung der europäischen Integration besonders wichtig. In ihrem Manifest werden Friede, Freiheit, Demokratie, Solidarität und Bildung als die zu Grunde liegenden Werte genannt. Ziel der Partei ist ein starkes und eng vernetztes Europa.
Keine deutsche Partei ist Mitglied der EDP.

 

Immersatt? Immerglücklich? Ganz falsch.

Kritisches Theater besticht mit Ironie und Witz. Zu sehen in: Sie frisst. Ein Stück. Sieben Segmente.Eine besondere Gruppe, welche die Liebe zur Kunst, zum Theater, zur Musik sowie zum literarischen Schreiben zusammengeführt hat: das Rohbau Kollektiv. Sie sind allesamt Studenten aus verschiedenen Fachrichtungen mit einer Idee etwas zu unternehmen. Aus einem bekannten Kinderbuch über eine hungrige Raupe wurde eine anspruchsvolle Adaption und Weiterführung. Alle haben dazu beigetragen: Jeder schrieb seine Version und diese wurden zusammengesetzt, so dass am Ende viele Perspektiven und Meta-Ebenen in einem Kaleidoskop mündeten: Sie frisst. Ein Stück. Sieben Segmente.

Theater mit Einsatz

Am vergangenen Samstag war die Premiere im Löwen, die charmanteste und wohl morbideste Bühne unter den Bühnen Tübingens. Ein Relikt aus vergangener Zeit mit samtroten, bequemen Sitzen. Hier probte das Rohbau Kollektiv seit letzten Oktober mit vollem Einsatz auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Sie haben Spaß  aus sich heraus zu gehen und so für einen kurzen Moment anders, jemand anderes zu sein. Das Theater ist selbst ein großer Kokon. Man schlüpft in eine Rolle und wird zu einem anderen. Desgleichen zeigt sich die Umsetzung facettenreich. Elemente von Pantomime, Ausdruckstanz und Slap-Stick sowie ein Potpourri aus Gesang, Life-Musik, Licht und Video, kurz: ein Gesamtkunstwerk.

Das Leben einer Raupe

Zuerst das Vorspiel: Im Liebesrausch erfüllen die Schmetterlinge ihre Bestimmung. Die Frucht dieser Liebe ist ein Ei. „Und als an einem schönen Sonntagmorgen/ Die Sonne aufging, hell und warm,/ Da schlüpfte aus dem Ei – knack- /Eine kleine Raupe.“ Sie kommt auf die Welt. Sie f r i s s t. Verpuppt und verwandelt sich. Aus dieser Metamorphose entschlüpft: ein Schmetterling.Wie viel verträgt so eine kleine Raupe, wann ist sie gesättigt? Und wie sieht ihr Ziel aus? Ihr Ziel ist ein ferner Wunsch: „Wenn ich Schmetterling wär´…“

Beginn des großen Fressens

Das ständige Fressen und die Suche nach Nahrung, um endlich groß genug zu sein, ist eine geschickte und subtile Inszenierung der verschiedenen gesellschaftlichen Pathologien, die heutzutage virulent geworden sind. Um einige zu nennen: Der Bildungs- und Qualifizierungswahn der Generation Praktikum, die Automatismen und Beschleunigung im Arbeitsbereich und Alltagsleben sowie die allgegenwärtigen Kontroll- und Überwachungsmechanismen. Wie sich das konkret auswirkt, ist im Stück drastisch zu sehen: Da sitzen zwei versnobte Ehepaare zum Essen zusammen und reden von Power-Yoga und kollektiven Schuldgefühl. Das Publikum lacht darüber, denn es erkennt sich teilweise selbst. In dieser Überspitzung liegt viel Wahres. Auch wahr ist: „Essen bewusst genießen“.  Dies gilt für das ganze Leben. Durch einen Haufen von sinnlich, saftig, süßen Köstlichkeiten schmatzt sich der Fresser. „Die Fleischeslust, sie packt/ einen bei der Ansicht von diesem geilem Schinken! Ein Hinterstück das seinesgleichen sucht, prall und üppig/ und nicht zu speckig zieht es einen an, und auch es/ wird vernascht./ Ham Ham.“ Auf diese Weise das Essen zu vernichten, bedeutet, dass es uns bald selbst vernichten wird. Doch wie damit umgehen? Die Erlösung aus diesem Teufelskreis mag nur durch die ironische Brechung gelingen, so auch im Stück: Im Hintergrund spielt sich zu pathetisch-wagnerianischer Musik eine Choreographie des Essens ab. Am Ende – geschrien – die Forderung: A b s t i n e n z!

Wer erkennt, dass der Schmetterling nicht das Ideal, sondern ein Trugbild ist, der wird wirklich zufrieden sein können, denn: „O glücklich wer noch hoffen kann aus diesem Meer des Irrtums aufzutauchen.“

Was bleibt?

Zum Schluss des Abends bleibt die Gewissheit, dass ein Kinderbuch zu mehr verhelfen kann als ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Wer diesen tiefsinnigen Zauber erleben möchte, hat dazu noch am 16./21./26. Januar jeweils 20 Uhr die Gelegenheit.

„Verborgen, vergessen, verwunschen -Tübingen auf den zweiten Blick“

Tübingen ist mehr als Hölderlinturm und Stiftskirche: Die Masterstudenten der Medienwissenschaft zeigen das in einer Abschlussarbeit, in Form der Ausstellung „Verborgen, vergessen, verwunschen -Tübingen auf den zweiten Blick“. Ein Besuch hier lohnt sich: Es ist als wäre man weit weg, dabei ist man der Stadt so nah wie noch nie.

von Emma Marx & Valerie Eiseler 

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