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Martin Walser: Anständig oder unanständig, ist Erotik mit Ethik vereinbar?

Martin Walser, 91 Jahre alt und Deutschlands berühmtester zeitgenössischer Schriftsteller, nahm am vergangenen Donnerstag an der Tagung der „Ethik der Lust“ teil. In seiner Lesung diskutierte der Schrifsteller, ob Ethik ein Vorwand sei, die Sexualität anständiger erscheinen zu lassen als sie ist – und stellte damit das eigentliche Tagungsthema infrage. Die folgende Diskussion zwischen Walser und seinem Biographen, Jörg Magenau, weckte das Interesse des Publikums im vollen Hörsaal des Kupferbaus.

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Volles Haus sieht anders aus

Mittwochabend 18 Uhr und der Hörsaal 23 im Kupferbau ist bis zum Überlaufen voll, sogar auf den Treppen drängen sich die Leute. Nicht ganz. Aber zumindest die Hälfte der Plätze war belegt, bei der studentischen Vollversammlung 2018.

Nachdem keiner spontan die Redeleitung übernehmen wollte, hieß StuRa Vorsitzender Jonathan Dreusch die Anwesenden willkommen. Man freue sich, dass viele gekommen seien.

Vom StuRa gibts Neues

An dem ersten Punkt der vorgestellten Tagesordnung änderte sich nichts und so wurde zunächst vorgestellt, wie der StuRa in die Hochschulpolitik einzuordnen ist, wie er arbeitet und was es Neues gibt. „Der StuRa arbeitet selbst in seinen Sitzungen weniger an der Sache“ so Dreusch. Die hauptsächliche Arbeit wird in AKs erledigt. So ist etwa die alternative Semestereröffnungswoche (Ernst und Karola Bloch Woche) aus der Arbeit eines AKs entstanden. Aber auch personell hat sich beim StuRa etwas getan. Es wurden kompetente Mitarbeiter eingestellt, die jetzt auch einen unbefristeten Arbeitsvertrag haben.

Suchst du noch oder lebst du schon?

Der freie Zusammenschluss von Student*innenschaften rief dazu auf, bundesweit die Vollversammlungen mit dem Schwerpunkt auf das Thema Wohnungsmangel stattfinden zu lassen. Aus diesem Grund fand – anders als vorgesehen – noch vor dem Finanzbericht ein kurzer Vortrag von Professor Dr. Stefan Huber über Mietrecht statt. Da am Ende des Vortrages noch viele Fragen auftraten, wird dazu noch eine separate Veranstaltung geplant.

Professor Dr. Stefan Huber informiert über Mietkaution, Mietpreisbremse und Mietvertragskündigung.

Das ganze Geld muss weg

Der StuRa hat Geld. Zu viel Geld um genau zu sein. Deshalb wurden jetzt in diesem Semester auch der Beitrag für den StuRa, den jeder Studierende zahlen muss auf 3,50€ reduziert damit Rücklagen abgebaut werden. Der Haushalt für 2018 wird aktuell geprüft und der Haushalt für 2019 wird gerade erarbeitet. Wer sich daran beteiligen möchte, ist herzlich eingeladen sich beim AK Finanzen zu engagieren. Auch jeder andere AK freut sich über neue Gesichter. Infos über die einzelnen AKs gibt es auf der Website des StuRas.

Gegen Leistungsdruck – Für bezahlbaren Wohnraum

Als fünfter Tagesordnungspunkt wurden dann Anträge beraten und beschlossen. Diese beschlossenen Anträge gelten als Empfehlungen an die Studierendenschaft. Der erste Antrag trug den Titel „Wohnraum in Tübingen“, enthielt aber auch unter anderem Forderungen nach 840€ Studierendenhonorar monatlich, oder einem kostenlosen ÖPNV finanziert durch Steuergelder.

Nach viel Diskussion wurde schließlich ein Änderungsantrag gestellt. In den Antrag kam noch ein Satz, der sich für die Tilgung des Leistungsdruckes aus allen Bildungsinstitutionen und der Gesellschaft ausspricht.

Im Hörsaal hätten noch viele interessierte Studierende Platz gefunden.

Weniger diskutiert wurde bei den nächsten beiden Anträgen, in denen es passend zum Thema um bezahlbaren studentisches Wohnraum und um eine Petition für den Erhalt des „Kompetenzzentrums für Nachhaltige Entwicklung“ der Universität Tübingen ging. Die Anträge wurden angenommen.

Alles in Allem eine erfolgreiche Vollversammlung, doch wie so oft bleibt ein Problem: Die Partizipation. Der Trend der StuRa-Wahlen hat sich fortgesetzt, Studierende, die sich aktiv am hochschulpolitischen Geschehen beteiligen bleiben Mangelware. Das ist insofern schlecht, da Hochschulpolitik von der Beteiligung vieler Studierender verschiedenster Fachrichtungen lebt und auch nur dann am effektivsten wirkt. Deswegen – beteiligt euch, gestaltet und bringt Ideen mit ein. Auf dass der Hörsaal nächstes Jahr aus allen Nähten platzt!

Fotos: Marko Knab

Allerlei Rechtes in Tübingen…

Verschwörungstheorien, Hass im Netz und Chaos in Chemnitz: Rechtes Gedankengut ist unüberhörbar geworden. Das hat der AK Neue Rechte zum Anlass genommen, das Phänomen auch in Tübingen zu beleuchten. Heute findet im Kupferbau die zweite Veranstaltung zum Thema statt. Damit Ihr nichts verpasst, hat unser Autor den ersten Vortrag zusammengefasst. Allerlei Rechtes in Tübingen… weiterlesen

Von Menschen, die sich würdig verabschieden wollen

…und einem Staat, der das schwierig gestaltet. Prof. Dr. Bernd Hecker (Strafrechtsprofessor in Tübingen) und Dr. Roger Kusch (Vorsitzender des Vereins Sterbehilfe Deutschland e.V.) sprachen am 12. Juni zum Thema „Sterbehilfe und Selbstbestimmung am Lebensende“.

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Für das Gute arbeiten

Warum kann ein Arzt nicht immer mehr Menschenleben retten als ein gut bezahlter CEO? Und wie viel Geld macht glücklich? Der Vortrag  „Mit 80.000 Stunden die Welt verbessern?“, ausgerichtet von der Gruppe „Effektiver Altruismus Tübingen“, stellte am Dienstagabend genau diese Fragen. 

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Auf den Spuren von Marx

Ist ein 170 Jahre altes Parteiprogramm noch relevant für die Gegenwart? Ja und nein, sagt Prof. Dr. Michael Quante von der Universität Münster. Bei seinem Vortrag im Rahmen der Studium Generale Vorlesung zu Karl Marx wurde die Aktualität des Kommunistischen Manifests kritisch beleuchtet.

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