Schlagwort-Archive: Kultur

Clara Zetkin: Frauenwahlrechte sind mehr als nur soziales Recht

Am vergangenen Montagabend um 19 Uhr wurde im Ratssaal des Rathauses ein weiteres Mal das Jubiläum des Frauenwahlrecht gewürdigt. Das 100-jährige Bestehen wurde dort von der Rosa Luxemburg-Stiftung Baden-Würtemberg sowie den Linken mit einem historischen Vortrag über Clara Zetkin geehrt. Die Historikerinnen Nicola Hille und Anna Held kommen aus Stuttgart und sind dort Gleichstellungsbeauftragte an der Universität. Clara Zetkin: Frauenwahlrechte sind mehr als nur soziales Recht weiterlesen

Martin Walser: Anständig oder unanständig, ist Erotik mit Ethik vereinbar?

Martin Walser, 91 Jahre alt und Deutschlands berühmtester zeitgenössischer Schriftsteller, nahm am vergangenen Donnerstag an der Tagung der „Ethik der Lust“ teil. In seiner Lesung diskutierte der Schrifsteller, ob Ethik ein Vorwand sei, die Sexualität anständiger erscheinen zu lassen als sie ist – und stellte damit das eigentliche Tagungsthema infrage. Die folgende Diskussion zwischen Walser und seinem Biographen, Jörg Magenau, weckte das Interesse des Publikums im vollen Hörsaal des Kupferbaus.

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Smetana und Dvorak: Energische Klänge beim Herbst-Konzert

In feierlicher Atmosphäre spielte die staatliche slowakische Philharmonie Košice letzten Donnerstagabend im Festsaal der Neuen Aula Werke von Smetana, Saint-Saens und Dvořák. Zwischen schwungvollen Polka Klängen, Trompetengeschmetter und der temperamentvollen Streichmelodie der Solo-Violinistin Marie-Claudine Papadopoulos kamen nicht nur Klassik-Fans auf ihre musikalischen Kosten.

Die Schlange vor der Abendkasse in der Halle der Neuen Aula war lang, als das Kulturreferat zusammen mit der Uni und der Stadt Tübingen diesen Donnerstag zum Konzert der Slowakischen Philharmonie lud. Das Philharmonische Orchester Košice ist neben der Philharmonie in Bratislava das zweite philharmonische Ensemble der Slowakei und regelmäßiger Veranstalter internationaler Musikfestivals. Leiter und Dirigent Zybnek Müller, der auch Dirigent der Prager Staatsoper ist, führte sein Orchester so lebhaft schwingend durch den Abend, dass der Taktstock nur so durch die Luft wirbelte.

Die Ruhe vor dem Sturm: zu Beginn ist die Bühne noch unbesetzt.

Die wohl berühmteste musikalische Flussfahrt

Das Konzert begann mit einem der bekanntesten symphonischen Werke des tschechischen Komponisten Smetana, der zum Zeitpunkt der Komposition bereits ertaubt war. „Die Moldau“ aus dem Zyklus „Mein Vaterland“, das im Winter 1882 in Prag uraufgeführt wurde, beschreibt tonmalerisch den Flussverlauf der Moldau: aus zwei kleinen Quellen (leise Flöten- und Klarinettentöne) wird ein reißender Fluss (rasende Streicher), der schließlich durch Prag fließt, bevor er in der Elbe mündet (weiche Streichmelodie).

Virtuoses Solo der Violine

Die französische Violinistin Marie-Claudine Papadopoulus, die bereits mit 5 Jahren am Konservatorium im Straßburg spielte, und seitdem u.a. mit dem Münchner Rundfunkorchester und der Deutschen Staatsphilharmonie Rheinland Pfalz auf Tournee ging, stellte im Anschluss mit Camilles Saint-Saens Konzert für Violine und Orchester Nr. 3 in h-moll ihre virtuosen Fähigkeiten unter Beweis.

Die Zuschauer folgen aufmerksam den musikalischen Werken.

Nach einer kurzen Pause ging es mit Dvoraks Sinfonie Nr. 5 in f-Dur weiter. Hier gaben insbesondere die Holzbläser und Violoncelli den Ton an, begleitet von einer hell erklingenden Triangel und Paukenschlägen, die den größtenteils ausverkauften Konzertsaal mit bewegtem Klang erfüllten. Eine kleine Ansprache des Dirigenten und eine Zugabe von Smetana ließen schließlich einen gelungenen Konzertabend ausklingen.

Die nächsten klassischen Konzerte, die von dem Kulturreferat der Uni, der Stadt Tübingen und der Museumsgesellschaft organisiert werden, sind das Advents- und Weihnachtskonzert am 04. und 20. Dezember, zu dem die Philharmonie Lemberg und das Tübinger Kammerorchester konzertieren.

Fotos: Friederike Streib

Alice Schwarzer im Wundenland

Vergangenen Donnerstag lockte die osiandersche Herbstlesung mit Deutschlands bekanntestem Gesicht der Frauenbewegung viele gespannte Gäste ins Kino Museum. Alice Schwarzer präsentierte mit viel Authentizität ihr neu erschienenes Buch „Meine algerische Familie“. Die „Emma“-Gründerin porträtiert in ihrer essayistischen Erzählung das heutige Algerien durch die Stimmenvielfalt ihrer algerischen Freunde. Schwarzer teilt auf bewegende Weise ihre Eindrücke von traumatischer Lethargie bis hin zu nordafrikanischer Gastfreundschaft. Alice Schwarzer im Wundenland weiterlesen

Die Französischen Filmtage: ein Katalysator für kreative Köpfe

Vom 31.10. – 7.11.2018 fanden die 35. Französischen Filmtage in Tübingen und Stuttgart statt. Auf dem größten frankophonen Filmfestival Deutschlands wurden dieses Jahr wieder 90 Filme von Filmemachern aus allen französischsprachigen Teilen der Welt gezeigt. Zu diesem Anlass trafen wir uns mit der Pressesprecherin der Filmtage, Andrea Bachmann, im offiziellen Filmtagebüro am Stadtgraben. In einer lockeren Atmosphäre auf alten, gemütlichen Kinosesseln hatten wir die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Die Französischen Filmtage: ein Katalysator für kreative Köpfe weiterlesen

Die Kunst der Linien: Interview mit Jürgen Klugmann

Nach seiner Ausbildung zum Buchhändler machte Jürgen Klugmann (*1963) seine künstlerische Ausbildung am Zeicheninstitut der Universität Tübingen. Später gab er den ‚konventionelleren‘ Beruf auf und wagte den Sprung in die künstlerische Selbstständigkeit. Bei dem Besuch seiner Ausstellungseröffnung „LINIEN_FOLGEN“ im Künstlerbund Tübingen, am 27.10.2018, erzählt Klugmann im Interview von seinem Leben und Werdegang als Künstler.

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