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CineLatino: Brasilien eine Leinwand bieten

Die zahlreichen Filmfestivals haben schon Frankreich und Arabien nach Tübingen gebracht –  nun möchte das CineLatino zu seinem Jubiläum vor allem Brasilien ins Schwabenländle holen. In der Woche vom Mittwoch, 18. April, an sind 46 Filme aus Spanien und Lateinamerika zu sehen. 
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Face à Face: Die 5 Besucherspezies der Französischen Filmtage

Vom 29.10 bis zum 5.11 lockten die 31. Französischen Filmtage in Tübingen wieder zahlreiche Besucher in Tübingens Kinosäle. Wie jedes Jahr kann man dort auch dieses Mal ein äußerst breit gefächertes Publikum beobachten. Aber wer geht denn nun zu diesen Filmtagen? Kupferblau hat nachgefragt und unter Anderem vier verschiedene Besucherspezies ausgemacht.

Von Thomas Lotter und Felix Müller

Die Mitarbeiter

Sie brennen für die Filmtage. Und so werden von ihnen selbstverständlich auch außerhalb der Arbeitszeiten die Kinovorstellungen besucht. So auch Lara (23), die schon drei Jahre in Folge die Publikumsdiskussionen mit Regisseuren und Schauspielern dolmetscht:

„Ich habe schon ein paar Filme gesehen, weil ich die Inhaltsangaben für den Katalog schreibe und gucke jetzt halt noch die Filme, die ich übersetze, damit ich weiß, was ich da so erzähle.“

– Was ist dir im Vergleich zu den letzten Jahren besonders aufgefallen?

„Es gibt unglaublich viele Filme und es sind auch mehr Gäste da, von daher sind die Veranstaltungen mit den Diskussionen auch interessanter. Als ich zum Beispiel bei ‚Brooklyn‘ übersetzt habe, war der Film komplett ausverkauft und kam insgesamt supergut an. Die Rapperin KT Gorique (Darstellerin in ‚Brooklyn‘, Anm. d. Red.) hat danach sogar noch im Epple-Haus gerappt.“

Die engagierten Eltern

Sie wollen ihren Kindern schon im frühen Alter die Französische Kultur näherbringen. Wir haben mit der Familie Fernzel gesprochen, die eine Einladung von der Deutsch-Französischen Gesellschaft bekommen hat und mit ihren Kindern in Tübingen waren:

„Wir waren in ‚Tante Hilda‘. Der Film war als Trickfilm bei den Filmtagen ausgeschrieben.“

– Und da haben Sie versucht, Ihren Kindern die französische Filmkultur etwas näher zu bringen?

„Ja, aber dafür sind sie einfach noch etwas zu klein. Das haben sie nicht alles verstanden. Es lag aber nicht nur an der französischen Sprache, sondern auch am Inhalt, der war einfach zu schwer. Mit der Kapitalismuskritik konnten die Kinder dann doch nicht so viel anfangen.“

– Und worauf warten Sie jetzt gerade?

(lacht) „Auf keine Film mehr, wir warten nur darauf, dass wir uns am Buffet ergötzen dürfen.“

Der alteingesessene Fan

Die Französischen Filmtage sind rot im Kalender markiert, das Programm genau studiert. Harald (55):

„Ich war nun schon öfters bei den Filmtagen und kann auch französischen Filmen im Allgemeinen sehr viel abgewinnen. Ich muss aber auch sagen, dass die Veranstalter die Filmtage jedes Jahr noch besser hinbekommen.“

– Dann sprechen Sie bestimmt auch gut Französisch?

„Das leider nicht (lacht). Aber meistens versteht man dann doch das Wichtigste. Es gibt ja auch Untertitel!“

Die Franzosen

Sie sind sehr angetan von dem breiten Angebot der Filmtage und nutzen dieses ausgiebig. Dabei freuen sie sich darüber, ein Stück Heimat in Deutschland zu haben. So auch Sylviane (49):

– Welche Filme haben Sie gesehen?

„Ich habe bis jetzt 9 Filme gesehen, die mir alle sehr gefallen haben.“

– Welcher war ihr Lieblingsfilm?

„ ‚Qui vive‘ von Marianne Tardieu. Darin geht es um die Jugendlichen in der banlieue (ärmlicher Vorort, Anm. d. Red.). Interessant war, dass die Produktion so billig war, nur ungefähr 6000€. Es ist erstaunlich, was sie daraus gemacht haben.“

– Sie scheinen ja eine begeisterte Besucherin der Filmtage zu sein. Woher kommt das?

„Die Atmosphäre ist ganz toll, aber die Filme sind einfach das Wichtigste. Ich bin Französin, wohne aber hier in Tübingen und für mich ist es natürlich wunderbar, Filme auf Französisch zu sehen. Sonst kann ich das nur im Fernsehen. Ich habe auch das Gefühl, dass dieses Jahr noch mehr Regisseure und Schauspieler zu Gast sind.“

– Haben sie auch die Möglichkeit der Diskussionen genutzt?

„Ja, ich bin danach immer da geblieben. Das waren immer interessante Gespräche. Bis auf die beim Film „Au fil d’Arianne“ von Robert Guédiguian. Da war ein Schauspieler da und es war ein bisschen enttäuschend, dass es keine Fragen vom Publikum gab. Aber ich fand den Film nun auch nicht so gut, dass ich eine Frage stellen wollte.“ (lacht)

Die Studierenden

Das Festival findet in Ihrer Studentenstadt statt. Also wieso nicht mal schauen, was da so los ist? Diese Einstellung vermittelten Philipp (25) und Daniela (25):

– Was schaut ihr euch an?

„ ‚Le grand homme‘, der hat etwas mit Afghanistan zu tun, Krieg und so. Aber das ist jetzt der erste Film von den Filmtagen, den wir gucken.“

– Habt ihr irgendeine besondere Verbindung zu Frankreich, oder seid ihr einfach nur hier um reinzuschnuppern?

„Nein, also wirklich eher zum Reinschnuppern. Jetzt, wo man mit so einem schönen Filmfest die Möglichkeit vor Ort hat. Wir mögen französische Filme jetzt auch nicht mehr als andere“

– Wart ihr in den letzten Jahren auch schon mal hier?

„Da haben wir es leider immer verpasst, aber dieses Jahr haben wir es uns fest vorgenommen, dabei zu sein.“