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Zauberhafte Orte: Märchensee

NEUE REIHE: Die Kupferblau-Redaktion präsentiert Euch jedes Wochenende ein fabelhaftes Ausflugsziel in der Natur, das ihr von Tübingen aus einfach erreichen könnt. Der erste Geheimtipp:

Der Wendelsheimer Märchensee bei Rottenburg 

Es riecht nach nassem frischem Holz, Pilzen und Tannennadeln – erdig und modrig. Man inhaliert tief den Geruch des Waldes und  lauscht: Kein unermüdliches Tastenklackern, kein Rauschen der vorbeirasenden Autos, keine stickige Bibliotheksluft.  Stattdessen … Stille … Dann plötzlich ein kurzes Platschen: Eine Seebewohnerin, eine bewarzte Kröte, hat die Seerose gewechselt und quakt kurz auf. Am Rand des Sees ein kleiner matschiger Weg: Der Rundgang führt, an einem Steinbruch vorbei, durch die Bäume zu dem verwunschenen Märchensee. Hier kommt einem möglicherweise die langhaarige Hirtin mit ihren drei Zicklein entgegen. Fast könnte man meinen, dass hinter einem Stein gleich eine kleine Fee oder ein Kobold hervorlugt, so verwunschen still liegt der See vor einem – überzogen von grünen Wasserlinsen. Hier hat man Zeit den Kopf zu leeren, durchzuatmen und den Studienalltag in den Hintergrund rücken zu lassen. Wer weiß, vielleicht entpuppt sich eine der Kröten und Frösche sogar als verwandelte Prinzessin oder Prinz – zum Namen würde es passen.

Bitte Beachten: Es gibt zwar eine große Wiese mit Feuerstelle, grillen ist aber offiziell verboten, genauso wie das Klettern im Steinbruch.

Anreise: Als Wanderung oder Radtour einfach von Tübingen aus hinter dem Freibad vorbei Richtung Hirschau, weiter nach Wurmlingen bis nach Wendelsheim. Dort führt an der Dorfschule ein Weg nach oben in den Wald zum Märchensee. Alternative Routen: ab durch die Felder über Weilheim, Kilchberg, Bühl, Kiebingen oder über Pfäffingen und Unterjesingen.

Radwege sind mit grünen Schildern ausgezeichnet.

Der Märchensee - ein Verwunschenes Ausflugsziel für Tübinger
Der Märchensee – ein Verwunschenes Ausflugsziel für Tübinger

Durchstarten mit den Tigers

Vor allem als Teil der „Generation Praktikum“ ist es wichtig sich rechtzeitig mit seiner Zukunft und dem beruflichen Werdegang auseinanderzusetzen. Der Tigers Career Day am 07. Mai 2015 in der Paul-Horn-Arena soll dafür Studierenden und Absolventen der Uni Tübingen Starthilfe geben.

Um 11 Uhr beginnt die Veranstaltung, früh da sein lohnt sich: Neben Goodie-Bags mit studentenfreundlichen Überraschungen und kostenlosem Essen wird man in Vorträgen unter anderem über seine Wirkung auf andere aufgeklärt und was die passende Kleidung bei einem Bewerbungsgespräch für eine Rolle spielen kann. Im Vortrag „Himbeersahne nährt die Seele“ geht es um die psychische und physische Gesundheit und den Einfluss unserer Ernährung auf diese. Zudem wird rund um die Uhr ein kostenloses Bewerbungsfotoshooting, Stil- und Imageberatun und Business Make-up fürs Vorstellungsgespräch angeboten.
Außerdem sind vor Ort diverse Aussteller zu finden, beispielsweise die AOK, Bosch und Continental, die sowohl Praktika als auch duale Studiengänge und viele nützliche Ratschläge im Gepäck haben werden.
Der erste Shuttlebus fährt bereits um 10:50 Uhr vor der Unibibliothek und um 11:20 Uhr bei der Morgenstelle ab. Danach wird man weiterhin im Stundentakt bequem zur Arena kutschiert. Diese schließt nach einem informativen Tag um 17:30 Uhr ihre Tore.

Sterben müssen – Sterben wollen

„Der aktuelle Diskurs um die Suizid Beihilfe“ war Thema eines Vortragsabends im Theologicum am 29.April 2015. In der anschließenden Podiumsdiskussion gingen die Referenten Prof. Bormann und Prof. Höffe auch mit den Zuhörenden ins Gespräch.

Sterbehilfe – ein stetig brisantes Thema, das derzeit auch wieder im Bundesrat diskutiert wird. Ein Thema das uns alle betrifft, weil Sterben zum Leben dazu gehört.

„Doch bevor wirklich darüber verhandelt werden kann und Rechtsänderungen bedacht werden können, bedarf es weiterer Überlegungen, die bisher noch kaum diskutiert wurden“, plädiert Bormann. Der Moraltheologe betont, dass eine Legalisierung von ärztlicher aktiver Sterbehilfe eine ständeethische Veränderung mit sich bringt und einer ethisch reflektierten Sterbekultur in den entsprechenden Einrichtungen bedarf. Grundsätzlich gäbe es zahlreiche Argumente für eine Legalisierung, doch müsse in jedem Fall sehr individuell entschieden werden, vor allem um einem Missbrauch vorzubeugen.

Gründe für das Sterben gäbe es viele, selbst die Angst vor dem Sterben selbst. Es stellt einen gewissen Kontrollverlust da, nicht über Zeit, Ort und Art des eigenen Todes bestimmen zu können. Daher spricht sich Bormann für eine stärkere Aufklärung aus. Man müsse das Sterben vermehrt thematisieren und reflektieren: „Allein die konträre Vorstellung eines ‚guten‘ Todes zeigt den Aufklärungsbedarf“, so Bormann.

Joseph Artikel

„Beihilfe zum Suizid gehört nicht zu den ärztlichen Aufgaben“, sagt Höffe. Der Freitod sei zwar eine eigene Entscheidung, doch die Mithilfe zum Suizid „stark in die Persönlichkeit eingreifend“. Der emeritierte Philosophieprofessor stellt klar, dass ein Suizid nach reiflicher Überlegung und in völliger Freiheit gerechtfertigt ist, was aber meist nicht der Fall sei, da ein Suizidwille meist in Krisensituationen entsteht, in denen die Freiheit oft durch körperliche und psychische Leiden eingeschränkt ist und so selbst bei Schwerstkranken in Frage zu stellen sei.

Passive und aktive Sterbehilfe seien in höchstem Maße zu unterscheiden und individuell zu bewerten. So stellt aber auch Höffe die Frage in den Raum, ob man beim Verhelfen zum Tode noch von ärztlicher Zuwendung sprechen könne.
In der Debatte nahm Höffe, Präsident der Schweizer Ethikkommission für Humanmedizin, Bezug zur Situation in der Schweiz: Er kritisierte die dortige Situation und sprach von organisierter Suizidhilfe und einem Widerspruch zur Präambel der Schweizer Bundesverfassung: „…und dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen,…“.

Im Anschluss an die Vorträge zeigten sich bei der Podiumsdiskussion der hohe Diskussionsbedarf und die diversen Ansichten zum Thema. Es bleibt abzuwarten, wie der Bundesrat diesbezüglich entscheiden wird und wie künftig mit diesem Thema umgegangen wird.

Prof. Dr. Franz- Josef Bormann ist Professor für Moraltheologie an der kath.- theol. Fakultät der Universität Tübingen. Er ist Mitglied der Zentralen Ethikkommission und Beauftragter für Bioethik in der Deutschen Bischofskonferenz.

Prof. Dr. mult. Otfried Höffe ist emeritierter Professor für Philosophie an der Universität Tübingen und Präsident der Schweizer Ethikkommission für Humanmedizin.

Ungekrönter Schlussspurt

Nach einem überragenden Schlussendspurt beim letzten Spiel der Saison verlieren die Walter Tigers knapp mit 82:77 gegen die Fraport Skyliners. Die Frankfurter rutschten so noch auf den sechsten Rang, Tübingen beendet Punktgleich mit Phoenix Hagen die Saison, rutscht aber aufgrund der schlechteren Differenz auf Platz 14.

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Die Geschichte der Ukraine

An der Tübinger Uni gab der Schweizer Historiker Andreas Kappeler am 29. April in seinem Vortrag  einen Überblick über die Geschichte der Ukraine. Er erklärte, warum gerade das Vergangene so wichtig für den aktuellen Konflikt um Krim, Donbass und die Ostukraine ist.

In seiner Einführung ruft Klaus Gestwa, Direktor des Instituts für Osteuropäische Geschichte, dem voll besetzten Hörsaal in der Keplerstraße 2 zunächst noch einmal den Kontext der Veranstaltung ins Gedächtnis zurück. Im Zuge der Maidan-Proteste und des Kampfes um die Ostukraine wurde die Vorlesungsreihe über die Ukraine von ihm und dem Sonderforschungsbereich 923 „Bedrohte Ordnungen“ ins Leben gerufen. Gerade für die Ukraine sei Andreas Kappeler der ausgewiesene Experte im deutschsprachigen Raum, der entgegen all der irrationalen Äußerungen zum immer noch andauernden Konflikt, eine Stimme der Vernunft gewesen sei, die wieder auf den rechten Weg der Wissenschaft zurückweise, sagt Gestwa.

Mit diesen mächtigen Worten angekündigt kann Andreas Kappeler nicht anders, als diese Äußerungen zunächst abzuschwächen. So verweist er auf die Pluralität der Narrative der Geschichte. Dass es nicht eine richtige Meinung gebe, sondern viele verschiedene Narrative die gerade im aktuellen Konflikt instrumentalisiert würden. Diese Erzählmöglichkeiten der Geschichte stellt Kappeler nun in seinem Vortrag vor, wobei er immer wieder Kapitel überspringen muss. Keine Zeit das näher auszuführen habe er, und man merkt, dass dieser Mann auch noch Stunden mehr über die einzelnen Epochen halten könnte.

Putin sagte: „Ukrainer und Russen sind ein und dasselbe Volk“

Zunächst erklärt Kappeler die gemeinsame ethnische Vergangenheit der drei Ostslawischen Völker; Russen, Weißrussen und Ukrainer entstammen alle samt der Kiever Rus‘, welche sich im Mittelalter auf dem europäischen Gebiet Russlands, dem Norden der Ukraine und dem gesamten Gebiet des heutigen Weißrusslands ansiedelten. Auf diese gemeinsame Vergangenheit würden vor allem russische Nationalisten immer wieder verweisen. So habe Putin hinsichtlich der Eigenständigkeit der Ukraine gesagt, Russen und Ukrainer hätten die gleiche Kultur, ähnliche Sprachen und seien daher ein und dasselbe Volk.

Insbesondere ukrainische Intellektuelle streiten dies jedoch ab, wie Kappeler weiter ausführt, und verweisen auf die Neuzeit, in der die Ukraine Teil der Adelsrepublik Polen-Litauen war, und somit (im Gegensatz zu Moskau) unter europäischem Einfluss stand. Hier zeigen sich jedoch bereits Risse, die die Ukraine in Westen und Osten teilen. Werden in der westlichen Historiografie besonders die zivilisatorischen Fortschritte der polnischen Herrschaft gepriesen, konzentriert sich die ostukrainische Erzählung auf den Freiheitskampf der Kosaken unter ihrem Hetman (Anführer der freien Reiter) Bohdan Chmel’nyc’kyj. Diese Teilung verfestigte sich noch, als nach dem Ersten Weltkrieg im Westen der Ukraine eine Volksrepublik von Symon Petljura ausgerufen wird, die allerdings schließlich durch die Rote Armee beendet wird, woraufhin die Ukraine zur Sowjetrepublik wird und dies bis 1991 bleibt.

Widerstandskämpfer oder Verbrecher?

Die Kollaboration von Ukrainern mit den Nazis angeführt von Stepan Bandera während des Zweiten Weltkriegs und deren Gedenken habe ebenso immer wieder zu Spannungen mit dem großen Bruder in Moskau geführt. 2010 wurde der zu Sowjetzeiten ermordete Bandera vom damaligen Präsidenten Juschtschenko rehabilitiert und erst in diesem April hatte das ukrainische Parlament Banderas Organisation UPA als Widerstandskämpfer erklärt. Dass die paramiliärischen Verbände auch an Verbrechen der Nazis beteiligt gewesen sein sollen, ist heute umstritten. Jedoch weißt Kappeler darauf hin, dass für Teile Osteuropas die Sowjetzeit als traumatischer empfunden wurde als die relativ kurze Herrschaft der Nazis.

Legt eure Brillen ab

Nach einer Fragerunde richtet sich Kappelers letzter Appell an die Zuschauer, die Brille der Deutschen abzulegen, welche durch die Aufarbeitung der Nazi-Zeit geprägt sei. Es sei vielmehr wichtig, zu versuchen Osteuropa in seinem eigenen kulturellen Kontext zu sehen. So seien seiner Meinung nach keine antisemitischen Organisationen in der Ukraine aktiv, wogegen in Russland offen rechtsextreme Verbände auf die Straße zögen. Als neutraler Schweizer finde er daher die Politik der EU gegenüber der Ukrainekrise angemessen.

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Die interessierten Zuhörer

Das Ende eines spannenden Vortrags voller Informationen über ein wichtiges Thema, dessen Präsenz so ein Teil des Studienalltags wurde.

Zwischen Wissenschaft und Völkermord

Die Archive der Universität Tübingen bargen bis vor kurzem noch ein nahezu unbekanntes Geheimnis – die Arbeiten des Rassenforschers und SS-Mitglieds Hans Fleischhacker. Jetzt eröffnen diese Zeugnisse der Vergangenheit in der Ausstellung „In Fleischhackers Händen“ das Jahresthema „Die Universität Tübingen im Nationalsozialismus“ des Museums der Universität.

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