Archiv der Kategorie: Uni Inside

Uni Inside – Dein Einblick in Hochschulpolitik und Wissenschaft

Der letzte Homerun

Ein runder Ball, zwei Mannschaften, vier Bases und neun Innings. Es ist wieder Zeit für Baseball.Vergangene Woche  trafen die Tübinger Hawks auf die Mannheimer Tornardos. Trotz der sommerlichen Temperaturen unterliegen die Tübinger Hawks den Mannheimer. Nicht nur eine Niederlage, sondern das Aus für die ganze Saison.

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Nach den Sternen greifen – ein Blick in die Sterne verrät viel über uns selbst.

SternenausstellungIm Januar diesen Jahres (23.01.) wurde die Langzeitaustellung „Nach den Sternen greifen“ im Schlossmuseum Hohentübingen eröffnet. Mit eindrücklichen Originalen wie  dem Buch „Mysterium Cosmographicum“ (Kepler: 1596), alten Teleskopen, aber auch fiktiven,  einfallsreichen Zeitungsmeldungen rund um den Fall Kopernikus, ist die kleine Ausstellung ideal, um einen anschaulichen und vielfältigen Einblick in Wissenschaft und Kultur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit zu erlangen. Nach den Sternen greifen – ein Blick in die Sterne verrät viel über uns selbst. weiterlesen

Jüdischer Konvertit Hugo Marcus und muslimische Reaktionen auf den Nazismus

„Rethinking the history of muslim and jewish relations: Jewish convert Hugo Marcus and muslim responses to nazism in Germany“ unter diesem Vortragsmotto begrüßte Professor Marc David Bear die Studenten und Interessenten im Vorlesungsaal 9 der neuen Aula. Die Veranstaltung und der Gastvortrag sind vom Zentrum für islamische Theologie veranstaltet worden.

„How much do I read of the mufti of jerusalem, […] but he is only one aspect“

„Wer unter ihnen kennt Mohammed Amin al-Husseini?“, fragt der Professor in den Saal. Ein oder zwei Hände erheben sich. Der Professor schmunzelt und fragt: „ oder sollte ich sagen den Großmufti von Jerusalem?“ – wieder erheben sich ein paar Hände mehr als das Letzte mal.Der Großmufti und seine Kollaboration mit den Nazis ist nur eine Linie innerhalb der Geschichte. Ein anderer Aspekt soll am Beispiel von Hugo Marcus aufgezeigt werden.

Hugo Marcus, 1880 als Sohn jüdischer Eltern geboren, erlebt die Entwurzelung im 1. Weltkrieg und auf Grund Geldmangels findet er zur Moslemischen Gemeinde zu Berlin.Der erste Weltkrieg war nicht nur ein Wendepunkt für die beteiligten Nationen, sondern es machten sich auch die ersten beiden Missionare Maulana Sadr ud-Din und Maulvi Abdul Majid auf den Weg nach Deutschland. 1922 schlossen sich die in Berlin lebenden Moslems aus vielen Nationen, vermehrt aus dem Südpazifik und Anhänger der Ahmadiyya Anjuman Isha’at-i-Islam (AAIIL).

Das Spektrum der Moslems war genauso vielfältig wie ihre säkularen, nationalistischen, sozial-revolutionären, shariaristischen und fanatischen Ansichten.

Die Moschee stand allen religösen Richtungen des Islams offen

Von dieser Gemeinde (AAIIL) ging auch die Erbauung und Grundsteinlegung der Berliner Moschee (Heute: Wilmersdorfer Moschee) aus, die in der Bauzeit von 1924-1928 fertiggestellt werden sollte.Die Moschee stand allen religiösen Richtungen des Islams offen. Außerdem sprach sich die Gemeinde gegen Nationalismus, Rassismus und Krieg aus.In diesem Klima und nachdem seine Familie besitzlos und gutlos geworden war (die Besitztümer wurden durch den Vertrag von Versailles Polen zugeschlagen), findet Hugo Marcus zum Islam und zur Berliner Gemeinde. Er konvertiert zum Islam und gibt sich den Namen Hamid.

  1. März 1930 wurde Hugo Marcus Präsident der „Deutsch-Muslimischen-Gesellschaft“, die Nachfolgering der „Islamischen Gemeinde Berlin e.V.“

So dachte der Hugo Marcus, dass er seinen jüdischen Hintergrund hinter sich lassen könne, allerdings ändert sich dies abrupt mit der Machtergreifung der Nazis.Dies zeigt sich durch Mohammed Ali Jouhar  aus Indien und seine Lobpreisungen auf Adolf Hitler.Seiner Meinung nach teilt das „Neue Deutschland“ (3.Reich) und der Islam dieselben Grundsteine, Überzeugungen und Säulen.Mit dem Beginn der Durchsetzung der Nürnberger Rassegesetze,  verließ Hugo Marcus sein Präsidialamt innerhalb der Moschee. Während zu dieser Zeit bereits Juden verfolgt wurden, stellte sich die Gemeinde stets hinter Hugo Marcus.

Durch diese Aktion und gerade weil sie Hugo Marcus bei sich beherbergten wurden die AAIIL in der Goebbels-Presse als „jüdisch-bolschewistische Organisation“ diffamiert.Am 9.11.1938 wird er in das Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert, wie die verbliebenen 6000 Juden der Stadt Berlin,  auf Grund seiner jüdischen Herkunft. Durch Fürsprache von Scheich Mohammed Abdullah, der ein muslisches Kulturzentrum in der Schweiz aufbauen wollte, wird er bereits am 19.11.1938 freigelassen unter der Bedingung, dass er Deutschland verlassen muss.

Hugo Israel und seine Flucht ins schweizerische Exil

Im Jahre 1939 in dem erstmal über die „Endlösung der Judenfrage“ diskutiert wird, wird Hugo Marcus mit einer Schikanemaßnahme als Krimineller behandelt, seine Fingerabdrücke aufgenommen und umbenannt in Hugo Israel.Eine Woche vor dem Überfall auf Polen durfte Hugo Marcus Deutschland verlassen und flüchtete sich in die Schweiz, obwohl eine Schifffahrt nach Indien die sichere Alternative war. Rund 30 Jahre bis zu seinem Tod wird er im schweizerischen Exil verbringen.So wie es die erste feste islamische Gemeinde mit einer Kontinuität nach dem 1. Weltkrieg in Deutschland (Berlin) gab, genauso setzte sich Hugo Marcus für eine erste deutsche Koranübersetzung ein. Sein Name wird jedoch bei den Danksagungen nicht aufgeführt, was auf politische Hintergründe (Jüdische Herkunft) schließen lässt. Die erste Koranübersetzung ins Deutsche erscheint 1939.

In der anschließenden Diskussion und Fragerunde, ging  Professor Marc David Bear darauf ein, dass es die Strömung des Großmufti von Jerusalem gab, die mit Hitler kollaborierte und sein Handeln gut hieß, aber es gab auch eine andere Seite, welche Juden wie Hugo Marcus bei seiner Flucht unterstützten und ihm treu zur Seite standen.

 

„Wer hat denn da geknallt?“

Der Urknall und die Gottesfrage: Ein Thema, das in den Naturwissenschaften aber auch in der Theologie viel diskutiert und umstritten ist. Professor Dr. Thomas Schimmel aus Karlsruhe brachte aus physikalischer Sicht Licht ins unendliche Dunkel.

Nicht nur für Physiker, Philosophen und Theologen, sondern auch für Laien ein vielversprechender Abend. Der angesehene und reich prämierte Physiker vom Karlsruher Institut der Technologie (KIT) Thomas Schimmel füllte vergangenen Donnerstag den größten Saal des Kupferbaus. Gleich zu Beginn wurde klar: Physik muss nicht trocken und langweilig sein. Mit einigen Anekdoten, Gedankenexperimenten und Metaphern ließ Schimmel den Zahlennebel seiner Kollegen hinter sich.

„Woher kommt das Universum?“

So wie das menschliche Leben ganz klein und unscheinbar beginne, so sei auch das Universum entstanden: Am Anfang war ein winziger Punkt, in dem alle Masse und Energie versammelt gewesen und dann plötzlich explodiert ist. Das Resultat ist das Universum und unsere heutige Welt. Aus dieser Zeit, so Schimmel, stammt die kosmische Hintergrundstrahlung, die 2003 von John Mather und George Smoot (Nobelpreis 2006) nachgewiesen wurde. Daran anknüpfend fragt Schimmel: „Wer hat denn da geknallt?“, oder anders ausgedrückt: „Woher kommt das Universum?“. Aus eigener Erfahrung schildert Schimmel, dass er und seine Kollegen zwar immer wieder neue Naturgesetze entdecken beziehungsweise erkennen würden, doch seien diese schon davor vorhanden gewesen – auch ohne Wissen der Menschen. Die Naturwissenschaft entdecke, schaffe aber keine Gesetze.

Reise in den unendlichen Kosmos

Betrachte man das Universum und seine Naturkonstanten, die unser Leben erst ermöglicht hätten ganz genau, so beschleicht einen schnell der Verdacht, dass dies nicht nur Zufall sein könne. Ein Beispiel zur Verdeutlichung: Die Feinjustierung der Konstanten sei so präzise, wie wenn ein Scharfschütze von der Erde auf ein Ein-Cent-Stück zielen müsste, das sich am anderen Ende des Universums befinde. „Ein ganzes Universum extra für uns? Wow! – Manche werden bereits rot“, sagt Schimmel und das Publikum hängt an seinen Lippen.

Von der Mikro- zur Makroebene oder besser gesagt bis an die Grenzen des Universums: Schimmel zeigt Schnappschüsse des Jupiters mit seinen braunen Gaswolken; die Sonne in Infrarotaufnahme; eine Galaxie in Form eines Pferdes. Alles in allem „wunderschöne Lichteffekte“ und er fügt noch hinzu: „Es hat schon etwas von Science-Fiction. Es ist aber nicht Fiction, sondern Science.“

Vom Staunen zum Glauben

Den letzten Teil seines Vortages wendet Schimmel ins Existenzielle. Alle diese faszinierenden und großartigen Eindrücke münden in eine nüchterne Erkenntnis: „Wir ahnen nur mit unseren Methoden, was hinter dem Schleier stecken mag – und staunen. Wir sehen doch nur die Schatten an der Wand und verstehen lediglich schemenhaft.“

Und so seien es nicht die Menschen, welche die Frage nach dem Woher des Universums und nach dem eigenen Sein endgültig beantworteten, sondern Gott. Konkret sei dies in Jesus Christus geschehen. Professor Schimmel schließt sein intelligentes und plausibles Plädoyer mit den Worten des Begründers der Quantenphysik Max Planck: „Wissenschaft und Glaube sind keine Gegensätze, sondern sie ergänzen und bedingen einander.“

Tigers ohne Biss rutschen auf den letzten Platz

Mit einer deutlichen 82:65 Niederlage gegen die s.Oliver Baskets aus Würzburg haben sich die Walter Tigers am Samstagabend in der ausverkauften Paul Horn Arena in die Winterpause verabschiedet. Nach bereits vier Heimniederlagen in Folge wollte das Team von Igor Perovic  das Jahr mit einem Befreiungsschlag vor den eigenen Fans beenden, doch allen guten Vorsätzen zum Trotz stellten die Spieler schon im ersten Viertel mit 9:23 die Weichen zur Niederlage. Zwar besserte sich das Spiel der Tübinger bis zur Halbzeit erheblich, doch auch zu diesem Zeitpunkt führten die Gäste noch verdient mit 27:35. Tigers ohne Biss rutschen auf den letzten Platz weiterlesen