Archiv der Kategorie: Kultur

Tübingen on Fire

Vergangenen Samstag feierte das Zimmertheater mit der eindringlichen Inszenierung „Smells like green spirit“ eine revolutionäre Premiere im Löwen. Das Institut für theatrale Zukunftsforschung machte mit dieser gedankenverändernden Darstellung seinem Namen alle Ehre. Basierend auf der Tatkraft der ITZ-Jungendgruppe #diesejungenleute forschte das Ensemble im Geist früherer Revolutionäre. Es gilt zu verstehen, woraus die Materie von Veränderungslust besteht. Lasst euch ein, auf eine Reise voller Hoffnung, Verzweiflung, Angst und Kämpfergeist.

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Experimentelle Klänge mit viel Schlagwerk

Seit 20 Jahren bringen die Tübinger Jazz- und Klassiktage verschiedenste Räume der ganzen Stadt zum Klingen. Von klassischen Klavierklängen bis hin zu experimentellen Jazz-Sounds ist bei den über 60 Konzerten in dieser Woche alles dabei. Am Freitagabend war die Band 2plus1 im Club Voltaire zu Gast. Mit ihrem neuen interaktiven Programm „Listen and Move“ brachten die drei Musiker das Publikum zum Springen und tauchten den Raum in eine tranceartige Stimmung.

Im Club Voltaire sind alle Stühle besetzt, als die Band 2plus1 mit Applaus auf der Bühne begrüßt wird. Mit ihrem Stück „Arrival in Space“ beginnen sie den Abend und präsentieren elektronische Klängen mit klarem Rhythmus – ihre Interpretation des Modernen Jazz. Mit dröhnender Loop-Station, afrikanischen Klängen und viel Schlagwerk nimmt die Band, die sich nur für den Abend gegründet hat, ihre Zuschauer mit auf einen Trip vom Weltall in die griechische Unterwelt. 

Sängerin Ana Hauck reiste extra für ihren Auftritt aus Berlin an.

Schlagzeuger Manfred Kniel und Keyboarder Fritz Heieck musizieren schon viele Jahre zusammen, entwickeln ihre Spielart jedoch stetig weiter. Mit reduzierten, aber sehr kraftvollen Klängen wollen sie den heutigen Zeitgeist in ihre Musik aufnehmen und mit klassischen Rhythmen verweben. Die experimentellen Klänge die daraus entstehen präsentieren sie an diesem Abend zusammen mit Ana Hauck, die mit Gesang und Tanz eine Schnittstelle zwischen Bühne und Publikum schaffte. 2plus1 will durch die interaktive Gestaltung jeden Zuhörer Teil des Konzerts werden lassen. Vor allem mit ihrer neuen Interpretation des klassischen Swing-Jump schaffen es die Musiker, den ganzen Raum zum Springen zu bringen und können so das klassische Konzept des Frontal-Konzerts aufbrechen.

„Wenn es den Leuten gefällt, werden wir als Band auf jeden Fall weiter machen!“, sagt Drummer Kniel.

„Wir wollen, dass man nicht ständig und überall die gleichen Sachen hört“

Der Schlagzeuger Manfred Kniel spielte schon mit 17 Jahren im Jazz Club in Tübingen und war schon viele Male bei den Jazz- und Klassiktagen dabei – mit einem Streichquartett, mit satirischem Programm und als Duo. Im Gespräch erklärt er, was für ihn der besondere Reiz an dem Musikfestival ist: „Gerade hier im Club Voltaire ist es so, dass die Veranstalter auch die Gefahr mit eingehen, dass etwas Mal nicht so gut ankommt. Der Verein macht ja fast nur Sachen, die irgendwo zwischen den kommerziellen Genres liegen. Und das, was wir jetzt hier abgeliefert haben, das kann man kaum mehr einordnen. Das ist so ein Konglomerat aus allem Möglichen, was man sein Leben lang gemacht hat. Man findet also eine Bühne, um ganz viele Sachen auszuprobieren.“ Was die Band an diesem Abend spielt, ordnet Kniel in den Post-Jazz ein. Die Musik ist aus seiner langen Erfahrung als Jazzmusiker entstanden, mit dem Anspruch Neues zu kreieren und auch wieder ein jüngeres Publikum anzusprechen. „Sagen wir so: Kommerziell wird sich das hier Gespielte kaum lohnen, aber das ist wurscht. Das Ziel ist es, dass man mal wieder für Studenten spielt. Außerdem macht es einen riesen Spaß und man fühlt sich einfach jung“, erzählt Kniel und lacht dabei.

„Der „Jump“, den wir gespielt haben, wurde genauso 1940 in Harlem gespielt, aber ohne Elektronik. Der Tanz war tatsächlich nur dieses Springen. Das haben wir jetzt wieder neu interpretiert. Die Energie und der Rhythmus sind genau das Gleiche”, erzählt Kniel.

Das Ziel des Musikfestivals

Die Tübinger Jazz- und Klassiktage finden seit 1999 statt und haben damit in diesem Jahr ihr zwanzigjähriges Jubiläum. Das Ziel des Vereins ist es, eine Plattform für regionale Musiker zu schaffen, auf der sowohl Anfänger als auch Profis ihre Musik präsentieren können. Von Jazz-Classics, höfischer Klassik, über Swing- und Big-Band-Sound ist bis zum Krautrock für jeden etwas dabei. Das Musikfestival will durch die bunte Bandbreite an musikalischem Programm dazu beitragen, dass die Stadt überall, an bekannten und an neu entdeckten Orten der Musikszene, mit Musik gefüllt wird. Sie soll dadurch nicht nur abends, sondern den ganzen Tag Menschen erreichen.

Wer Lust hat, kann noch das ganze Wochenende verschiedene Programmpunkte der Jazz- und Klassiktage genießen und bis Mitte November noch einzelnen Nachklänge der Veranstaltung lauschen.

Fotos: Friederike Streib

„Die Physiker“ – Drei folgenschwere Morde im Brechtbau-Theater

Der Auftakt des Wintersemesters 2019 wurde diese Woche angemessen gefeiert – von den neuen Erstis und den alten Hasen, ganz gleich ob von Natur – oder Geisteswissenschaftlern. Doch die Stimmung trügt! Denn im Brechtbau wurde eine Leiche gefunden. Und vermutlich war es nicht die Letzte. Die Schauspielgruppe Scenario hat Dürrenmatts berühmtes Drama „Die Physiker“ in Szene gesetzt und wurden dafür am Donnerstagabend mit reichlichem Applaus belohnt.

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Interview: Welche Helden braucht Tschetschenien? Studieren Ohne Grenzen e.V.

Wer ist in Tschetschenien ein Held? In der zu Russland gehörenden Republik war das lange Zeit ein Kämpfer. Zehn Jahre nach den beiden Kriegen gegen Russland fehlen nun aber Lehrer, Wissenschaftler und Sozialarbeiter. Das möchten Karo vom studentischen Verein Studieren Ohne Grenzen (SOG) und der tschetschenische SOG-Stipendiat Ibrahim ändern. Wir haben mit Karo und Ibrahim über soziale Projektideen, erfolgreiche internationale Zusammenarbeit und die Studienbedingungen in Tschetschenien gesprochen.

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50 Jahre Botanischer Garten Tübingen

Wenn es unter Studierenden heißt: „Wir treffen uns im Bota“, ist damit meist der alte Botanische Garten neben der Innenstadt gemeint. Wer sich gefragt hat, was an diesem Garten so botanisch sein soll, dem wird schnell auffallen, dass es sich eben nur um den alten Botanischen Garten handelt. Der „neue“ Botanische Garten der Universität Tübingen befindet sich neben dem Hörsaalzentrum auf der Morgenstelle und feiert dieses Jahr sein 50-Jähriges Jubiläum. Vor allem für die Menschen im Tal eine weite Strecke, aber auf jeden Fall eine Reise wert.

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Sommertheater: Über die Neckarinsel direkt nach Verona

Das Landestheater Tübingen lud dieses Jahr zum Sommertheater auf der Neckarinsel ein. Im Programm: Shakespeares tragisches Liebesdrama Romeo und Julia aus dem Jahr 1597. Die Inszenierung nach der deutschen Übersetzung von Thomas Brasch, unter der Regie von Christoph Roos, entführt die Zuschauer in ein Verona voller Musik, Tragik und Action.

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