Geschichten am Ende der Welt – Brechtbautheater

In den letzten zwei Tagen haben „The Ghostreaders“ wieder ihr Bestes gegeben. Im Brechtbautheater findet am heutigen Freitagabend ein letztes Mal um 20 Uhr die Lesung  ‚Am Ende der Welt gibt es Geschichten‘ statt. Es werden drei kurze Stücke aus Sebastian Niedlichs Kurzgeschichtensammlung spielerisch von begabten Spieler*innen und Erzähler*innen zum Besten gegeben.

Das Einhorn kommt nicht auf die Arche!

In der Ballade vom traurigen Einhorn regnet es sintflutartig. Der Wasserspiegel steigt (nicht wegen der Erderwärmung). Auf die Arche hat Noah das Einhorn nicht gelassen, es ist ein Einzelgänger und es ist gelangweilt. Außerdem ist es sowieso uninteressiert an der eigenen Rettung. Wird schon schiefgehen. Als es erkennt, dass möglicherweise die Welt tatsächlich untergehen wird, oder zumindest überschwemmt, bekommt es doch ein bisschen Panik. Dann kommt der Teufel ins Spiel…

Der Teufel und das Einhorn.

Der Tod und der Osterhase

In diesem zweiten Stück spielt der Tod eine mehr oder weniger tragende Rolle. Das erste Mal, als Martin ihn trifft, befreunden sich die beiden. Zumindest ein bisschen, da dieses Treffen am Todesbett einer Verwandten von Martin stattfindet. Der Tod fängt sich den Schmetterling, der aus der Leiche fliegt, mit einem kleinen Netz. Die Handlung setzt ein, als der ältere Michael den Tod zu einer Kinder-Krebsstation begleitet. Er soll dort etwas lernen, als angehender Nachfolger des Todes! Erstaunlicherweise stirbt dann der Osterhase – den wir uns alle ein wenig anders vorgestellt haben. Der Tod und Martin debattieren nun, was zu tun sei.

Der Osterhase und der Tod sind alte Bekannte.

Roadtrip nach Bethlehem

Im letzten und längsten Stück mit dem Namen: Road Trip Nach Bethlehem folgen die Zuschauer Caspar, Melchior und Balthasar auf ihrem Weg nach Bethlehem. Melchior ist von der ungewöhnlich langen Reise nicht begeistert. Immer wieder zweifelt er, ob er nach diesem Abenteuer jemals Kinder zeugen wird. Der Rücken eines Kamels scheint etwas unbequem zu sein. Balthasar, der Lehrer der zwei angehenden Weisen, kann den jammernden Melchior nicht in Zaum halten. Beruhigen kann er ihn auch nicht.

Während Caspar Songs von einer Casting Show singt, und Melchior kurz vor der Verzweiflung steht, meint der weise und besonnene Meister langsam: BALD! Sein Vertrauen in den Stern ist unendlich. Es ist fast so essentiell wie die abendlich gestellte Frage: was habt ihr heute gelernt?!

Jeder der die Weihnachtsgeschichte kennt weiß, dass Herodes essentielle Probleme bei der Führung des Landes hat und bemitleidet werden sollte! Zu dieser Schlussfolgerung kommt zumindest Melchior am Ende der langen Reise. Außerdem ist der Stadtnarr  kein Narr, Maria ist sehr froh über ihr neues Gold, Joseph hat’s nicht leicht und ein kleiner Umweg dauert vielleicht doch noch ein paar Tage länger.

Die drei Weisen diskutieren mit Herodes.

Fazit

Es lohnt sich wirklich, wie jedes Mal, das Stück der Ghostreaders anzuschauen. Und sei es nur, um dem (Uni-) Alltag für ein, zwei Stunden zu vergessen und sich in die verrückte Welt des Schauspiels zu begeben.

Letzte Chance die Stücke live zu sehen: Heute Abend um 20:00 Uhr im Brechtbautheater.

Fotos: Ellen Lehmann

 

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