Hinter den Uni-Kulissen: In der Cafeteria

Vorhang auf für einige der Menschen, die im Hintergrund dafür sorgen, dass der Unibetrieb rund läuft und Studierende und Dozenten einen möglichst angenehmen Unialltag erleben. Kupferblau hat sie getroffen: Bibliothekarinnen und Hausmeister, Cafeteria-Mitarbeiterinnen und Medientechniker. Heute im Interview: Ute Schwabenthan und Cordula Zeeb aus der Brechtbaucafeteria. Ein Gespräch über ihren Arbeitsalltag, die Brötchenvorlieben der Studierenden und die Extrawünsche der Professoren.

Zum Anfang eine einfach Frage: Den LKW lieber mit Ketchup oder Senf?

Schwabenthan: Ketchup!

Zeeb: Auf jeden Fall Ketchup!

In der Cafeteria werden hungrige Studierende mit Brötchen, Kaffee und Anderem versorgt. Wie sieht bei Ihnen in der Cafeteria ein gewöhnlicher Tag aus?

Zeeb: Wir beide kommen jeden Tag um 6:30 Uhr und sind dann erstmal mit Aufräumen, Spülen und Ware Verräumen beschäftigt.

Schwabenthan: Wir richten uns den Arbeitsplatz ein, schneiden das Gemüse vor und fangen an, den Körbe-Turm an Weckle abzuarbeiten. Bis wir um 9 Uhr öffnen sind wir damit gut beschäftigt. Danach geht es mit dem Brötchen produzieren natürlich noch laufend weiter.  Den Tag über geht es aber vor allem um den Verkauf und darum dafür zu sorgen, dass von allem genug da ist. Wenn die große Pausen sind, ist dann natürlich immer viel los. Dann steppt hier schon der Bär (lacht).

„Ziegenpeter“, „Gelbe Lady“ und „Feuriger Drache“ –  Wer denkt sich diese Namen aus? Und welches Brötchen haben die Studierenden am liebsten?

Zeeb: Das macht das Marketing des Studierendenwerks! Da schmunzelt so manch einer, wo die wohl herkommen (lacht).

Schwabenthan: Im Moment sind „der Ziegenpeter“ und „der geniale Veganer“ am beliebtesten! Und „Tomate-Mozzarella-Brötchen“, die gehen immer – früher wie heute.

„Korn-Kleverle“ und „genialer Veganer“: Bei den Brötchennamen, die sich das Studierendenwerk ausdenkt schmunzeln manchmal auch die Mitarbeiterinnen der Cafeteria.

Frau Schwabental, Sie arbeiten schon fast acht Jahre hier in der Cafeteria. In dieser Zeit hat sich sicher viel verändert, oder?

Schwabenthan: Absolut! Allein bei den Produkten ist es immens,  wie viel sich verändert hat. Es gibt inzwischen viel mehr verschiedene Brötchen und die einzelnen Sorten sind in der Produktion viel aufwendiger.

“Die veganen und vegetarischen Brötchen nehmen dabei immer mehr Platz ein. Als ich hier angefangen habe, gab es vor allem Wurstbrötchen, die rücken jetzt immer mehr in den Hintergrund.”

Gab es schon besondere oder skurrile Begegnungen mit Studenten oder Professoren, die Ihnen in Erinnerung geblieben sind?

Schwabenthan: Es gibt natürlich immer besondere Kandidaten. Zum Beispiel gibt es eine Professorin, die felsenfest davon überzeugt ist, dass der Kaffee an der äußeren Maschine besser schmeckt als der von uns hinter der Theke. Dabei ist es genau der Gleiche: Gleiche Bohnen – Gleiche Maschine. Als wir ihr das erklärt haben, konnten wir sie jedoch nur schwer überzeugen (lacht).

Zeeb: Und in Erinnerung bleiben einem vor allem die Studierenden, die jeden Tag kommen und  immer die gleichen Produkte kaufen. Die vermisst man dann, wenn sie nicht mehr kommen.

Frau Zeeb und Frau Schwabenthan sind mit ihren Kolleginnen Frau Möllers und Frau Pimentel ein eingespieltes Team. Während die Vorlesungen und Seminare laufen, übernimmt dann jeder bestimmte Aufgaben, um alles für die Mittagspausen vorzubereiten.

Wer hat mehr Extrawünsche, die Professoren oder die Studierenden?

Schwabenthan: Das sind schon die Professoren.

Zeeb: Ja! Gestern erst wurden wir von einem Dozenten gefragt, ob wir Weißwürste warm machen können. Aber das geht natürlich nicht! (lacht).

Schwabenthan: Wenn das die Runde macht bringt demnächst noch jemand einen Grill mit und wir braten hier hinten Steaks (lacht). Ach, es gibt manchmal Fragen.

Frau Möllers spült einige der Tassen, die sich bei dem hohen Kaffeekonsum der Studierenden sammeln.

Assoziieren Sie „Studierende in der Cafeteria“.

Zeeb: Der ganze Müll! Vor allem in den Tassen! Da sind Teebeutel, Spitzerdreck, Taschentücher und Kaugummis drin! Daneben stehen direkt  Mülleimer, aber trotzdem wird alles in die Tassen gestopft.

Schwabenthan: …und wie was zu entsorgen oder aufzuräumen ist,  ist auch überall angeschrieben. Man muss es eigentlich nur lesen. Irgendwie kriegen das viele allerdings nicht hin. Manchmal sollte man nicht glauben, dass die mal Lehrer werden, so wenig wie manche Studenten lesen (lacht).

Schon mal einen Brötchendieb gejagt?

Schwabenthan: Ja, tatsächlich! Den haben wir aber leider nicht erwischt (lacht).

Fotos: Friederike Streib

Ein Gedanke zu „Hinter den Uni-Kulissen: In der Cafeteria“

  1. Hallo zusammen!

    Frau Schwabental heißt Frau Schwabenthan

    Viele Grüße aus der Cafeteria Geiwi…

    Cordula Zeeb

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