Hinter den Uni-Kulissen: In der Medientechnik

Vorhang auf für einige der Menschen, die im Hintergrund dafür sorgen, dass der Unibetrieb rund läuft und Studierende und Dozenten einen möglichst angenehmen Unialltag erleben. Kupferblau hat sie getroffen: Bibliothekarinnen und Hausmeister, Cafeteria-Mitarbeiterinnen und Medientechniker. Heute im Interview: Jörg Auerswald aus der Medientechnik im Kupferbau. Ein Gespräch über die Techniktalente der Dozenten, die Veränderungen an der Uni und die Lesefähigkeit der Studierenden.

Sie sind zuständig für die Audiotechnik in den Vorlesungsräumen. Schon Mal jemandem absichtlich den Ton abgedreht?

Auerswald: Natürlich nicht! (Lacht) Wir haben hier zwar öfters mal nervige Zwischenfrager bei Abendveranstaltungen, aber da muss sich der Veranstalter dann selber kümmern.

Sie sind für die Medientechnik aller Gebäude im Tal und auf der Morgenstelle verantwortlich. Wie sieht da Ihr gewöhnlicher Arbeitsalltag aus?


Auerswald: Morgens machen wir zuerst ein Rundgang durch die Neue Aula und den Kupferbau. Wir checken, ob alles funktioniert und dann warten wir, dass die Dozenten kommen und ihre Mikrofone abholen. Die meisten wissen schon wie alles funktioniert, aber wenn jemand neu ist gibt es eine kurze Einweisung. Nachdem die Vorlesungen angefangen haben, sind wir hier im Büro auf Stand-By.

In ihrem Büro machen Herr Auerswald und seine Kollegen Max Kaiser und Mattias Blog auch selbst Reparaturen.

„Bei uns geht es zu wie bei der Feuerwehr“

Wenn es irgendwo Probleme mit der Technik gibt werden wir über das Notfalltelefon angerufen. Das klingelt sehr häufig, denn irgendwo ist jeden Tag was. Da wir nur drei Leute im Drei-Schicht-Betrieb sind kann das schon stressig werden. Meistens sind es ja gerade die Übergangszeiten, wenn überall die Vorlesungen beginnen, in denen etwas nicht funktioniert. Wir sind sehr dankbar, dass uns die Hausmeister da unter die Arme greifen. Es ist nämlich saublöd, wenn man hier eine Veranstaltung betreut und jemand vom Pfleghofsaal anruft, weil er den Beamer nicht anbekommt.

Das heißt, Sie werden oft wegen sehr banalen Dingen gerufen?


Auerswald: Ja! In den allermeisten Fällen sind die Probleme Anwenderfehler oder wären mit etwas Nachdenken leicht zu beheben (lacht). Häufig bekommen wir Anrufe, wenn die Beamer-Bilder nicht erscheinen. Und wenn wir ankommen,  sehen wir, dass die Dozenten vergessen haben, die Verdunkelungen runter zu lassen.  Gegen die Sonne kann nun mal kein Beamer ankommen (lacht). Und es ist auch immer wieder erstaunlich, wie Leute nicht in der Lage sind ihr eigenes Laptop zu bedienen.  An unserer Technik liegt es in den allermeisten Fällen jedoch nicht, aber das wollen die Leute in diesen Momenten natürlich nicht hören.

„Gerade auch der pflegliche Umgang mit der Technik, da haben offensichtlich viele Menschen an der Uni Schwierigkeiten.“

Bei Abendveranstaltungen werden Audio- und Bildtechnik aus den Hörsälen gesteuert. Im Hörsaal 25 haben Herr Auerswald und seine Kollegen ihr eigenes kleines Reich mit Videoschnitt-Platz, von dem aus sie alles steuern können.

Sie sind nun schon seit zwölf Jahren hier an der Uni. Was sind die markantesten Dinge die sich in diesen  Jahren verändert haben?


Auerswald: Die Beamertechnik hat sich natürlich weiterentwickelt und die Erneuerung der Mikrofonierung. Wenn ich überlege, als ich angefangen habe gab es Mikrofone aus den 70er Jahren. Richtige Klötze waren das, mit einem Meter Kabel unten dran. Für die Dozenten ist da in der Anwendung vieles einfacher geworden, aber alles was dahinter steckt ist heutzutage natürlich komplizierter.

Die gesamte Technik wird über einen zentralen Rechner im Keller gesteuert. Hinter den Knöpfen und Schaltern versteckt sich ein hockkompliziertes technisches System.

Wenn sie an die Studierenden denken, was fällt ihnen da ein?

Auerswald: Zunächst muss man sagen, dass alle im Großen und Ganzen freundlich sind. Aber! (lacht) Das mit dem Lesen scheint bei vielen wohl echt ein Problem zu sein.  An unserem Büro steht groß ‚Medientechnik‘ und drunter die Telefonnummer der Hausmeister.  Trotzdem klopfen hier jeden Tag  mehrmals Leute und denken sie sind bei den Hausmeistern gelandet. Dann sagen sie immer: ‚Aber da steht doch Hausmeister‘. Ich zeige nur auf das Schild und antworte: ,Lesen sie doch Mal weiter. Merken Sie was?‘

Fotos: Friederike Streib

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