Ein Abend bei… Der veganen Hochschulgruppe

Veganismus hat in den letzten Jahren immer mehr Raum eingenommen: In unseren Supermärkten, in Restaurants und in der öffentlichen Diskussion über die Umwelt und Tierrechte. Eine UN- Studie aus dem Jahr 2010 besagt, dass eine rein pflanzliche Ernährung Teil der Lösung des Klimawandels sein kann und muss. Auch tierethische Aspekte sprechen dafür. Die vegane Hochschulgruppe Tübingen beschäftigt sich mit diesen Themen und setzt sich für einen tierproduktfreien Lebensstil ein.  


Der Vegetarierbund Vebu rechnet aktuell mit knapp 1,6 Prozent VeganerInnen in Deutschland – Tendenz steigend. Die Gründe für eine rein pflanzliche Ernährung reichen dabei von tierethischen über ökologische bis hin zu gesundheitlichen Aspekten. Dem vor allem durch die Massentierhaltung bedingten Tierleiden ein Ende zu setzen ist ein Ziel des Veganismus. Ebenso spielt auch der Umweltschutz eine wichtige Rolle, da die Produktion von tierischen Produkten extrem viel Land und Süßwasser beansprucht und laut einer UN-Studie fast ein Fünftel der weltweiten Treibhausgasemissionen ausmacht. Auch an der Uni Tübingen gibt es eine Gruppe von Studierenden, die sich intensiv mit dieser Thematik auseinandersetzt und überzeugt ist, dass Veganismus die Welt positiv verändern kann: Die vegane Hochschulgruppe VHG.

Bei Infoständen und Veranstaltungen verteilt die VHG auch immer fleißig Flyer, die tierethische oder ökologische Aspekte des veganen Lebensstils beleuchten. Dabei arbeiten sie auch oft mit anderen Organisationen, wie beispielsweise dem Verein Act for Animals e. V., zusammen.

Die Arbeit der VHG


Es ist der erste Dienstag nach den Weihnachtsferien, und während draußen die Dunkelheit langsam einbricht, startet kurz nach 16 Uhr das Treffen der veganen Hochschulgruppe. Eine kleine Gruppe von etwa zehn Leuten hat sich durch den eisigen Wind bis zum Clubhaus durchgeschlagen, und auch ich bin heute mit dabei. Nach einer kleinen Vorstellungsrunde für alle Neuen geht die Sitzung in lockerer Atmosphäre richtig los. Im zweistündigen Treffen werden vergangene Projekte besprochen und reflektiert, es wird über neue Aktionen diskutiert und die anstehenden Aufgaben für kommende Veranstaltungen werden verteilt.

Wie die Aktionen der VHG aussehen ist vielfältig und unterschiedlich. In regelmäßigen Abständen organisiert die Gruppe zum einen Infostände auf der Wilhelmstraße oder in der Stadt, bei welchen über die Haltung in der Tierindustrie aufgeklärt wird. Auch Waffelstände stehen bei der VHG mit auf dem Programm. Sie sollen zeigen, dass einfache, leckere Gerichte simpel ohne tierische Produkte funktionieren und auf ihrem Instagram-Account geben die Studierenden außerdem Tipps zu veganen Essensspots in Tübingen.

Ziel:

Konkret will die Hochschulgruppe auch das Unileben verändern und mitgestalten. So ist die VHG gerade dabei mit dem Vorsitzenden des Studierendenwerks ins Gespräch zu kommen, um über eine nachhaltige Gestaltung der Mensen zu diskutieren. Darüber hinaus gibt es Filmvorführungen, Vorträge und Social Events, die von der VHG organisiert werden. Als Studierender kann man dementsprechend viele unterschiedliche Aufgaben übernehmen. Was und wie viel man übernehmen will, ist dabei jedem selbst überlassen. Um mitarbeiten zu können, ist es allerdings nicht ausschlaggebend, dass man selbst VeganerIn ist, denn die Hochschulgruppe will mit all ihren Vorträgen und Veranstaltungen vor allem Bewusstsein schaffen, Denkanstöße geben und eine Plattform zum Austausch über das Thema Veganismus sein.

„Wir freuen uns über jeden, der in die VHG kommt


Während die Sitzung langsam ausklingt und sich die Ersten wieder in den kalten Abend verabschieden, erzählen mir Juri und Viola noch ein bisschen davon, was sie motiviert bei der VHG mitzuarbeiten.

Viola (studiert Sinologie und Soziologie) und Juri (hat Rhetorik und Jura studiert) sind schon seit 2017 bei der VHG aktiv.

Juri sagt: „Der größte Schritt den man als Mensch tun kann, um seinen CO2 Fußabdruck zu reduzieren ist, auf eine rein pflanzliche Ernährung umzustellen. Wir  können die ökologische Krise nicht lösen, wenn wir nicht unsere Lebensart in beinahe allen Aspekten komplett ändern und da fällt die Ernährung natürlich mit rein. Wir haben eine große Baustelle und wir brauchen Menschen, die diese Baustelle angehen. Und deshalb freuen wir uns über jeden, der in die VHG kommt und uns dabei unterstützt!“.

Viola ist es vor allem wichtig gemeinsam aktiv zu werden: „Die meisten Leute werden ja vegan, weil sie etwas besser machen wollen und Schaden reduzieren wollen. Irgendwann gibt es aber immer diesen frustrierenden Moment in dem man merkt, dass man als Einzelner doch kaum Einfluss hat. Allein kann man nicht viel ändern und  wenn einfach nur ein paar wenige Leute vegan sind, dann bewirkt das auch wirklich nichts. Das motiviert uns, weil wir wissen wenn wir viele sind können wir etwas verändern. Und deshalb werden wir aktiv, tragen diese wichtige Thematik nach außen und versuchen anderen Leuten zu zeigen, dass Veganismus sinnvoll ist!“

Hast du Fragen rund ums Thema Veganismus oder Lust, bei der VHG mitzuarbeiten? Die Hochschulgruppe trifft sich in diesem Semester (WS18/19) immer am ersten Dienstag im Monat um 16 Uhr im Clubhaus (OG). Die neusten Infos zu den Treffen und Aktionen findet man immer auf ihrer Facebook Seite.

Fotos: Friederike Streib.

Ein Gedanke zu „Ein Abend bei… Der veganen Hochschulgruppe“

  1. Zwei Punkte dazu:

    Wenn ich das richtig im Kopf habe, sind kein Auto fahren und nicht fliegen was Klimaschutz betrifft effektiver als vegane Ernährung.

    Es gibt mit dem Effektiven Altruismus Tübingen und Act vor Animals noch mindestens 2 andere Gruppen, die sich für Veganismus einsetzen.

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