Sonja – Die Zombieapokalypse im Irish Pub

Seit vergangenem Dienstag tragen die Ghostreaders wieder ein Dramatic Reading im Brechtbau vor. Dieses Mal stellt die Theatergruppe den Zombieroman „Sonja“ vor, der Teil der Reihe „Stuttgart 21: Eine Stadt unter Quarantäne“ ist.  Der Fantasie des Publikums sind während der Vorstellung keine Grenzen gesetzt, da die Lesungen der Gruppe immer authentischer werden und ein Großteil des Stücks in Tübingen spielt. So kann man sich bildlich vorstellen, wie einem Gast im Irish Pub der Arm ausgerissen wird – mit „lauten Schmatzen“!

Ein ganz normaler Besuch der Messe

Zu Beginn des Stücks sind Sonja und Sarah auf der Messe in Stuttgart. Man kennt das, einen Tag lebt man in Tübingen und am nächsten geht es dann auf die Messe, um veganen Fleischersatz auszutesten. Die beiden arbeiten im Pub und da es Sarahs Ziel ist, Ruhm und Berühmtheit zu erlangen, kauft sie bei der ersten Gelegenheit die Bacon-Pflanze eines kuriosen Doktors.

Sarah, Sonja und der Doktor unterhalten sich über die Bacon-Pflanze.

Die Bacon-Pflanze

Sonja ist von dieser Idee nicht vollkommen begeistert. Sie vermutet, dass es sich um Genmanipulation handelt, außerdem gefällt ihr der superspezielle Spezialdünger ebenso wenig. Sie lässt Sarah auf der Messe zurück und schlendert ein bisschen durch die sonnige Stadt Stuttgart. Einen Frappé bei Starbucks muss sie sich auch noch gönnen. Da geschieht es: Sie überhört zufällig ein Gespräch über die mysteriöse Bacon-Pflanze. Ein Pärchen diskutiert über ein Restaurant, das in der Nähe Produkte verkauft, die aus gerade derselben Pflanze hergestellt wurden, die Sarah auf der Messe im Begriff ist zu kaufen.

Der Freund, Mark, schwärmt über den echten Fleischgeschmack des ‚Nicht-Fleisches‘ – endlich wieder Fleisch!

Gerade als sich die provokant hysterische Sonja überlegt, eben doch auch mal einen Tofu-Bacon-Snack zu probieren, kommt es zur Katastrophe … und Mark tut einige Sekunden später seinen letzten ‚gurgelnden‘ Atemzug. Sonja rennt so schnell sie kann weg vom grausamen Ort des Geschehens, denn sie kommt mit der steigenden Anzahl an herumliegenden Leichen einfach nicht zurecht.

So viele Tote – die Tübinger Zombieapokalypse steht vor ihrem Anfang!

‚SPEZIALANGEBOT‘ im Pub

Während im Irish Pub alle vollkommen begeistert sind von Sarahs neuer Errungenschaft, nehmen die Beschäftigten von Sonjas Warnungen kaum Notiz. So kommt es, dass im Irish Pub in Tübingen auf dem Angebotsschild in dicken, fetten Buchstaben steht: SPEZIALANGEBOT! Veganes Schnitzel. Die Tragödie nimmt einige Stunden später ihren Lauf – und die Zombieapokalypse überkommt Tübingen.

Es wird mit einer Schrotflinte (die im Irish unter dem Tresen versteckt ist!) wild umhergeschossen, Türen werden aufgebrochen, während Porsche geklaut werden und Freunde sich opfern müssen damit andere überleben. Wie, und ob die mutige aber sehr hysterische Sonja diese Situation mit ihrem Freund Alex überlebt, kann man im Brechtbautheater am Donnerstagabend noch erfahren.

Ihre Mimik und Gestik unterstützt, was die Ghostreaders mit voller Ernsthaftikheit vorlesen.

Fazit

Die Ghostereaders haben bei dieser Vorführung zusammen mit der Autorin Michaela Harich die Stadt Tübingen mit einer guten Ladung Sarkasmus und vielen Witzeleien auf die Schippe genommen. Nicht nur Vegetarier bekommen ihren Speck weg, auch die Autofahrer der Stadt scheinen eher zu ’schlendern‘, während die allgemeine Sicherheit in der Stadt sowieso eher sporadisch zu sein scheint, da Sonja und ihr Freund polizeilich gesucht werden und trotzdem ein bis zwei Einbrüche begehen können. Was allgemein bei diesen Lesungen immer wieder beeindruckend ist, ist die Seriösität mit der die Texte von der Gruppe vorgetragen werden und wie viele Emotionen bzw. Regungen man mit ein bisschen Mimik und Gestik doch darstellen kann.

Heute Abend um 20 Uhr gibt es noch einmal eine Vorstellung im Brechtbautheater.

Fotos: Ellen Lehmann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.