The Ghostreaders: Weihnachten im Brechtbautheater

Am vergangenen Montagabend stellte sich zum ersten Mal die Schauspielgruppe The Ghostreaders im Brechtbautheater vor. Bei der Premiere trugen die Schauspieler ein „Dramatic Reading“ vor, bei dem vier eher unbekannte Weihnachtsgeschichten von Charles Dickens gelesen wurden. Auf der Bühne wurden diese auf liebevolle und humorvolle Weise nachgespielt.

Die „Ghostreaders“

Nachdem vergangenes Semester die erste Lesung im Brechtbautheater stattfand, hat sich nun eine kleine Gruppe zusammengetan, um sich des Öfteren die literarische Welt zum Leben zu erwecken. Natürlich ist die bekannteste von Charles Dickens Weihnachtsgeschichten A Christmas Carol, aber es lohnt sich eben auch andere, traditionellere Geschichten aufleben zu lassen. In dem gemütlich inszenierten Theater gelingt das den Schauspielern sehr gut. Eine Feuer flackert behaglich neben dem kleinen Sessel, auf dem sich der jeweilige Erzähler gerade lümmelt, während im Hintergrund die Kinder unter dem Weihnachtsbaum spielen und die Geschenke mit großen Augen beäugen.

Einer der Erzähler beschreibt die weihnachtliche Stimmung, die auf der Bühne dargestellt wird.

Der Tannenbaum: Eine Sammmlung an Geschichten

In dieser Atmosphäre beginnt ein Erzähler zu lesen. A Christmas Tree, die längste der vier Erzählungen, handelt von Geschichten, die der Erzähler mit Weihnachten verbindet. Der alte Mann im Armsessel beschreibt die Weihnachtszeit mit all ihren Elementen, erzählt von Diesem und Jenem und verwundert dabei das Publikum mit bizarren und schönen Erzählungen, die von den anderen Schauspielern nachgestellt werden.

Mit Punsch und Keksen versorgt, kann das Publikum sich nach der Intermission auf eine andere Erzählung einlassen. What Christmas Is As We Grow Older beschreibt ein Weihnachten, bei dem ALLE zum Fest eingeladen sind, selbst jene, die (durch mysteriöse Umstände) nicht mehr so ganz lebendig sind.

Mit viel Begeisterung und Schwung wurden die Texte vorgetragen.

Mysteriöse Weihnachten

In den Geschichten klingeln nicht nur die fröhlichen Glocken der Weihnacht, es betreten auch gefährliche und gespenstische Gestalten die Bühne. Bei The Story of the Goblins Who Stole a Sexton erschreckt ein Kobold den ein oder anderen Zuschauer mit einem raschen Hüpfer oder grausigen (zugegebenermaßen auch lustigen) Chorgesängen.

Einer der Goblins macht dem griesgrämigen Friedhofswärter Angst.

Ein besinnliches Weihnachten

The Child’s Story lässt die Zuhörer nach rasanten Geschichten über Kobolde und Gespenster innehalten und fesselt die Aufmerksamkeit. Der alte Erzähler berichtet von einem wandernden Reisenden der sucht – und findet. Am Ende erinnert er sich mit seiner Familie gemeinsam an alles Geschehene beim Gechichtenerzählen am Weihnachtfeuer. Als Zuschauer freut man sich mit ihm über das Glück, dass ihm widerfahren ist.

Als Fazit lässt sich sagen, dass die Schauspieler trotz des relativ leeren Saals bei ihrer Premiere eine bemerkenswerte Leistung vollbracht haben. Mit ihrer schönen Art zu lesen und zu Schauspielern haben sie alle in die mysteriöse und schöne Weihnachtswelt von Charles Dickens mitgenommen,

Weitere Vorstellungen: Dienstag, 04.12. und Mittwoch, 05.12.

Fotos: Ellen Lehmann

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