Ein letzter Prüfungstipp: Keep it real!

Die vorlesungsfreie Zeit hat begonnen, und somit dürften bereits einige mit ihren Prüfungen durch sein. Du gehörst nicht dazu? Ganz im Gegenteil, du fühlst dich überfordert und weißt nicht, wie du das alles schaffen sollst? Keine Panik, denn damit bist du nicht alleine. Ein letzter Tipp von unserem Redakteur, wie man den Berg in seinem Kopf bezwingen kann.

Auch auf die Gefahr hin, das Offensichtliche festzustellen: Druck kann Freund und Feind der Studierenden sein. Ein wenig davon ist nötig, um sie aus dem Freibad oder Bierkeller in die Bib zu treiben. Zuviel hingegen blockiert. Zuviel lässt aus einem machbaren Haufen Arbeit einen scheinbar unerklimmbaren Berg werden. Wo aber verläuft diese Demarkationslinie zwischen Burgsteige und Mount Everest?

Eine erste Antwort auf diese Frage liefert der vorhergegangene Artikel dieser Reihe: Planung. Eine realistische Einteilung der verbleibenden Zeit ist Gold wert, wenn man Stress vermeiden möchte. Dabei ist das Schlüsselwort in diesem Satz »realistisch«. Denn erst eine realistische Einschätzung der eigenen Fähigkeiten erlaubt eine realistische Planung. Naheliegend: Eher unterschätzt man den Umfang des Stoffs und überschätzt das eigene Lerntempo. Der erste Tipp lautet also: Plant realistisch, plant großzügig. Sollte am Ende der Vorbereitung Zeit und kein Lernstoff übrig bleiben, gibt es immer noch das Freibad oder den Bierkeller. Eine kurze Verschnaufpause vor der Klausur steigert die Performance eher, als bis spät in die Nacht noch verzweifelt zu versuchen, sich den restlichen Stoff reinzudrücken.

Die Bücher stapeln sich auf dem Schreibtisch? Geht das Ganze Schritt für Schritt an – sonst endet das Lernen in Frustration.

Ein zweiter, mindestens ebenso wichtiger Hinweis betrifft die eigenen Erwartungen. Auch hier hilft es, wenn man sich nicht mit übersteigerten Ansprüchen unnötig unter Druck setzt. Das können beispielsweise Erwartungen an Lerndauer oder -umfang sein: Hat man einen zwölfstündigen Bibliotheksaufenthalt geplant, bei dem die Hälfte des prüfungsrelevanten Stoffs durchgearbeitet werden soll, ist es wahrscheinlicher die Bib am Ende des Tages frustriert und gestresst zu verlassen. Denn auch wenn es wahrscheinlich ein eigentlich erfolgreicher Lerntag war, war das Lernziel so hoch gesteckt, dass es kaum zu erreichen war. Selbes gilt auch für die Prüfungsperformance. Erwartet man von sich, das erste Jurastaatsexamen mit 18 Punkten zu bestehen, ist die Wahrscheinlichkeit, an den eigenen Erwartungen zu scheitern, recht hoch. Bereitet man sich jedoch bestmöglich vor, wird man ein Ergebnis erzielen, das im Rahmen der eigenen Möglichkeiten liegt. Mehr wäre nie drin gewesen.

Nicht missverstehen: Das soll kein Aufruf zur Ambitionslosigkeit sein oder dazu, sich keine hohen Ziele zu stecken. Wenn man nicht testet, wo die eigenen Grenzen verlaufen, läuft man Gefahr sich zu unterschätzen. Doch hat man sie einmal gefunden, sollte man diese Demarkationslinien akzeptieren und versuchen mit ihnen zu arbeiten, anstatt immer wieder aufs Neue über sie zu stolpern.

In diesem Sinne: Stress macht man sich immer selbst, und: »Keep it real«. 😉

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