Mein erstes Mal…

…beim Somatics. Diese Sportart wird beim Hochschulsport in Tübingen angeboten und weil vermutlich die wenigsten überhaupt wissen, worum es sich dabei handelt, hat sich unsere Redakteurin das mal aus der Nähe angeschaut.

Als ich den Kursraum in der Uhlandsporthalle betrete, erwartet mich zunächst gähnende Leere. Nur die Kursleiterin und eine Teilnehmerin sind da – und ich bin eigentlich schon zu spät dran. Eigentlich besteht der Kurs aus 13 TeilnehmerInnen – aber heute gibt es für mich ein Personal Training. „Es wird nicht anstrengend werden”, verrät mir die andere Teilnehmerin, bevor wir loslegen.

Somatics wurde von Dr. Thomas Hanna in den 1980er Jahren entwickelt. Bei der sportlichen Disziplin geht es darum, verspannte Muskeln durch langsame, gezielte Bewegungen wieder zu ihrer natürlichen Haltung zurückzuführen. Gerade wenn wir im Alltag häufig eine falsche Körperhaltung einnehmen, kann Somatics  dabei helfen, die verklebten Faszien (Bindegewebe) zu lösen. Somatics ähnelt dabei der Disziplin “Feldenkrais”, die von Dr. Hannas Freund Dr. Moshe Feldenkrais entwickelt worden ist.

Beim Somatics sind langsame Bewegungen ohne Anstrengung das A und O.

Entspannte Atmosphäre

Im Kurs legen wir uns nun zuerst auf eine Matte auf den Boden. Ich liege ganz entspannt auf dem Rücken und habe die Augen geschlossen. Die Kursleiterin Ilona Hacker führt uns durch eine Entspannung, in der wir unsere Aufmerksamkeit zu verschiedenen Körperteilen leiten. Ich bin wirklich total entspannt und muss aufpassen, dabei nicht einzuschlafen. Wer also dem Alltagsstress mal eine Weile entfliehen möchte, sollte Somatics ausprobieren.

Wir widmen uns dann der Hüfte und den Beinen und führen verschiedene Bewegungen und leichte Dehnungen ganz langsam und bewusst durch. Ich fahre zum Beispiel mit dem rechten Fuß am linken Bein nach oben, lege ihn auf dem linken Knie ab und lasse das rechte Knie nach außen fallen. Bei einer anderen Übung führe ich das den rechten Fuß nach außen und lasse das Knie nach innen fallen. All das findet in Zeitlupe statt und wird sehr oft wiederholt. Um jetzt aber wirklich langfristige Erfolge zu erzielen, müsste man die Übungen zweimal täglich durchführen. Nach den Übungen fühle ich mich tatsächlich etwas beweglicher und verlasse ganz entspannt den Kursraum.

3 Fragen an die Kursleiterin:

Für wen ist Somatics geeignet?

Somatics ist für jeden geeignet. Es ist keine Physiotherapie, also ist es nicht nur für Personen geeignet, die Verletzungen haben. Somatics kann man in jedem Alter durchführen. Heutzutage sitzen wir im Alltag so viel, da können auch die jungen Leute schon sehr davon profitieren.

Welche anderen Kurse leiten Sie noch?

Ich leite auch Yogakurse und Yogilates Kurse beim Hochschulsport. Man kann die verschiedenen Kurse auch gut miteinander verbinden. Beim Yogilates haben wir auch Musik und es gibt etwas mehr Action.

Bieten Sie im Wintersemester auch wieder Somatics an?

Ja natürlich, wenn sich genug Studierende anmelden und ein Kurs zustande kommt.

Fotos: Lisamarie Haas

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