Mein erstes Mal …

 … beim Floorball. Besonders viel weiß ich über Floorball nicht, außer, dass es eine Art Hallenhockey ohne Ausrüstung sein soll. Also entschließe ich mich, für unsere neue Serie „Mein erstes Mal …“ dem Anfängerkurs einen Besuch abzustatten und hoffe, dass ich als halbwegs sportlicher Typ keine allzu schlechte Figur mache.

Im Kurs werde ich nett aufgenommen und erst einmal mit Schläger und Ball ausgestattet. Der Schläger ist aus Plastik und wiegt erstaunlich wenig, der Ball ist – im Gegensatz zum Eishockey-Puck – tatsächlich rund und mit Löchern ausgestattet, sodass er mich irgendwie ein bisschen an diese stylischen Crocs erinnert.

Die Unterseite des Kunststoff-Schlägers und der mit 26 Löchern ausgestattete Ball.

Bei den ersten Läufen mit Ball und den Passübungen schlage ich mich für einen Anfänger ordentlich. Das Handling des Schlägers ist beidhändig wie einhändig recht einfach. Man merkt dennoch, dass auch beim Floorball auf die Technik geachtet werden sollte. Beim Passen etwa ist mein erster Reflex, einfach auf den Ball zu schlagen. Als effektiver und zielgenauer stellt es sich aber heraus, den Ball zu schieben. Das Annehmen von Pässen will noch nicht so recht funktionieren. Warum springt der Ball immer über meinen Schläger drüber? Außerdem bin ich verwirrt, was jetzt Vorhand und was Rückhand ist. Egal!

Danach stehen Schussübungen aufs Tor an. Der Torwart befindet sich die ganze Zeit auf den Knien und hat immerhin einen Helm als Schutz, da der Ball trotz geringen Gewichts doch recht schnell werden kann. Für mich als Anfänger ist es ziemlich schwierig, überhaupt das Tor zu treffen, geschweige denn ein Tor zu erzielen – denn der Keeper setzt sich mit Händen und Füßen dagegen zur Wehr.

Die Banden für Kleinfeld-Floorball werden aufgebaut.

Nach ca. einer Dreiviertelstunde Vorbereitung juckt es mich bereits in den Füßen, äh, Händen. Und dann ist es endlich soweit: Zeit für das freie Spiel! Dafür müssen erst einmal Banden aufgebaut werden, um das Spielfeld einzugrenzen. Dann heißt es drei gegen drei. Durch den Wegfall der Ausrüstung und der körperlichen Härte steht der Spaß im Vordergrund, entsprechend motiviert bin ich jedes Mal, wenn ich wieder an der Reihe bin zu spielen. Auch wenn mir ein Tor nicht vergönnt bleibt – der ein oder andere Pass gelingt und mithilfe von Stellungsspiel kann ich immerhin ein paar Bälle abfangen.

Fazit:

Mein erstes Mal Floorball war in jedem Fall eine sehr spaßige Angelegenheit. Floorball ist ein dynamischer Sport, den ich jedem empfehlen kann, der mal etwas Neues ausprobieren möchte. Dass ich in Kupferblau-Mission beim Floorball war, habe ich während des Spiels sogar zeitweise vergessen und vielleicht schaue ich auch in Zukunft mal wieder beim Kurs vorbei.

 4 Fragen an den Kursleiter und die Teilnehmer

 Was sind die wichtigsten Fähigkeiten für einen Floorball-Spieler?

Ähnlich wie in anderen Ballsportarten: Spielintelligenz, Ballgefühl und Beweglichkeit.

Warum hat der Ball Löcher und ist hohl?

Dadurch hat er den gleichen Luftwiderstand wie der Ball beim Hockey, wiegt aber nur etwa ein Siebtel davon.

Warum sollten mehr Leute Floorball spielen?

Da der Sport nicht so bekannt ist, gibt es eine bunte Mischung aus Männern und Frauen aller möglichen Altersklassen. Außerdem kommt man als Anfänger gut rein und bemerkt schnell Fortschritte in seinem Spiel. Floorball ist durch die Banden und die regelmäßigen Auswechslungen ein flüssiger und dynamischer Sport. Durch den leichten Ball und die wenige Ausrüstung ist auch das Verletzungsrisiko sehr gering. Damit ist Floorball einfach gut geeignet für den Hochschulsport.

Gibt es professionell gespieltes Floorball?

Es gibt ein Ligensystem mit drei bis vier Ligen (regional unterschiedlich), selbst in der deutschen Bundesliga kann man aber nicht davon leben.

Am kommenden Wochenende (26.5./27.5.) findet außerdem die deutsche Meisterschaft der Damen statt, und zwar in der Universitätssporthalle Tübingen (Alberstraße 27). Mit dabei sind die Damen der SV 03 Tübingen Sharks! Interessierte sind willkommen. Der Spielplan kann hier eingesehen werden.

Fotos: Dominik Widera

 

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