„Ich will mich nicht verstellen“

Von der Uni zu „Deutschland sucht den Superstar“ – Musikwissenschaftsstudent Marc Imam hat es geschafft und ist bei der Castingshow in den Recall am Samstag eingezogen.

Soul, das ist Musik mit Seele, findet Marc. Der 21-Jährige aus Esslingen studiert in Tübingen Musikwissenschaft und Philosophie. Am liebsten macht er auch Musik mit Inhalten – und das am liebsten in Tübingen, jeden Montagabend. Zusammen mit seiner Band „Soul’MaM“ tritt er dann im Schlosscafé auf. Zuletzt war er auch bei „Deutschland sucht den Superstar“ am Start und konnte sofort überzeugen. Vor dem Recall am Samstag sprach er mit Kupferblau über DSDS, Tübingen und die Zukunft.

Wie fühlt es sich an, jetzt im Recall zu sein?

Wirklich gut! Ich hätte niemals gedacht, dass es wirklich passiert. Früher habe ich im Fernsehen immer DSDS geschaut und jetzt ist es meine eigene Realität!

Obwohl Du regelmäßig auf der Bühne stehst – warst Du sehr aufgeregt beim Casting?

Ich war ziemlich nervös und aufgeregt. Es ist immer was Anderes, nur vor vier Leuten aufzutreten. Ich hab schon auf Bühnen gespielt, da waren 10.000 Menschen und da war es nicht so schlimm wie vor vier Leuten und ein paar Kameras. Die sehen jede deiner Bewegungen. Es ist alles viel kleiner und man muss singen, als würde man vor 500 Menschen stehen. Es ist alles so klein, aber man weiß, dass einen die ganze Welt sehen kann.

Was sind jetzt Deine Ziele bei DSDS?

Mein Ziel ist es, möglichst weit zu kommen! Mir ist auch wichtig, dass ich ‚ich selbst‘ bleibe. Keine Angst vor Emotionen zu haben und diese dann auch raus zu lassen. Ich will mich nicht verstellen müssen, das wäre meine größte Angst.

Unterscheiden sich die Anforderungen an der Universität und bei DSDS sehr voneinander?

Die Universität ist komplett anders, DSDS ist eher wie die Schule. Die Uni ist freier, es gibt keine regelmäßigen Tests. Ansonsten finde ich es sehr schwer, die Uni mit DSDS zu vergleichen.

Wie bist Du mit der Musik in Berührung gekommen?

Das war mit acht Jahren, aber total unbewusst! Ich war in der Schule immer ein bisschen verpeilt. Keine Ahnung, was ich in der Grundschule gemacht hab, außer Mathe. Genau weiß ich es nicht mehr, aber meine Musiklehrerin damals meinte, ich sollte doch in einen professionellen Chor gehen. Ich war dann bei den Hymnus-Chorknaben, einem evangelischen Kirchenchor in Stuttgart. Da kam ich wirklich mit Musik in Berührung. Es war immer ein Ausgleich, ein Ausweg und eine Freizeitbeschäftigung. Es ist eine lange Reise mit der Musik.

Kannst Du beschreiben, was die Musik in Dir auslöst?

Dass Musik Spaß und gute Laune macht, wäre zu einfach. Immer wenn ich Musik höre, dann habe ich da auch eine Story oder einen Film, der in meinem Kopf läuft. Die Musik, die im Moment läuft: Da habe ich so ein Gefühl und einen Film, der zu diesem Gefühl abläuft. Das ist irgendein Moment aus meinem Leben oder eine Vorstellung, die man so hat. Das ist Musik für mich. Wenn ich selbst Lieder schreibe, dann schreibe ich meinen eigenen Film, eine Geschichte – eben Dinge, die mich beschäftigen. Durch fast alle Lieder die ich geschrieben habe, möchte ich etwas verarbeiten oder klarmachen. Das spiegelt sich dann nicht nur im Text wider, sondern auch in den Akkorden und dem Aufbau. Das versuche ich alles zu beachten, damit man auch das Gefühl vermittelt bekommt, wenn man den Song hört.

Warum gerade Tübingen und die Musikwissenschaft? Und nicht zum Beispiel Mannheim mit der Popakademie?

Ich hab angefangen, in Tübingen Jura zu studieren. Tübingen ist echt schön, ich wollte hier nicht weg! Deshalb habe ich geschaut, was ich hier mit Musik machen kann. Musikwissenschaft hat sich da angeboten. Zu der Zeit hat sich meine Band Soul’Mam, mit der ich montags immer im Schlosscafé auftrete, gebildet. Musik würde ich also praktisch immer genug machen. Aber musiktheoretisch hatte ich bis dahin keine Ahnung. Im April 2017 habe ich angefangen, Klavier zu spielen. Ich hatte davor keine Ahnung von Musiktheorie und dachte mir, da kann ich nachhelfen. Es hilft, ich werde immer besser als Songschreiber und Musiker.

Du hast gesagt, es gibt keinen Plan B. Willst du später von der Musik leben? Wie stellst Du dir das vor?

Auf alle Fälle möchte ich später von der Musik leben. Ich stelle mir tatsächlich eine Künstlerkarriere vor, bei der ich eigene Songs schreibe, Alben herausbringe und Konzerte spiele. Auf Bühnen stehen und unterwegs sein und möglichst viele Menschen erreichen.

Und zum Abschluss: Was ist Dein Lieblingslied?

Das wechselt sich immer ab. Zuletzt war es ‚Easy‘ von May Ayres. Aber im Moment ist es ‚Georgia on My Mind‘ von Ray Charles.

Foto: Marko Knab.

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