Zeit für starke Frauen

Vom 22. bis 29. November 2017 gibt es im Rahmen des 17. Filmfest Frauenwelten wieder jede Menge starke Frauen in den Tübinger, Reutlinger und Rottenburger Kinos zu sehen. Unsere Redakteurin hat sich den spannenden und hochaktuellen Film „Layla M.“ angeschaut. Er handelt von einer Jugendlichen, die sich auf der Suche nach sich selbst immer mehr radikalisiert.

Für viele Frauen in Krisengebieten gehört Gewalt und das Verweigern der Gleichberechtigung von Männern und Frauen zum Alltag. Die 17. Filmfestwoche wird auch in diesem Jahr wieder die unterschiedlichsten Frauen aus den verschiedensten Ländern dieser Welt zeigen. Doch eines haben sie gemeinsam: Sie sind stark, meistern jeden Tag aufs Neue ihren Alltag und versuchen zu verarbeiten, was ihnen einst geschehen ist.

Chancengleichheit und Gleichberechtigung

Layla ist jung, frisch verliebt, fußballbegeistert und will später einmal Medizin studieren. Ein ganz normaler Teenager also. Sie lebt in Amsterdam und ist dort in einer fünfköpfigen, muslimischen Familie behütet aufgewachsen. Ihre Religion spielt eine große Rolle in ihrem Leben und vor allem der Grundsatz: Männer und Frauen sind gleich.

In ihrem Alltag hat sie viel mit Rassismus zu kämpfen. Im Fußball als Linienrichterin wird sie nicht ernst genommen, von ihren Eltern fühlt sie sich nicht verstanden. All diese Dinge verletzen ihren Grundsatz und bestärken sie in ihrer Religion. Sie wendet sich von ihrer besten Freundin ab und gesellt sich zu einer Gruppe Gleichgesinnter, in deren Leben die Religion ebenfalls eine große Rolle spielt. Für diese Religion will sie einstehen und heiratet überstürzt ihren Freund Abdel. Mit gepackten Taschen und einem Abschiedsbrief für die Familie in der Hand, machen sich die beiden eines nachts auf den Weg nach Belgien. Alles scheint perfekt zu sein und die beiden sind glücklich. Von Belgien aus soll es in den mittleren Osten weitergehen, so der Plan.

Laylas Freund Abdel beim Bearbeiten von islamistischen Videos.

Dort angekommen, ändert sich jedoch alles komplett. Layla wird in die Rolle der Hausfrau gezwängt, muss putzen und kochen, selbst in die Moschee darf sie nicht mehr alleine laufen. Ihr Mann Abdel entwickelt sich immer mehr zum islamistischen Extremisten und wird Layla fremd. Ihre Überzeugungen wandeln sich um in Zweifel und sie sehnt sich zurück nach Amsterdam.

Regisseurin versetzt Tübingen – mit akzeptablem Grund

Was kann denn wichtiger sein, als unser schönes Städtchen Tübingen? LA natürlich! Die Regisseurin Mijke de Jong versetzt die Tübinger, jedoch mit einem sehr guten Grund. Da Layla M. bereits sechs Filmpreise gewonnen hat und Hollands Kandidat für den Oscar 2018 ist, musste de Jong ihren Film der in Los Angeles sitzenden Jury vorstellen. Mit einer Videobotschaft an die Tübinger Kinobesucher entschuldigt sie sich für ihr Fehlen.

Lust auf den Film? Dann ab ins Kino! Heute Abend um 18 Uhr im Kino Museum habt ihr die letzte Chance, euch den Film anzuschauen.

Fotos: Filmfest Frauenwelten offiziell

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