Schmerzhafte Niederlage beim Schwaben-Derby

Eine ausverkaufte Halle, Derbystimmung auf den Rängen und ein enges Spiel wurden am Samstagabend von den Walter Tigers und Ratiopharm Ulm geboten. Letztlich stand jedoch die achte Niederlage im achten Saisonspiel für die Tigers zu Buche. Dabei sah es lange nach einem Ende der Serie aus.

Dass dieses Spiel auch unabhängig von den aktuellen Tabellenpositionen von großer Bedeutung für beide Vereine ist, wurde in der Paul-Horn-Arena jedem Zuschauer schnell bewusst. Schon vor Beginn der Partie sorgten die Fans auf den Tribünen für hervorragende Stimmung. Neben den Tübinger Fans, die einen Großteil der Halle füllten, waren auch zahlreiche Ulmer angereist und leisteten sich mit den Tübingern einen lautstarken Schlagabtausch. Keines der beiden Lager hielt sich dabei mit seiner Abneigung für den Gegner zurück, was die Stimmung in der Halle zusätzlich aufheizte.

Derbytime: Die Halle brennt

Auf dem Spielfeld kamen die beiden Mannschaften glücklicherweise ohne Anfeindungen aus. Und solche brauchte es auch gar nicht, um die Zuschauer mitzureißen. Denn das was die Spieler boten, war ein aufregendes und kurzlebiges Spiel, das die Erwartungen keines Anwesenden enttäuscht haben dürfte. Vor allem die Tübinger sollten zu Beginn der Partie zufrieden gewesen sein, da die Tigers zunächst besser ins Spiel fanden. Bereits Mitte des ersten Viertels lag man mit 13:2 in Führung und es schien, dass die Ulmer deutlich mit der Stimmung zu kämpfen hatten. Viele Ballverluste und eine schwache Wurfquote dominierten das Spiel der Donaustädter. Zudem gelang es ihnen kaum freie Würfe zu kreieren, da der Versuch mit einfachen Blocks zu Punkten zu kommen scheiterte und Alternativen fehlten. Die Tübinger hingegen bestraften die vielen Ballverluste der Gäste eiskalt und zeigten eine beeindruckende Körpersprache. Allerdings konnten auch die Tigers nicht zufrieden mit ihren Würfen sein, gelang es den Ulmern doch mit Hilfe einiger Freiwürfe und erfolgreicher Dreier auf 19:13 zu verkürzen und den Anschluss widerherzustellen.

Fan-Support über alle Viertel

Im zweiten Viertel waren die Fans daher sofort wieder in voller Lautstärke da. Die Tübinger, die bisher allen Grund zum Feiern hatten, dominierten weiter die Halle, während sich nun aber auch der ganz in weiß gehaltene Fanblock Ulms stärker an der Stimmung beteiligte. Ein ähnlicher gleiche Schlagabtausch bot sich auch weiter unten auf dem Feld. Die Partie war umkämpft und ausgesprochen eng. Dazu trug auch bei, dass beide Mannschaften sich nun eine Vielzahl an Fehlern leisteten. Es kam zu einigen Ballverlusten und die Würfe strahlten nur begrenzt Gefahr aus. Während die Tigers mit einer schwachen Quote von der Dreierlinie enttäuschten, fand Ulm zum Ender der Halbzeit doch noch über das Blockspiel in die Partie und kam dank einer Vielzahl an Freiwürfen zu weiteren Punkten. Die Führung, die Tübingen seit Beginn der Partie verteidigte, hatte aber auch zur Halbzeit bestand, war allerdings auf 34:33 geschrumpft.

Zur Freude der Zuschauer stieg das Niveau im dritten Viertel wieder. Die Spieler wirkten nun frischer und die Aktionen auf dem Parkett waren deutlich erfolgreicher. Plötzlich saßen auf beiden Seiten die Würfe und die Geschwindigkeit nahm zu. Auf Tübinger Seite stach vor allem Reggie Upshaw hervor, der nach 23 gespielten Minuten bereits 24 Punkte verzeichnen konnte. In der umkämpften Partie boten sich nun viele Gelegenheiten auf beiden Seiten. Eine solche nutzte Ulm dann eine Minute vor Ende des dritten Viertels um zum ersten Mal (!) in der Partie zum Ausgleich zu kommen. Mit 57:57 ging es dann auch in den letzten Spielabschnitt.

Man of the match: Reggie Upshaw

Die meisten Zuschauer hatten sich bereits erhoben und die Derbystimmung war dank der engen Partie auf ihrem Höhepunkt. Auf Höhenflug befanden sich dann zu Beginn des letzten Viertels auch die Gäste, als sie durch einen Korbleger und einen anschließend abgefangenen Einwurf zum ersten Mal in Führung gingen. Das Spiel war nun äußerst intensiv und jeder Punkt wurde frenetisch gefeiert. Ebenso jeder Ballverlust. So leisteten sich die Ulmer ein unnötiges Offensivfoul als es gerade aussah als könnten sie davonziehen. Bis drei Minuten vor dem Ende gelang dies auch keiner der beiden Mannschaften. Dann leistete sich Tübingen einen folgenschweren Ballverlust, der durch ein Fast-Break und die folgende 69:74-Führung bestraft wurde und das Team vom Neckar aus der Ruhe brachte. Obwohl noch vieles probiert wurde, gelangen kaum mehr Punkte, während Ulm auch bei schwierigen Würfen das nötige Glück hatte und einen Einwurf bei 0,8 Sekunden auf der Shot-Clock in Punkte umwandeln konnte.

Am Ende steht Tübingen trotz langer Führung und einer ansprechenden Leistung erneut mit leeren Händen da und musste sich mit 74:81 geschlagen geben. Während Reggie Upshaw mit 29 Punkten hervorstach, traf auf der Gästeseite Luke Harangody mit 20 Punkten am besten. Die Tigers werden mit der achten Niederlage in Folge beschäftigt sein, nicht nur, da man sie im Derby kassierte. Das nächste Heimspiel findet am Samstag, 18. November um 20.30 Uhr in der Paul-Horn-Arena gegen die Oettinger Rockets statt.

Fotos: Pressefoto Ulmer / Markus Ulmer

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