kupferblau-Sommerbuchtipp

Titel                     Karaoke

Autor                  Wladimir Kaminer

Verlag                 Goldmann Manhattan, München

Genre Slapstick, Münchhausengeschichten, Liebeserklärung an Berlin und die UdSSR.

Zielgruppe Freunde des sehr trockenen Humors und Ostalgie-geplagte Seelen.

Umfang ca. 200 Seiten—immer gut für eine lustige Geschichte zwischendurch.

Stimmung Humorvoller Umgang mit dem chaotischen Sowjet-Alltag, garniert mit einer Prise „Es war damals nicht alles schlecht“.

Gefällt, weil… Man sich beim Lesen das fiese Grinsen des Autors vorstellen kann.

Die Geschichte der Russendisko ist spätestens seit dem Film mit Matthias Schweighöfer einem jüngeren Publikum bekannt, die gleichnamigen Partys von Wladimir Kaminer, Yuriy Gurzhy und Co. sind in Berlin längst legendär. In Karaoke wendet sich der Russendisko-Autor Kaminer einmal mehr seinem Lieblingsthema Musik zu und erzählt dabei die haarsträubendsten Geschichten über die Sowjetunion und Ostberlin. Da geht es um unkaputtbare Sowjet-Radios und warum diese auf West-Territorium nicht funktionieren, Deutschkurse mit Rammstein-Unterstützung und eine Boygroup, die an sechs Orten gleichzeitig auftreten kann, weil sie so viele Mitglieder hat—und alle sehen aus wie die Enkel von Gorbatschow. Wie viel davon Übertreibung des Autors und wie viel tatsächlicher Alltagswahnsinn ist, behält Kaminer für sich. Für einen Lacher zwischendurch und mehr Hintergrundinfos zur Russendisko reicht‘s immer. Und da Wladimir Kaminer seit der Jahrtausendwende konstant neue Bücher veröffentlicht, scheinen ihm die Münchhausengeschichten so schnell nicht auszugehen.

Foto: Vivian Jochens

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