Ein Esszimmer für alle

Am Freitag eröffnete am Lustnauer Tor das Esszimmer. Das regional geführte Lokal ist gleich Mehreres in Einem: Bistro und Café, internationaler Imbiss und nachhaltige Küche. Ein Spagat, der im Fall des Esszimmers aber gelingen könnte.

Das „Wohnzimmer“ kennt jeder, der in Tübingens Studenten-Szene etwas auf sich hält – oder samstagnachmittags einmal entspannt in der Altstadt Fußball-Bundesliga schauen wollte. Direkt neben der Kneipe, die eigentlich Ribi und noch eigentlicher Ribingurumu heißt, gibt es jetzt ein zweites Gastro-Konzept mit sprechendem Namen: das Esszimmer. Die Namens-Ähnlichkeit ist vielleicht nicht unbedingt Zufall, aber doch begründet: „Wir haben darauf geachtet, dass wir alle Altersklassen und Gruppen ansprechen“, sagt Chef Hamza Yigitbay. Ein Esszimmer für alle eben.

Einblick in die Essensvielfalt der Küche.

Bau dir dein eigenes Essen!

Der erste Blick ins Esszimmer überzeugt. Einsichtige Theke, schicke Backstein-Optik, saubere Arbeitsflächen im Großküchen-Stil: Das Esszimmer ist optisch irgendwo zwischen Slow-Food-Laden und mediterranem Ambiente angesiedelt. Ein Eindruck, der sich bestätigt: Die Speisekarte ist weniger eine Karte, als mehr ein Baukasten für alle Geschmäcker. Ob als Grundlage Reis, Kartoffeln oder Pasta, als Beigabe Putenstreifen oder Veggie Balls, und zum Abschmecken Curry-Kokos- oder Tomatensoße: Im Esszimmer ist für jeden etwas dabei. Zur Spezialität des Bistros könnten aber die Langos werden – ungarische Hefeteigteilchen, die entweder herzhaft im Flammkuchen-Stil oder süß a la Crepe zubereitet werden. Für den kleinen Hunger und Geldbeutel (2,50 bis 3,00 Euro) die perfekte Wahl!

Herzhaft und süß: Eine Dualität, die das Esszimmer bewusst aufbaut. Im Obergeschoss gesellt sich zum Bistro-Flair eine Bar im Oma-Café-Stil. „Wir wollen für jede Tag- und Nachtzeit etwas bieten“, sagt Hamza Yigitbay. Und das bedeutet nicht nur internationale Küche, sondern auch Kaffee und Kuchen. Kein Wunder: Rund um den Chef, der aus Tuttlingen kommt, arbeitet ein schwäbisch-bodenständiges Team.

Unten Schnellimbiss, oben Café.

Nachhaltigkeit wird groß geschrieben

An ihrem Konzept haben Yigitbay und seine Geschäftspartnerin lange getüftelt: Rund zwölf Monate Planung und vier Monate Umbau stecken in den Räumlichkeiten, in denen früher ein Schnellimbiss des veganen Zulieferers Wheaty untergebracht war. Statt auf vegan wird am Lustnauer Tor jetzt auf Nachhaltigkeit gesetzt: Die Mittagsmenüs kommen in Einweg-Schalen daher, das Besteck ist aus Plastik. Beides ist zunächst gewöhnungsbedürftig, hat aber einen großen Vorteil: „Es ist biologisch abbaubar – das war uns sehr wichtig“, so Bistro-Chef Yigitbay.

Frisch, lecker – aber nichts für den Schnitzel-Hunger!

In Tübingen wird er damit auf offene Ohren stoßen. Und auch der erste Geschmacks-Test ist sehr positiv – was angesichts der frischen Zubereitung im Lokal nicht verwundert. Einzig: Wer mit einem Schnitzel-Hunger vorbei kommt, könnte nach einem zweiten Gang schreien. Die Portionen eignen sich eher für zwischendurch, denn als magenfüllende Hauptmahlzeit.

Das Esszimmer am Lustnauer Tor 4 hat täglich (außer Sonntag) von 11:00 bis 22:00 Uhr geöffnet – und von Donnerstag bis Samstag sogar bis 3:00 Uhr. Langos gibt’s ab 2,50 Euro, eine Mittags-Bowl zwischen 5,50 und 7,50 Euro.
Mehr Infos: www.facebook.com/esszimmer.tuebingen

Fotos: Joshua Wiedmann

 

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