Serie? Welche Serie?

Treffen zwei Teams aufeinander, die gerade in gewissem Maße das Momentum auf ihrer Seite haben, kann es im Basketball nur dazu führen, dass eine Serie zu reißen hat. So auch im Falle des Spiels zwischen den Walter Tigers und den Telekom Baskets Bonn am vergangenen Samstag. Der vierte Sieg in Serie für die Raubkatzen wäre aus vielerlei Hinsicht sehr wertvoll, besonders für die leidgeplagten Fans, aber auch Bonn wollte mit Kurs auf die Playoffs die eigene Serie möglichst lange ausbauen.

Für die Fans der Walter Tigers war die bisherige Saison nicht gerade leicht. Zwar könnte man umgekehrt die Frage stellen, welche Erstligasaison aus Tübinger Sicht bisher wirklich leicht gewesen wäre, aber eine fast schon historisch schlechte Heimbilanz lässt auch die treuesten Anhänger zunehmend ins Grübeln kommen. So war es trotz zuletzt drei Siegen in Serie wenig verwunderlich, dass auch diesen Samstag wieder einige Plätze in der Paul Horn Arena leer blieben.

Rekord-Vorlagengeber Jared Jordan © Christopher Kübler

Tübingen startet stark

Dennoch wurde schon vor Anpfiff zunächst frenetisch gejubelt. Denn Tübingens Point Guard Jared Jordan wurde zu Recht für seinen All-Time-Ligarekord geehrt: Unglaubliche 1463 Vorlagen hatte der Kapitän der Raubkatzen nach Ende des Auswärtssieges in Gießen auf seinem Konto. Ein Rekord, der seinesgleichen sucht – zumal Jordan selbst in bester Verfassung ist, diese Marke auszubauen.

Barry Stewart © Christopher Kübler

Zunächst allerdings in anderer Form: Das Spiel war noch keine fünf Sekunden alt, da gelang dem Rekordmann gleich ein Ausrufezeichen, jedoch ungewohnt in Form von eigenen Punkten. Das sollte zeigen, dass Tübingen wach und bestens motiviert war. Die Last nach der langen Negativserie schien etwas abgeschüttelt worden zu sein, die Spieler zeigten sich in guter Verfassung. So konnte Bonn immer wieder bedrängt werden, Rebounds offensiv wie defensiv sorgten schnell für klare Verhältnisse im Dschungel – 22:15 nach den ersten zehn Spielminuten.

Es läuft…nicht

Doch dieser stellenweise furiose Lauf sollte mal wieder jäh gestoppt werden. Und das auf zweierlei Art: Zunächst musste das Spiel mehrere Minuten unterbrochen werden – denn die sogenannte „Shooting Clock“ schien plötzlich nicht mehr zu funktionieren. Es musste ein Ersatzgerät her, das aufwändig installiert werden musste. Doch auch nach dieser langen Unterbrechung konnte kein Fluss aufkommen – zumindest aus Tübinger Sicht. Bonn war wach, konnte die Zwangspause offenbar besser nutzen und den Tigers alles entgegen stellen, was es brauchte. Überragende 28 Zähler führten noch Sekunden vor Halbzeitpfiff dazu, dass die Playoff-Aspiranten in Führung gehen konnten – 40:43 für die Gäste.

Und, wie es halt bei Serien so ist: eine hält sich immer. Wie etwa die Serie der Spiele, in denen die Walter Tigers ab einem gewissen Zeitpunkt im Spiel einbrechen und es gefühlt herschenken. Zwar soll dabei nicht verschwiegen werden, dass Bonn nun mal ein richtig gutes Team auf das Parkett schickte, doch sind magere elf Punkte einfach zu wenig, als dass man gegen irgendein Team noch könnte gefährlich werden. Beide Viertel der zweiten Halbzeit gingen daher klar an die Gäste. Die damit auch eigene Serien ausbauen: achter Pflichtspielsieg in Folge, dazu der siebte gegen die Tübinger nacheinander. Eine Serie hält eben einfach immer.

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