Tübinger Geschichten: Ober- und Unterstadt

Entspannt auf der Neckarmauer, als barfuß verschrien, weltoffen und traditionell – das ist Tübingen, wie wir es kennen und lieben. Heute: Berg und Tal im Krieg?!

Berg und Tal im Krieg, Naturwissenschaftler und Geisteswissenschaftler im Clinch. Dieses Szenario hat vor kurzem ein Jodel entworfen, der dank Facebook nicht nur hier in Tübingen Furore gemacht hat. Viele fanden dieses Gedankenspiel nicht ganz zu Unrecht unterhaltsam.

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Der legendäre Tübinger Jodel regte zu Kriegsszenarien an – welches Fach würde wie in den Krieg eingreifen?

Aber Spannungen zwischen Oben und Unten gab es in Tübingen wirklich schon einmal. Nicht zwischen den Studierenden der verschiedenen Fachrichtungen, sondern zwischen den Anwohnern der Altstadt. Oft knisterte es zwischen den Bewohnern der Ober- und Unterstadt. Während die gut gebildeten und eher vermögenden Tübinger nahe Stiftskirche und Schloss lebten, mussten sich Handwerker, Gerber und die Gôgen mit der Wohnlage unten an der Ammer zufriedengeben. Armut und Polizeiwillkür waren den Gôgen, ihres Zeichens Weinbauern, 1831 Grund genug, einen Aufstand anzuzetteln. Erfolgreich war dieser allerdings nicht: Die Obrigkeit bewaffnete die eigentlich verbotenen Studentenverbindungen, die den Aufstand beendeten.

Deshalb: Wehret den Anfängen, in dieser Stadt ist genug Platz für Natur- und Geisteswissenschaftler!

Foto: Marko Knab.

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