Ein Markt zum Verlieben

Schon seit über 20 Jahren bringt der Umbrisch-Provenzalische Markt mediterranen Flair in die Stadt Tübingen. 2016 wurde schon ab Mittwoch zum Schlemmen, Genießen und Einkaufen eingeladen. Oberbürgermeister Palmer betonte bei der Eröffnung vor allem die Bedeutung des Marktes für ein solidarisches Europa.

Die Sonne gibt ihr Bestes, als Boris Palmer am Mittwochmittag die Rednerbühne auf dem sich stetig füllenden Marktplatz betritt. Sein blauer Anzug, das weiße Hemd, die grüne Krawatte und das rote Stecktuch sollen die Flaggenfarben Frankreichs und Italiens symbolisieren – den Hauptakteuren der nächsten fünf Tage. Neben ihm steht die stellvertretende Bürgermeisterin Perugias als Repräsentantin der italienischen Partnerstadt. Das französische Gegenstück dazu ist die Partnerstadt Aix-en-Provence. Palmer betont die Wichtigkeit einer solchen Partnerschaft, gerade in Hinblick auf europäische Rückschlägen wie den Brexit. „Europa muss zusammenstehen!“, so Palmer und fordert Solidarität in Europa. Konkret umgesetzt wird dies in einem Spendenaufruf für die Erdbeben-Opfer in Umbrien, welche am 24. August 2016 Angehörige und Besitz verloren haben.

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Palmer bei seiner Begrüßungsrede

Kultur gelebt, geschmeckt, getrunken

In der Tübinger Altstadt tummeln sich in diesen Tagen über 25 französische Stände. Die Händler bieten neben Wein, Käse und Gewürzen auch filigrane Handwerkskunst an. Der feine Lavendelduft, der durch die Gassen zieht, erinnert sehnsüchtig an den letzten Frankreichurlaub. Die knapp 30 italienischen Stände bringen jede Menge Dolce vita in Form von Oliven, Bruscetta, Wurst und noch mehr Käse und Wein in die Stadt. Musikalisch sind die Italiener ähnlich gut vertreten: Die perugianische „TAKA Band“ ist an den Nachmittagen mit ihrer fröhlichen Blasmusik kaum zu überhören. Mit über 30 Ständen ist auch das Schwabenländle gut in der Stadt repräsentiert. Neben Marktständen, die Obst, Gemüse und Blumen verkaufen, werden auch hier typische Delikatessen in jeglicher Form angeboten. Allen voran ein schwäbisches Markenzeichen: Die Butterbrezel. Die Stände ergeben eine bunte und vielfältige schwäbisch-französisch-italienische Mischung, die vor allem bei Nacht nicht zu unterschätzen ist.

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Händler aus der Frankreich, Italien und der Region bieten ihre Spezialitäten an

Gläserne Tradition               

Für 3,50 Euro kann man auf dem Markt ein Weinglas erwerben. Zunächst einmal nichts ungewöhnliches, doch die Gläser vor Ort folgen einer schönen Tradition. Sie sind Sammlerstücke, welche mit Motiven des 2011 verstorbenen amerikanischen Pop-Art-Künstlers James Rizzi bedruckt sind. Der Erlös der Gläser, dieses Jahr mit dem Motiv „Me“ versehen, geht der Tübinger „Rheumaambulanz Kinderklinik“ zugute. Eine gute Möglichkeit also seinen Weingenuss nicht nur mit Geselligkeit und einem etwaigen Kater, sondern auch mit einem guten Zweck zu verbinden.

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Rizzi-Glas mit dem diesjährigen Motiv „Me“

Der große Abschluss                           

Am letzten Tag des Marktes, Sonntag den 18. September, wird es ein letztes Mal richtig voll in der Stadt. Neben dem regulären Markt ist zusätzlich von 13-18 Uhr verkaufsoffener Sonntag. Zudem werden den Bummlern jede Menge Sportler entgegengesetzt, da ab 9:30 Uhr der Tübinger ERBE-Lauf stattfinden wird, dessen Strecke quer durch die Altstadt führt.

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Lavendel darf auf so einem Markt natürlich nicht fehlen

Öffnungszeiten:

Freitag und Samstag: 10-22 Uhr Stände; bis 1 Uhr Gastronomie

Sonntag: 11-20 Uhr Stände; bis 20 Uhr Gastronomie

Weitere Informationen:

http://www.umbrisch-provenzalischer-markt.de

Fotos: Marko Knab

 

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