Zauberhafte Orte: Die Königliche Jagdhütte

Nicht das, was einer niederlegt,
nur was dabei sein Herz bewegt,
nur was er fühlt bei jedem Stück,
das ist das wahre Jägerglück.

Dass Tübingen und Umland recht hügelig sind, war bereits lange vor dem gleichnamigen Lied bekannt – und auch beliebt. So entschloss der damalige Kronprinz Wilhelm II. von Württemberg im Jahre 1888, eine königliche Jagdhütte auf der Hochebene des Steingart inmitten des Schönbuchs bauen zu lassen. Diese Blockhütte im Schweizer Stil diente dabei schon kurz nach ihrer Eröffnung für das adlige Jagdtreiben als Stützpunkt für so manches Fest und auch tatsächlich für so manche Jagd. Heutzutage ist sie beliebter Anlaufpunkt für Wanderer.

Malerisch bedeckt durch die Kaiserlinde steht die Jagdhütte stolz auf der Hochebene
Malerisch bedeckt durch die Kaiserlinde steht die Jagdhütte stolz auf der Hochebene

Das Land verändert sich, die Hütte bleibt

Doch mit der Zeit verlor die Hütte ihre Bedeutung, nicht zuletzt durch die Abdankung des Königs und den technischen Fortschritt, der die Hütte ein wenig als Anachronismus einer lange vergangenen Zeit verblassen lässt. Doch auch in den vielen Jahren nach der eigentlichen Schließung blieb die Hütte ein gern besuchtes Ziel. Anfangs noch für wenige adlige Jäger und Waldarbeiter, später jedoch auch beispielsweise als Rückzugsort des damaligen Bundeskanzlers Kurt Georg Kiesinger, der dem Bonner Stress übers Wochenende hierher entfloh.

Besonders in den ruhigen Morgenstunden, wenn noch kein Tourist den Aufstieg zur Hütte gewagt hat, der klare Blick über die Wurmlinger Kapelle hinweg bis auf die Schwäbische Alb reicht und die Vögel mit ihrem Gesang die Stimmung der klaren, frischen Luft untermalen, kann man dafür nur vollstes Verständnis aufbringen und fühlt sich selbst dabei wie in eine andere Zeit versetzt.

Ob der Bundeskanzler auch das königliche Plumpsklo benutzte, konnte leider nicht ermittelt werden.
Ob der Bundeskanzler auch das königliche Plumpsklo benutzte?

Eine zentrale Anlaufstelle im Schönbuch

Die Hütte ist auf verschiedenen Wegen zu erreichen, der Naturpark Schönbuch bietet hier eine große Auswahl an möglichen Routen für Wanderer und Radfahrer. Interessierte, die die Königliche Jagdhütte zum ersten Mal besuchen möchten, können sich entweder an den vielen ausgeschilderten Parkplätzen mit Hilfe großer Übersichtskarten informieren, oder bereits von zuhause aus mittels der interaktiven Karte. Außerdem gibt es für Android-Nutzer eine Schönbuch-App, mit der sich nicht nur die ideale Route planen lässt, sondern auch zusätzliche Informationen zu interessanten Punkten im Schönbuch finden lassen.

Für Kinder (und auch Junggebliebene) besonders schön ist dabei der Weg von Entringen über den sogenannten „Saurucken“ her. Hier geht es vorbei am Rotwild-, Schwarzwild- und Mufflongehege etwa drei Kilometer aufwärts bis zur Hütte. Alternativ bietet sich von Tübingen direkt besonders der Weg über Bebenhausen an.

Dieser Eber muss heute keine adlige Jagdgesellschaft mehr fürchten - höchstens neugierige Touristen
Dieser Eber muss heute keine adlige Jagdgesellschaft mehr fürchten – höchstens neugierige Touristen.

Bilder: Christopher Kübler

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.