Fünf Flyer und der Schritt weiter

Klarstellung des Studierendenrats (StuRa) in Sachen Protest-Flyer: Man habe sich darin eventuell unklar ausgedrückt. An der Kritik an der inoffiziellen Regelung zum Auslegen von Flyern hielt der StuRa aber fest. Die Obergrenze von fünf Flyern wolle man langfristig abschaffen.

In der StuRa-Sitzung am Montagabend sprachen die Studierenden-Vertreter auch über ihre Protest-Flyer, die mediale Aufmerksamkeit erregt hatten: Der StuRa hatte sie in der letzten Woche verteilt und kritisierte darin eine „inoffizielle Beschränkung zum Auslegen von Flyern“. Unklar war manchem zunächst, wie genau diese inoffiziellen Regeln aussehen sollten.

Laut den offiziellen Flyer-Regeln des Studierendenwerks (StuWe) dürfen pro Tag fünf Gruppen ihre Flyer auf den Mensatischen verteilen. Auf jedem Tisch darf jede Gruppe nur einen ihrer Flyer auslegen. Auf einem Tisch können also bis zu fünf Flyer von fünf verschiedenen Gruppen liegen. Die Flyer müssen zuvor beim StuWe angemeldet und genehmigt sein.

Der StuRa sprach bei seiner Sitzung im Clubhaus auch über die Protest-Flyer.
Der StuRa sprach bei seiner Sitzung im Clubhaus auch über die Protest-Flyer.

„Regeln nicht immer befolgt“

Der Vorwurf vom StuRa: Diese offizielle Regelung werde vom  StuWe nicht immer befolgt. Auf ihrem Protest-Flyer heißt es: „Nur noch ein Flyer pro Tisch von einer einzigen Hochschulgruppe ist erlaubt.“

Darf nur eine Gruppe in der ganzen Mensa ihre Flyer verteilen? Hier gestand der StuRa eine potenzielle Doppeldeutigkeit ein und stellte klar:

Die inoffizielle Regel laute, dass zwar fünf Flyer-Gruppen pro Tag zugelassen werden. Doch auf jedem Tisch dürfe nur ein einziger Flyer liegen. Liegt auf einem Tisch also bereits ein Flyer, so dürften die anderen zugelassenen Gruppen auf dem belegten Tisch nicht mehr auslegen. „Überflüssige Flyer, die vom StuWe eigentlich zugelassen waren, wurden deswegen auch eingesammelt“, berichtete Max Wiedemann von der Grünen Hochschulgruppe (GHG), der Augenzeuge eines solchen Einsammelns gewesen sei.

Pressesprecher vom StuWe Simon Leimig widersprach der Existenz einer inoffiziellen Regel.
StuWe-Pressesprecher Simon Leimig widersprach der Existenz einer inoffiziellen Regel.

„Offizielle Regeln gelten“

Nach dieser brisanten Beobachtung habe man beim StuWe nachgefragt, ob fortan denn nur noch eine Gruppe pro Tisch auslegen darf – ein Angestellter des StuWes habe dies bestätigt. Die Protest-Flyer gestaltete ein Arbeitskreis dann auf Basis dieser Aussage. Wer dem StuRa das bestätigt haben soll, wollen die Studierenden-Vertreter „zum Schutz dieser Person“ aber nicht sagen.

Aufseiten des StuWes weiß man von inoffiziellen Regeln nichts. Sein Pressesprecher widersprach am Freitag den Darstellungen des StuRas. „Es gibt keine inoffizielle Regelung“, sagte Simon Leimig. Laut ihm gelten dauerhaft die offiziellen Regeln, die auch im Internet einsehbar seien. Der Existenz einer Ein-Flyer-Politik widerspricht er.

Kleine Flyer mit großer Wirkung: Dies ist der Protest-Flyer des StuRas.
Kleine Zettel mit großer Wirkung: Dies ist einer der Protest-Flyer des StuRas.

Alle geben sich gesprächsbereit

Leimig sei weiterhin bereit und offen für einen Dialog mit dem StuRa. Auf einige Fragen in E-Mails habe der StuRa ihm letzte Woche jedoch nicht geantwortet, kritisierte Leimig.

Auch der StuRa zeigte sich am Montag gesprächsbereit. Seine Flyer-Aktion und das „Bekenntnis des Studierendenwerks zu seinen offiziellen Regeln“ verbuchte er als Erfolg. Doch man wolle noch eine Stufe weitergehen: eine gänzliche Abschaffung der Obergrenze für Flyer auf Mensatischen sei geplant.

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.