Keine leichte Kost

Zu einer für Studierende ungewohnt frühen Zeit fand am vergangenen Samstagmorgen um zehn Uhr das typisch bayrische Weißwurstfrühstück vor dem Institut für Politikwissenschaft statt. Der Referent und Studierende Tim Breitkreuz erzählte bei Brezeln und Bier von seiner Reise in den Nahen Osten bis hinein in die Kriegsgebiete des Islamischen Staates (IS).

Besonders waren bei diesem frühen Frühstück im Schwabenland nicht die blau-weiß-karierten Tischdecken, die Weizenbiergläser auf dem Tisch und die schmackhaften Weißwürste. Aufmerksamkeit zog vor allem Tim Breitkreuz auf sich, der um elf Uhr begann, von seiner Anfang März stattgefundenen Reise in den Nahen Osten zu berichten. Bei dieser hatte er sich in Kriegsgebieten aufgehalten und war mit nur bis zu sieben Kilometern Entfernung zur Frontlinie dem Kampf zwischen der Peschmerga und dem IS gefährlich nahe gekommen.

Leckere Speisen zu spannenden Themen: Bei Weißwürsten lauschte man dem Referenten. Foto: Stefan Meier, Fachschaft Politik.
Leckere Speisen zu spannenden Themen: Bei Weißwürsten lauschte man dem Referenten. Foto: Stefan Meier, Fachschaft Politik.

Vorspeise: Brezeln und Weißwurst

Schon seit mehreren Jahren richtet die Fachschaft Politik das politische Weißwurstfrühstück aus. Dieses Jahr jedoch gab es eine Premiere: Das erste Mal hatte man nicht mit Regen, überraschendem Schnee oder Sturm zu kämpfen. Stattdessen konnte man sich mit einem kalten Bier bei 30 Grad im Schatten erfrischen. Dazu war jeder Interessierte eingeladen. Wunderschön angerichtete Teller mit Weißwurst, Obatzder, Brezeln und süßem Senf waren jedoch nur die Beilage zu dem eigentlichen Hauptgericht, denn der Sinn dieses Frühstücks ist es, den Spaß mit politischem Inhalt zu verknüpfen.

Hauptspeise: Eindrücke aus dem Nordirak

Für das politische Hauptgericht zuständig war Tim Breitkreuz, der sich im März mit einer Gruppe von anderen Studierenden zu einer spannenden Reise in den Nahen Osten aufgemacht hatte, die durch Kurden organisiert wurde. Von der Ost-Türkei ging es durch den Nordirak bis hin zur syrischen Grenze. Thematischer Schwerpunkt dieser Reise war das Volk der Kurden. Es fiel auf, dass sein Vortrag sehr auf der kurdischen Sichtweise basierte, gerade dies jedoch eröffnete den Zuhörern einen anderen Blickwinkel als den der Medien. Ausgehend von einem Einstieg über die Kultur und die Identität des kurdischen Volkes, erläuterte der Referent anschließend den Kampf um eine autonome Region „Kurdistan“, um daraufhin überzugehen zur Geschichte der Peschmerga und deren Kampf gegen den IS im Nordirak. Es wurde deutlich, dass viel Hintergrundwissen von Nöten ist, um das gesamte Konstrukt verstehen und beurteilen zu können. Außergewöhnlich und spannend waren insbesondere die Verknüpfungen zwischen dem informativen, beschreibenden Teil des Vortrages und seinen persönlichen Eindrücken und Erlebnissen. Was man von ihm zu hören bekam, waren keine mediatisierten Eindrücke, sondern subjektive Erlebnisse, bei denen man selbst in der Pflicht stand, sie zu beurteilen.

Eindrücke hautnah: Auf seinem Blog berichtet der Referent über seine Reise in den Nahen Osten.
Eindrücke hautnah: Auf seinem Blog berichtet der Referent Tim Breitkreuz über seine Reise in den Nahen Osten.

Das Ritual des Weißwurstfrühstücks bietet Platz dafür, brisante und umstrittene Themen auf einer persönlichen Ebene in einem entspannten und lockeren Umfeld anzusprechen. Es ist ein Rahmen, in dem Politik in ansprechender Atmosphäre, ohne den Druck, etwas Richtiges zum richtigen Zeitpunkt sagen zu müssen, erlebt werden kann. Wer genaueres zu Tims Reise und seinen Erlebnissen erfahren möchte, kann sich auf seinem Blog informieren: https://diesegedanken.wordpress.com/

 

Foto oben: Konstantin Weeber, Fachschaft Politik

Foto unten: https://diesegedanken.wordpress.com/2015/04/01/unser-dank-gilt-deutschland-ein-besuch-bei-den-peschmerga-an-der-front-zwischen-mosul-und-erbil/

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