Autor in einem Monat

Nach dem NaNo ist vor dem NaNo. Am letzten Sonntag ging der November und damit der NaNoWriMo (National Novel Writing Month) zu Ende. Mit Glühwein und Keksen schickten sich die jungen Tübinger Autoren an, die 50 000 Wort-Hürde zu überwinden, oder feierten bereits ihren fertigen Roman.

30 Tage und 50 000 Worte. Dies hatten sich die Teilnehmer des diesjährigen NaNoWriMo zu Anfang des Monats vorgenommen. Bei den Treffen im ‚Unterwegs‘ in der Wilhelmstraße fanden sie sich wöchentlich zusammen, um sich über ihren Wordcount und ihre Ideen auszutauschen.

Auch am letzten Wochenende des Monats ging es wieder lebhaft zu. Bei der ‚Last Word Party‘ im Unterwegs fanden sich ab 8 Uhr abends viele der Tübinger NaNo Leute zusammen. Während einige noch damit beschäftigt waren, ihre letzten Seiten zu schreiben, ließen sich andere bereits zu ihrem fertigen Projekt gratulieren.

„Eigentlich geht es ja nur um den Spass am Schreiben“, meinte Heike T., eine Studentin der Rechtswissenschaft, die schon seit drei Jahren am NaNoWriMo teilnimmt. „Aber irgendwo ist es doch ein gutes Gefühl, wenn man es am Ende schafft.“ Dieses Jahr hatte sie bereits nach drei Wochen ihre 50 000 Worte geschafft, sich aber trotzdem bis zum Ende noch damit beschäftigt, Unebenheiten in ihrer Story herauszuarbeiten.

„Mit dem Ende war ich so unzufrieden, dass ich es vielleicht vier Mal umgeschrieben habe. Dann hat es endlich gepasst.“ Auf die Frage, wie sie mit Schreibblockaden umgeht, die sie im Laufe des Monats befallen, antwortete sie mit einem Schulterzucken:
„Viele Autoren beharren ja darauf, dass tägliches Schreiben, dem kreativen Prozess zuträglich ist. Ich glaube genau dafür ist der NaNoWriMo gut. Jeder, der sich später beruflich mit dem Schreiben befassen will, wird Deadlines kennen lernen. Je früher man lernt, seine Schreibblockaden zu überwinden, desto einfacher wird es längere Texte zu schreiben.“

„Es ist ja ohnehin mein erstes Mal, ich will nur mal sehen, wie es so ist…“

Dies war die Einstellung, die ein paar der neueren Autoren bei den Treffen vertraten. Ihnen ging es hauptsächlich darum, zu testen wie gut man ein solches Schreibprojekt trotz Unistress meistern kann. Neben der Vor- und Nachbereitung für Seminare, Präsentationen und Klausuren ist es nicht einfach einen ganzen Roman zu verfassen.

Motiviert bleiben

Das Schwierigste für die Autoren war wohl über den November hinweg motiviert zu bleiben. Nicht jeder hat bereits die Erfahrung, wie man mit Schreibblockaden umgeht und viele sind es nicht gewöhnt Geschichten zu schreiben, die länger als ein paar tausend Worte sind.

Auf der Website des NaNo gab es deswegen regelmäßige ‚Pep-Talks‘ bei denen bekanntere Autoren und Teilnehmer des NaNoWriMo die Teilnehmer anfeuerten, auf Trab zu bleiben. Das ‚Office of Letters and Light‘, dass die ganze Sache organisiert, hatte auch einen Kalender zusammengestellt, der den Autoren helfen sollte, das Ziel zu erreichen.

Der November ist vorbei. Was nun?

Für jeden, der das Ziel erreicht hat, gibt es nun die Möglichkeit, nach einem Verlag zu suchen, der das Geschriebene veröffentlicht. Allerdings sind die Chancen eher gering, da der über den letzten Monat entstandene Roman zumeist nur ein erster Entwurf ist.
Aus diesem Grund und um zu versichern, dass sich die Schreiberlinge mit ihrem Meisterwerk noch weiter befassen, machen nun viele der Autoren ein ‚Revision Promise‘. Ein Versprechen, die eigene Geschichte noch einmal durchzulesen und auszubessern. Ob der Roman dann in den Buchhandel wandert, oder auf der eigenen Festplatte bleibt, ist nicht ganz so wichtig.

Was ist mit denen, die nicht genug haben vom Schreiben?

Für alle, denen der NaNoWriMo nicht genug war, gibt es auch noch das ‚Camp NaNo‘. Die Projekte im April und Juli sind weniger anstrengend als der NaNoWriMo, da sie kein festes Ziel von 50 000 Wörtern haben. Alles von 10 000 bis 1 000 000 Wörtern wird akzeptiert und es gibt keine Deadline:
https://campnanowrimo.org/sign_in
Für alle jüngeren Teilnehmer gibt es zudem das Young Writer’s Programm des NaNoWriMo.:
http://ywp.nanowrimo.org/

Und dann gibt es natürlich auch noch den NaNoWriMo 2015. Das geflügelte Wort der Last Word Party hieß nicht umsonst: Nach dem NaNo ist vor dem NaNo.

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