Ein echter Hingucker

Wildes Geschrei ertönt aus dem Hörsaal 24, das Geräusch eines  weinenden Kindes, Hufgetrappel. Ylva und Julian sitzen entspannt vor dem Raum und unterhalten sich. Als Veranstalter des Tübinger Unikinos wissen sie, dass es jeden Dienstagabend ein wenig lauter wird im Kupferbau.

Es gibt heutzutage viele Möglichkeiten Filme zu schauen: Online Streaming, DVD, Blue-Ray oder Fernsehwiederholungen. Doch wann war man zuletzt im Kino? Kein anderes Medium kann den Geruch von Popcorn, rote Plüschsessel und das Gefühl in den Film einzutauchen, generieren. Nur im Kino kann man die Außenwelt vergessen und sich von einem Film vereinnahmen und fesseln lassen. Abschreckend sind häufig die Preise für einen Besuch. Doch nicht für Tübinger Studenten.

Qualitatives Entertainment zum kleinen Preis

Das Konzept ist einfach: Jeden Dienstagabend während des Semesters findet um 19/19:30 Uhr findet eine Filmveranstaltung im Hörsaal 24 des Kupferbaus statt. Beim ersten Besuch des Unikinos wird man „Clubmitglied“ und erhält einen Ausweis zum Preis von 2,30 Euro. Danach zahlt man für jede weitere Filmvorführung nur noch zwei Euro. Die Soundqualität steht der eines „echten“ Kinos in nichts nach und auch die Leinwand hat Kino-Originalgröße. Zudem werden alle Filme in HD gezeigt. Die Filme werden meist in Originalsprache mit deutschen Untertiteln abgespielt, allerdings darf das Publikum jederzeit Wünsche dazu äußern.

Ein eingespieltes Team

Ylva Ferstl (22) und Julian Hofmeister (26) machen den Job schon seit dem Wintersemester 2012/2013. Sie studieren Kognitionswissenschaft und Informatik als Masterstudiengang und sind für den Aufbau, Einlass und die Werbung zuständig. Hauptveranstalter ist eine Firma aus Göttingen (Unifilm), die deutschlandweit das Kino in die Hörsäle gebracht hat.

„Als wir die Aufgabe anfangs von einem anderen Team übernommen haben, hatten wir an dem einen Abend gar keine Zuschauer. Am Dienstag darauf waren es schon 30, dann 50 und heute sind es durchschnittlich so 100 Zuschauer pro Abend“, so Ylva, „Man ist dann schon fast enttäuscht, wenn es weniger sind“.

Die Qual der Wahl

Der Fokus liegt auf Kinolieblingen des Vorjahres und auf Klassikern wie „The Big Lebowski“, zu dessen Vorführung durchaus Zuschauer im Bademantel gekommen sind. Verzichtet wird auf Alternativ-Filme, da das Angebot davon in Tübingen schon recht groß ist. Ein persönliches No-Go für die beiden sind schlechte amerikanische Komödien und übertrieben patriotische Hollywoodactionfilme. Ylva steht eher auf „Fight Club“ und „X-Man“ und Julian beantwortet die Frage nach dem Lieblingsfilm sehr bestimmt mit „Star Wars IV“.

„Fack ju Göhte“ sprengte dieses Semester den Rahmen: Nachdem selbst die „Treppenplätze“ ausverkauft waren, mussten Besucher nach Hause geschickt werden. „Wir bitten dies zu entschuldigen. Das ist normal nicht der Regelfall!“

Das Programm ist unter unifilm.de oder auf der Facebook Seite https://www.facebook.com/UnikinoTuebingen?fref=ts abrufbar.

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