Reden ist Silber, warten ist Gold

Seit geraumer Zeit geistern Gerüchte zur zukünftigen Nutzung der Baumgarten-Mensa die Wilhelmstraße entlang. Dass es kaum Informationen zur Umgestaltung des Tal-Campus‘ gibt, entspannt die Situation nicht gerade. Das gestrige Rektorengespräch sollte etwas Licht ins Dunkel bringen. 

 

Sie ist nicht schön, aber selten: die Architektur der Nachkriegsmoderne der fünfziger und sechziger Jahre. Dieser Ästhetik ist auch die Mensa an der Wilhelmstraße zuzuordnen, sie wurde im Jahre 1966 von Paul Gotthilf Baumgarten erbaut, der auch der Architekt des Kupferbaus ist.

Wie wir alle wissen, ist das Gebäude mittlerweile nicht nur stilistisch, sondern auch substantiell in die Jahre gekommen. Da der Bau einer neuen Mensa gegenüber einer Sanierung die wesentlich kostengünstigere Lösung darstellt, steht schon länger die große Frage im Raum, was im im Falle eines Neubaus mit dem alten Mensagebäude passiert.

 

Wer oder was kommt in die alte Mensa?

Diese Frage erhitzt derzeit insbesondere die Gemüter der Jura-Studierenden: Ihr Umzug in die Mensa steht seit den Machbarkeitsstudien von 2010 als Option im Raum. Das kann einen schon nervös machen, zumal der Informationsfluss von Seiten des Rektorats mehr als stockt und man daher nicht weiß, welche Beschlüsse wann über die Köpfe der Studierenden hereinbrechen.

Ästhetisch gesehen ist es natürlich mehr als verständlich, dass es sich nach keinem besonders guten Deal anhört, die Neue Aula gegen die Mensa einzutauschen. Es bestehen jedoch auch Bedenken, dass das Gebäude für das Jura-Seminar zu klein und der als Mensa konzipierte Bau für eine Nutzung als Institutsgebäude ungeeignet sei.

Die Machbarkeitsstudie der Machbarkeitsstudie der Machbarkeitsstudie

Das Rektorat hat bei der gestrigen Sitzung keine Hehl daraus gemacht, dass der Umzug der Juristen in die Mensa von Seiten der Hochschulleitung durchaus in Betracht kommt. Wie der Campus umgestaltet wird, habe jedoch das Finanzministerium als Bauträger zu entscheiden.

Sobald die derzeit laufende Prüfung des Flächenmanagements abgeschlossen ist (Juni oder Juli 2014), kann über mögliche Nutzungsszenarien diskutiert werden. Hierzu werden dann natürlich neue Machbarkeitsstudien nötig, und bis diese fertig gestellt sind, werden wahrscheinlich die meisten der derzeit Betroffenen ihr Studium abgeschlossen haben.

Die Mühlen der Landesverwaltung mahlen langsam. Aber sie mahlen.

Dies soll jedoch die Situation nicht verharmlosen: Wachsamkeit ist weiterhin gefragt, damit am Ende nicht doch über die Köpfe der Studierenden hinweg entschieden wird. Eine entsprechende Informationspolitik könnte dabei helfen, Misstrauen gegenüber den Planungsinstanzen abzubauen. Außerdem bietet es sich an, die Studierenden in die weitere Planung miteinzubeziehen: denn sie sind es schließlich, die sich jeden Tag auf dem Campus aufhalten und daher am besten über ihre Bedürfnisse Bescheid wissen dürften.

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