“Es sollte reichen, die letzten 100 Meter zu genießen.”

 

 

© Christopher Kübler

Viel Sportler drehen noch ihre letzten Runden und nutzen die letzten Minuten um sich aufzuwärmen. Hinter dem Start sind bereits die Essens- und Trinkstände für die Sportler aufgebaut. Vom Aussichtsturm der Kommentatoren ertönt ein Ruf durch die Lautsprecher: „ Noch zwei Minuten bis zum Start!“. Der Regen, der vorher wenig  Aussicht auf einen guten Nikolauslauf geboten hätte, stellt wie auf Kommando seinen Regenschauer ein. Die Nummernschilder werden noch einmal gerichtet und der Zeittransponder am Turnschuh befestigt. Danach nehmen die Sportler Aufstellung entweder in der weißen, blauen oder gelben Gruppe. Die Einteilung der Gruppen kommt durch die verbindliche Angabe der Laufzeit zustande.Die Gruppen starten jeweils im Zeitabstand von 3 Minuten voneinander, als erstes beginnt die weiße Gruppe.

von Markus Wissner

© Christopher Kübler

der zehntgrößte Halbmarathon in Deutschland und der größte veranstaltete Nikolauslauf innerhalb Deutschlands.

Den Tübinger Nikolauslauf gibt es seit dem Jahre 1976. Der Tübinger Nikolauslauf wird traditionell von Post-SV Tübingen e.V. veranstaltet und ist ein Halbmarathon (ca. 21,1 Km). Er ist der zehntgrößte Halbmarathon in Deutschland und der größte veranstaltete Nikolauslauf innerhalb Deutschlands. Alljährlich wird der Tübinger Nikolauslauf sonntags vor oder nach dem Nikolaustag veranstaltet.Das Startziel wie das Einlaufziel befindet sich in der Waldhäuserstraße im Tübinger Stadtteil Waldhäuser Ost. Damit den Läufern nicht die Puste ausgeht, sind jeweils an den Kilometern 5,11,17 und am Ziel Erfrischungstände aufgebaut. Die Startgebühr für den Nikolauslauf beträgt 21 Euro und bis zum 17.9.2013 auf www.nikolauslauf-tuebingen.de oder per Post konnte sich angemeldet werden. Eine Nachmeldung ist danach nicht mehr möglich, allerdings können Nummernschilder getauscht werden.

Für die Erfassung der Nettolaufzeit wird ein Transponder von SiFi-Timing verwendet um unsportlichen Betrug auszuschließen.

 Der Nikolauslauf spricht Hobbyläufer, Freizeitläufer und Profiläufer aller Altersklassen gleichermaßen an. Es gibt in dieser Beziehung keinerlei Beschränkungen.Vor allem füllt der Nikolauslauf zum Abschluss der Saison des Jahres in der wettkampfarmen Zeit eine Lücke, die dankbar von Läufern angenommen wird, wie die steigenden Teilnehmerzahlen belegen. Die Läufer ließen sich beim letzten Jahr 2012 nicht von Schnee und Wetterbedingungen beirren.Während viele Sportler in ihren normalen Trainingskleidung loslaufen, gibt es auch jene die den Nikolauslauf wörtlich genommen haben und sich als Nikolaus, Knecht Ruprecht, Aushilfsrentier oder als Engel verkleidet haben. Ungefähr an der Hälftenstrecke des Halbmarathons befindet sich ein kleiner Spielmannszug, der die Läufer mit seinen Liedern noch einmal anspornen will, alles zu geben und natürlich die Fans der Läufer, die sich an den Rändern der Strecke versammelt haben und diese mit Rasseln, Sprüchen oder mit Erfrischungen tatkräftig unterstützen.

als Nikolaus, Knecht Ruprecht, Aushilfsrentier oder als Engel…

Nachdem die ersten Läufer nun auf die Zielgerade auflaufen, beginnen sich die Reihen vor dem Ziel mit Zuschauern zu füllen. Das Band mit dem Nikolauslaufsieger wird bereits von den Mitorganisatoren festgehalten und bereit gemacht für den Sieger, der am Horizont mit einem Nebenläufer erscheint. Es bleibt spannend, denn  die letzten 400 Meter sind entscheidend über Sieg oder Niederlage.Die Laufzeit auf der Uhr zeigt bereits 1 Stunde und 9 Minuten an. Die Rekordzeit von Dieter Baumann mit 1 Stunde 7 Minuten und 15 Sekunden aus dem Jahre 2005 kann also nicht mehr geknackt werden.

Nikolauslaufrekord wurde nicht geknackt

Auf den letzten 300 Metern entscheidet sich das Los für den Sieger Felix Köhler (1h:10 min), leicht hinter ihm kommt als zweiter Markus Schöfisch (1h:10 min) ins Ziel.Der Dritte im Bunde ist Lorenz Baum (1h: 10 min) im blauen Hemd für die LAV Stadtwerke Tübingen.Der aufgestellte Rekord von Dieter Baumann (1h: 7 min) aus dem Jahre 2005 konnte auch dieses Mal nicht geknackt  werden.

© Christopher Kübler

15 Minuten später kommen bereits die ersten Frauen auf die Zielgerade. Als erste Frau läuft ein Susanne Hafner (1h:25 min), danach Nora Kusterer (1h:26 min) und als dritte schafft es Pamela Veith (1h:26 min) aufs Siegerpodest.Auch hier konnte die Spitzenzeit in der Klasse der Frauen von 1 Stunde 21 Minuten, aufgestellt von Steffi Beckmann im Jahre 2002, nicht geknackt werden.

Die einlaufenden Sportler können sich nach dem siegreichen Gefühl an den Ständen mit Zuckergebäck und Wasser stärken. In der Zeit bis zur Siegerehrung haben die Sportler die Gelegenheit sich im Hallenbad Nord kostenlos zu duschen, sich Umzuziehen und zu stärken.Die oben beschriebenen Sieger begeben sich auf das Siegerpodest und erhalten ihren gebührenden Applaus. Es wird noch bekanntgegeben, dass die 11 Schnappszahlen von 111 beginnend und mit 2222 endend jeweils eine kostenlose sportlich-medizinische Untersuchung erhalten, als Geschenk. Reinhard Rein, der bisher an 35 von 38 Nikolausläufen teilgenommen hat, wird ebenfalls gedankt.

Keiner hatte damit gerechnet

 Siegerin des Nikolauslauf in der Klasse der Frauen – Susanne Hanfer: “ Gestern Abend vor dem Rennen, habe ich noch die Nummer mit jemandem getauscht, der erkältet war.“ Dadurch, dass sie die Nummer getauscht hatte, startete Sie als Underdog mit der keiner gerechnet hatte.Gerade die Spitzenzeit hat verblüfft, entgegen der Angabezeit des „Erkälteten“. Auch der Sieger des Nikolauslauf in der Klasse der Herren, Felix Köhler, der im Jahre 2011 den dritten Platz und im Jahr 2012 den zweiten Platz belegt hat, gibt seine Antwort über seinen diesjährigen Sieg: “Die letzten zweihundert Metern habe ich mich umgedreht und gedacht, dass sollte reichen um die letzten 100 Meter zu genießen.“

Alle Endergebnisse der Läufer, Mannschaftswertungen und die Gesamtergebnisliste unter:

http://www.sifi-timing.de/index.php/component/content/article/107onlineanmeldungen/onlineanmeldungen-2013/474-tuebingen-am-08-12-2013

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