Camus Ausstellung im Institut français

Albert Camus feiert dieses Jahr seinen hundertsten Geburtstag. Aus diesem Anlass widmet das Deutsch-Franzöische-Institut dem berühmten Schriftsteller und Philosophen der Grande Nation,eine Austellung. Nicht eine normale Austellung, sondern eine virtuelle und interatkive Austellung.

von Markus Wissner

An den Wänden des Austellungsraums hängen Plakate, die QR-Codes beinhalten, die den Besucher in einen virtuellen Austellungsraum entführen.

Für die Austellung werden App-fähige Mobiltelefone oder Tablets benötigt, um sich die kostenlose App „Albert Camus” vom Institut français herunterzuladen.  Für Besucher, die kein Smartphone besitzen, kann für die Dauer der Austellungsbesichtigung ein Tablet ausgeliehen werden.

Von jetzt an kann die Reise beginnen. Durch das Scannen der QR-Codes bekommt der Besucher Zugang zu Bildern, Zitaten, Audio – und Videodokumenten und Auszügen aus seinen Werken.

 

Eine virtuelle Reise in das Leben von Albert Camus

 

Das Leben Albert Camus erstreckt sich vom Vorabend des 1. Weltkrieges 1913 bis zum Jahr 1960.

Bereits früh muss er den Krieg erleben. Eine Erfahrung, die er später in einer Autobiographie verarbeiten wird: „etwas entsprach hier nicht der natürlichen Ordnung und eigentlich herrschte hier, wo der Sohn älter als der Vater war, nicht Ordnung, sondern Irrsinn und Chaos“.

Sein Vater starb bereits 1914, Camus hatte ihn nie kennengelernt. Daraufhin siedelte die Familie Camus nach Algier um. Durch seinen Lernwillen schaffte er es über die Gymnasiumsprüfung bis hin zur Universität, wo er sich für Philosophie einschrieb. Vielen ist der Philosoph Albert Camus mit seiner “Philiosophie des Absurden”, die dem Existenzialismus nahe steht, in Erinnerung geblieben. In dieser Philosophie gibt es nur eine Welt des Leidens und Elends, der kein Sinn abzugewinnen ist. Durch diese Absurdität wird der Mensch immer weiter in existenzielle Sinnkrisen geworfen, die ihn seine Fremde fühlen lassen. Jedoch bleibt diese Welt nicht ohne Hoffnung.

Jene Hoffnung bringt ihn zur Schriftstellerei und zum Theater. „Das wenige an Moralverständnis, über das ich verfüge, habe ich auf dem Fußballplatz und im Theater gelernt […]“, wird Albert Camus später darüber schreiben.

Im Jahre 1943 wird Albert Camus vom Nationalen Widerstandskomitees des besetzten Frankreichs zum Chefredakteur der Untergrundzeitung Combat ernannt.

Ein Highlight unter den Audiodokumenten ist eine Aufnahme Camus selbst, in der er das Editorial der Combat-Ausgabe am Tag der Befreiung von Paris vorliest. Seine Werke, die in der Austellung zum Teil in kurzen Auschnitten einsehbar sind, brachten ihm 1957 den Literaturnobelpreis ein.

Drei Jahre später, 1960, kommt Camus durch einen Autounfall ums Leben. Noch heute lebt Camus in seiner Philosophie und seinen Werken weiter: „Aber der Liebe sind keine Grenzen gesetzt, und was macht es mir schon aus, nicht festhalten zu können, wenn meine Arme nur weit genug sind, um alles zu umschlingen“ so Albert Camus in seinem Werk Licht und Schatten von 1937.

 

Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem Verlagshaus Gallimard und der Ecole Normale Supérieure pour la rédaction des contenus et la direction scientifique INA, der Agence pour l’enseignement français à l’étranger AEFE und vom Produktionsstudio Cellules realisiert.

Bis zum 20.12.2013 ist die virtuelle Ausstellung von Albert Camus Besuchern geöffnet – der Eintritt ist frei.  Die Applikation ist in zehn Sprachen verfügbar, darunter in Französisch und Deutsch.

Öffnungszeiten der Mediathek: Montag: 14 – 19 Uhr, Dienstag: 14 – 18 Uhr , Mittwoch: 10-12 Uhr /14 – 19 Uhr, Donnerstag: 14 – 20 Uhr, Freitag: 14 – 18 Uhr.

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