Chaos zum Semesterbeginn

Die Zahl der Studierenden an der Universität Tübingen bricht jedes Jahr Rekorde: Auch in diesem Jahr wurde der Höchstwert des Vorjahres von rund 28 000 eingeschriebenen Studierenden jetzt schon übertroffen. Wieder einmal werden es viele Erstsemester schwer haben, ein Zimmer zu finden.

von Patrick Sorg

Nach der Zusage geht der Stress eigentlich erst so richtig los. Viele „ehemalige Erstis“ blicken mit Grauen auf die überstandene Zimmersuche zurück.

Zum Wintersemester 13/14 hat sich die Lage kein bisschen entspannt. Momentan sind schon etwa 28 600 Studierende immatrikuliert. Darunter sind rund 5700 Erstsemester (Stand: 10.10.13). In den nächsten Tagen werden sich die Zahlen noch erhöhen, erklärt Antje Karbe, Presseprecherin an der Uni Tübingen. Der Rekord vom Vorjahr wurde also erneut überboten.

Bewerbungsstopp für Wohnheime

Das Studentenwerk Tübingen/Hohenheim hat seit dem 11. September einen Bewerbungsstopp ausgerufen, weil auf 1474 freie Zimmer 3905 Bewerbungen eingegangen sind. Allerdings wurden viele Bewerbungen schon eingereicht, als noch kein Zulassungsbescheid vorlag. Einige Abiturienten wurden nicht zugelassen oder entschieden sich für eine andere Uni. Bis zum Bewerbungsstopp lagen dem Studentenwerk somit lediglich 680 vollständige Bewerbungen vor.
Trotzdem wird es natürlich knapp werden. Deshalb werden die Maßnahmen, die schon beim letzten doppelten Abiturjahrgang zum Einsatz kamen, wieder aufgegriffen: Verlängerungsanträge nach Erreichen der Höchstmietdauer wurden nicht bewilligt und Renovierungs- und Sanierungsarbeiten werden möglichst so umgesetzt, dass keine Betten wegfallen. Außerdem werden Studierende und andere Einwohner mit freien Kapazitäten gebeten, Suchende aufzunehmen. Immerhin können so etwa 50 Studenten in diesem Semester auf der Couch geparkt werden.

Das Studentenwerk vermittelt auch Interessierte an das Projekt „Wohnen mit Hilfe“, das vom Roten Kreuz koordiniert wird. Studierende helfen dabei alten Menschen oder Familien im Alltag und bekommen dafür die Miete vergünstigt. Falls alle Stricke reißen, wird auch wieder eine Pritsche in den Gemeinschaftsräumen des WHO angeboten.

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